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„Sein finaler Blackout“: Das sagen die Medien zum dritten TV-Duell von Donald Trump und Hillary Clinton

Die Medien haben eine klare Haltung zu der dritten TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump

Auch die dritte und letzte TV-Debatte zwischen den US-Präsidentschaftsanwärtern Hillary Clinton und Donald Trump strotzte vor persönlichen und politischen Attacke. Am Ende setzte sich Clinton allerdings klar durch. So beobachtete etwa Gabor Steingart: „Trump war ein Kandidat mit zunächst hohem Energiegehalt, dem wir heute Nacht bei der Verpuffung zuschauen konnten.“ Die Pressestimmen im Überblick.

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Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart schreibt in seinem Morning Briefing: „Auch die dritte und letzte Präsidentschaftsdebattekonnte Hillary Clinton für sich entscheiden. (…) Als Clinton ihn in der Steuerfrage in die Zange nahm, verlor er einmal mehr die Beherrschung: ‚What a nasty woman‘, entfuhr es ihm. Wer so redet, gibt das Spiel verloren, bevor es zu Ende gespielt ist. Trump war ein Kandidat mit zunächst hohem Energiegehalt, dem wir heute Nacht bei der Verpuffung zuschauen konnten.“

Für den Tagesspiegel hält Christoph von Marschall fest: „Donald Trump hat mal wieder die Schlagzeilen. Aber sie sind nicht von der Art, die er bräuchte, um seine Aussichten auf das Weiße Haus zu verbessern. (…) Und einige mögen noch immer unentschieden sein – oder sich angewidert von dem Niveau der Auseinandersetzung abwenden. Doch nach mehr als einem Jahr Wahlkampf lässt die Dynamik 19 Tage vor der Wahl nun doch ziemlich klar einen Sieg Clintons erwarten. Wahrscheinlich sieht Trump das ähnlich.“

Klaus-Dieter Frankenberger kommentiert für die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Nach der dritten Debatte (…) ist es jedenfalls klar: Amerika hat eine Wahl, selbst wenn sie auf die Wahl des kleineren Übels hinausläuft. Einen Donald Trump, befallen von Größenwahn, gefangen in Verschwörungstheorien und unbelastet von großer Weltkenntnis, mag man sich nicht im Weißen Haus vorstellen. Man kann sich kaum ausmalen, wie dieser Mann Amerika groß machen will. Welche Größe sollte das sein?“

Für den Stern meint Alexandra Kraft: „Dann am Abend also der Aussetzer von Donald Trump. Vor einem Millionenpublikum, das sehen wollte, ob er vielleicht doch das Temperament hat, um Präsident zu werden. Nein, er kann es nicht. Drei Debatten, dreimal bewies er, dass er sich selbst nicht im Griff hat. Beim ersten Mal log er und krakelte zu oft. Beim zweiten Mal gab er den Stalker. Und nun sein finaler Blackout. Trump zeigte der Nation sein wahres Gesicht. Mal wieder. Er ist ein Choleriker, dünnhäutig noch dazu. Einer, der sich schon mit Kleinigkeiten gnadenlos provozieren lässt. Man stelle sich so einen am Verhandlungstisch mit China oder Russland vor. Oder lieber nicht.“

Im Morning Briefing des Spiegel schreibt Michael Sauga: „Statt sich gegenseitig zu verunglimpfen, pausenlos zu unterbrechen oder gar auf der Bühne zu verfolgen, lieferten sich Trump und Clinton in Las Vegas das inhaltlich spannendste Duell in diesem Wahlkampf. Trump punktete bei seinen Anhängern wieder einmal bei Einwanderungsfragen. Clinton dagegen präsentierte sich als die wahrscheinlich kommende Präsidentin der USA (…) Wer nach dem Abend glaubt, dass es nun doch noch ein normaler oder gar fairer Endspurt werden könnte, dürfte sich irren. Trump verweigerte eine klare Aussage dazu, ob er eine Niederlage am 8. November anerkennen würde. Täte er es nicht, wäre das ein Novum in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Ein Tiefpunkt, wie ihn nur dieser Wahlkampf hervorbringen könnte.“

In der Video-Analyse von Bild sagt Nikolas Blome: „Trump war nicht schlecht, es sind auch keine Fäuste geflogen, man hat sich nicht mehr so schmutzig unter die Gürtellinie beleidigt wie beim letzten Mal. Und trotzdem wird klar: Da ist ein Mittelklasse-Preisboxer, der gegen einen Vollprofi Hillary Clinton antritt. Die mag zwar nicht besonders sympathisch sein, auch dieses Mal kam sie nicht besonders sympathisch rüber, aber sie kann es einfach besser. Punkt.“

Für die taz kommentiert Daniél Kretschmar: „Glückseligkeit – kein anderes Wort kann beschreiben, was Hillary Clinton am Ende der dritten Fernsehdebatte mit Donald Trump ausstrahlte. Es war das letzte Mal, dass sich die demokratische Bewerberin um die US-Präsidentschaft dem unwürdigen Schauspiel aussetzen musste, zur Unterhaltung eines Millionenpublikums eine politische Diskussion zu simulieren, unabhängig davon, was ihr unqualifizierter Konkurrent an inkoherenten Lügen auftischen würde. (…) Hillary Clinton kann sich freuen, dass sie dem Weißen Haus wieder einen großen Schritt näher gekommen ist.“

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