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Rolle rückwärts: Servus TV sendet doch in Deutschland weiter

Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz (Foto) wollte Servus TV einstellen – und lässt nun doch weiter senden.

Eigentlich wollte Dietrich Mateschitz aber 2017 nur noch in Österreich senden. Nun hat es sich der Red Bull-Chef doch anders überlegt, wie das Branchenmagazin W&V erfahren hat: Demnach zieht Servus TV in Deutschland (vorerst) doch nicht den Stecker – darüber hinaus soll das Digitalangebot ausgebaut werden.

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„Servus TV fokussiert sich auf seinen Heimatmarkt und seine österreichische Programmidentität. Als Konsequenz wird die Sendelizenz in Deutschland und der Schweiz zurückgelegt und der Sendebetrieb in diesen Ländern per Jahresende eingestellt“, hat Servus TV noch vor eineinhalb Monaten verkündet. Nun hat man es sich beim Red Bull-Sender von Chef Dietrich Mateschitz offenbar anders überlegt: Servus TV soll auch 2017 in Deutschland empfangbar bleiben, wurde dem Branchenmagazin W&V auf Anfrage bestätigt.

Warum die Rolle rückwärts? „Die sehr positive Resonanz von TV-Zuschauern, Kunden und Agenturen die uns in den letzten Wochen und Monaten erreicht hat, hat uns außerdem motiviert, zum neuen Online-Angebot, den Sendebetrieb von Servus TV im klassischen TV-Bereich fortzusetzen, weiter auch auf diesem Weg erreichbar zu bleiben und das Vermarktungspotenzial abzurunden“, so das offizielle Statement der Salzburger.

Darüber hinaus soll der digitale Bereich von Servus TV ausgebaut werden: Für 2017 sei eine übergreifende Digital-Plattform geplant, die alle Angebote von Servus TV unter einer neuen Dachmarke vereint: Servus TV, „Servus am Markplatz“, das „Servus“-Magazin und auch die Servus-Bücher. Wann die Crossmedia-Plattform starten soll und ob das lineare TV-Programm auch noch einmal angepackt wird, bleibt offen.

Bereits im Mai sollte der Red Bull-Sender vom Netz gehen, weil der Kanal „wirtschaftlich untragbar“ geworden sei. Außerdem ärgerte sich Konzerneigner Dietrich Mateschitz über die Bestrebungen zur Gründung eines Betriebsrats. Als ein Großteil der Belegschaft die Gründung eines Betriebsrates dementierte, zog der Red Bull-Boss die Kündigungen zurück und sendete vorerst weiter. In Deutschland erzielte Servus TV zuletzt einen durchschnittlichen Marktanteil von 0,25 Prozent. In Österreich erreichte der Sender 2015 im Durchschnitt 1,7 Prozent der Zuschauer.

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