Otto Waalkes for President: Komiker liebäugelt mit Amt des Bundespräsidenten

Otto Waalkes ist Komiker, Comiczeichner, Musiker, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher. Jetzt könnte sich der gebürtige Ostfriese wohl noch einen weiteren Job vorstellen – den Posten des Bundespräsidenten. Zeit für das höchste Amt im Staate hat das Multi-Talent jedenfalls – zumindest schreibt er dies in einem Beitrag für die zu Axel Springer gehörende Welt.

Die Suche nach einem Nachfolger für das Amt des scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck läuft auf Hochtouren. Viele mögliche Kandidaten haben bereits abgesagt – darunter die Theologin Margot Käßmann. Andere Kandidaten sind noch im Gespräch. Dazu gehören vor allem Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Jetzt bringt sich ein anderer Kandidat ins Spiel: Otto Waalkes. In einem Beitrag für die „Welt“ schreibt der Komiker, er könne sich „durchaus vorstellen, dies hohle Amt zu bekleiden“. Zur Begründung führt er an: „Mit etwas gutem Willen sollte die Zeit, die mir zwischen Bühnenauftritten, Studioterminen und Tennisspielen bleibt, locker ausreichen, um allen staatsmännischen Verpflichtungen nachzukommen, die von irgendeiner Bedeutung sind.“ In vielen Fällen ließe sich beides sogar zwanglos verbinden, so Waalkes. „Paraden könnte ich auf dem Weg zum Studio abnehmen, Staatsgäste in meine Showprogramme einbinden; Bürgerwünsche backstage bei ‚meet and greets‘ zu erfüllen gehört zu meiner Routine“, schreibt der Komiker – und fügt weiter hinzu: „Auch die Nationalhymne kann ich fast fehlerfrei auf der Gitarre begleiten, und für den Text gibt es ja Teleprompter.“

Tatsächlich: Wer Bundespräsident werden will, braucht dazu keine große Befähigung. „Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat“, heißt es lapidar in Artikel 54 des Grundgesetzes. Der 76-jährige Joachim Gauck will aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren, im Februar 2017 wird daher ein neuer Bundespräsident gewählt.

Gestern hatte der Noch-Bundespräsident Gauck die Diskussion um seine Nachfolge noch einmal angeheizt. Für ihn ist es „unerheblich“ welche Religion sein Nachfolger hat, sagte er. Auch ein deutsches Staatsoberhaupt muslimischen Glaubens kann sich Gauck vorstellen. Dem Evangelischen Pressedienst erklärte der frühere Pastor: „Auch das will ich für die Zukunft nicht ausschließen, genauso wenig will ich Angehörige anderer Religionen oder Nicht-Gläubige ausschließen“.