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„Innerhalb von 12 Monaten“: Vice-Chef Shane Smith will eigenen TV-Sender in Deutschland starten

Vice-Chef und Mitbegründer Shane Smith hat ein großes Medienunternehmen aufgebaut

Der Gründer und Chef des amerikanischen Medienkonzerns Vice, Shane Smith, will einen eigenen TV-Sender in Deutschland an den Start bringen. „Wir werden innerhalb von 12 Monaten einen eigenen Fernsehsender in Deutschland haben“, sagt Smith der Wochenzeitung Die Zeit. In Amerika und Großbritannien ist der neue Sender namens Viceland schon gestartet. Deutschland ist für Smith ein „besonderer Markt“.

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Offenbar hat das Enfant Terrible der Verlagsszene Respekt vor der hiesigen TV-Landschaft. Der 46-Jährige Chef des inzwischen mit drei Milliarden Dollar bewerteten Medienkonzerns beschreibt diese so: „Mächtig, intelligent. Deshalb nehmen wir uns Zeit.“

Smith kritisiert die Dominanz der Generation der Babyboomer in den traditionellen Medien. „Babyboomer haben sich in die Idee verbissen, dass alles am Arsch ist. Dabei wird die Welt immer besser. Wenn man sich die Armut anschaut oder Gesundheit oder Bildung – das wird alles besser“, so Smith. „Außerdem ist jetzt die Zeit, in der wir entscheiden, auf welcher Seite der Geschichte wir stehen sollen: soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz, das alles wird jetzt neu verhandelt. Und wir versuchen, dabei zu sein.“ Diese Themen interessierten die Jugend. Und etablierte Medien wie die New York Times hätten es verpasst, die jungen Leute für sich zu gewinnen.

Der Konzern Vice ist mittlerweile eng mit Disney liiert. Eine Kooperation mit Facebook oder Google kann Smith sich allerdings nicht vorstellen. „Für jemand, der sich für Inhalte interessiert, ist es schwierig, wenn der Boss oder Partner ein Ingenieur ist“, erklärt Smith, der seine Medienkarriere als Verleger einer Punk-Zeitschrift gestartet hat.

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