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Nach 27 Jahren beim Spiegel: Gisela Friedrichsen wechselt zu Springers Welt-Gruppe

Macht nach dem Abschied vom Spiegel kurzen Prozess: Gerichtsreporter-Ikone Gisela Friedrichsen schreibt ab sofort für die Welt
Macht nach dem Abschied vom Spiegel kurzen Prozess: Gerichtsreporter-Ikone Gisela Friedrichsen schreibt ab sofort für die Welt

Fliegender Wechsel: Gerade erst war bekannt geworden, dass Gisela Friedrichsen nach 27 Jahren als Gerichtsreporterin beim Spiegel aufhört, da hat sie nach MEEDIA-Informationen schon ein neues Engagement – bei der Welt. Deren Herausgeber Stefan Aust, zwischen 1994 und 2007 selbst Spiegel-Chef, hat damit die bekannteste journalistische Prozess-Fachkraft zu Axel Springers blauer Gruppe gelotst.

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Friedrichsen hatte 1989 die Nachfolge des legendären Spiegel-Gerichtsberichterstatters Gerhard Mauz angetreten. In den Folgejahren wurde sie zur bundesweit bekanntesten Prozessbeobachterin und begleitete unzählige große Verfahren. Während viele Gerichtsschreiber sich fast ausschließlich auf das Geschehen im Saal konzentrierten, gelang es Friedrichsen, die Fälle anhand der Akteure und einer akribischen Durchleuchtung der Indizienlage transparent zu machen – und im Zweifel auch mal durchblicken zu lassen, dass zwischen Gerechtigkeit und Urteilsspruch eine Lücke klafft. Damit prägte die frühere FAZ-Redakteurin einen Stil, der zugleich analytisch, intuitiv, aber auch subjektiv ist.

Die Spiegel-Reporterin wurde so zum Vorbild ganzer Generationen von angehenden Gerichtsreportern, viel gefragte Expertin in Talkshows und in Bevölkerungskreisen bekannter als so mancher Spiegel-Chefredakteur. Als ihr Vertrag als freie Autorin beim Spiegel jetzt auslief, konnte man sich dem Vernehmen nach nicht auf eine Verlängerung einigen. So wird sie künftig ihr ausgezeichnetes Netzwerk in Anwalts- und Justizkreisen nutzen, um für die Welt über Prozesse, die die Nation bewegen, zu berichten. Da die Zeitungsgruppe mit N24 seit geraumer Zeit auch über einen eigenen Nachrichtensender verfügt, dürfte Friedrichsen auch dort künftig in “Prozess-Lagen” präsent sein.

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Alle Kommentare

  1. Niederlage für den “Spiegel”. Eine solches publizistisches Aushängeschild lässt man nicht einfach so gehen. Wenn man schon sparen will, dann dürfte es bei einer derart aufgeblähten Redaktion gewiss noch andere Möglichkeiten geben.

    1. Die Dame hetzte doch auch von einem Termin zum anderen…, nur dass ihre Medienpräsenz zur Geltung kam…!!!
      Investigativer Journalismus, bzw. die Berichterstattung wurde meines Erachtens immer dünner…!!!

    1. Schlimm auch ihre Teilnahme diese Woche an ein Diskussion auf Phoenix in ”Unter de Linden’ über die personelle Verstrickung nachkriegsdeutscher Justiz in das NS-Regime. Sie stocherte nur im Nebel rum und konnte gar nichts beitragen.

  2. Ja, sie hatte mal große Bedeutung. Nach ihrer Berichterstattung über den Fall Kachelmann fiel diese jedoch zunehmend in sich zusammen.

  3. Auch andere juristische Autodidakten können “Gerichtsreportagen” schreiben. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich um. Friedrichsens Vorgänger galt als ähnlich unersetzliches Aushängeschild.
    Es ist wie mit alten, zuverlässigen Gebrauchtwagen: Die Kosten gehen schon lange ins Geld, und ein anderes, erprobtes Modell mit erwiesener Spurtreue tut es irgendwann auch. Aust hingegen stöbert gerne mal in seiner früheren Werkstatt nach Oldtimern mit Patina.

  4. Habe mich auch gewundert, als ich auf ZON Giselas Friedrichsen Zitat las – mit Verlinkung auf WELT. Für mich war sie eine Institution bei SPIEGEL.
    Ich finde die Friedrichsen toll, auch in Fällen, bei denen ich ihre Meinung nicht teile. Sie hat einen außergewöhnlichen Blick auf die Welt und lässt sich darin nicht beirren. Das nennt man Persönlichkeit.
    Man sagt immer, dass die Presse neutral bleiben muss, ich sehe das aber anders. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, auch die Journalisten, sollen schon ihre eigene Meinung äußern. Das polarisiert, regt auf, oder an. Und das ist auch gut so. 🙂

  5. Ich finde es sehr seltsam, mit welcher Impertinentz Friedrichsen manche Serienmörder als “machtgeil” verurteilt, selbst aber mit 72 Jahren zur Welt wechselt, nur weil sie dort sich häufig selbstbeweihräuchernd im TV präsentieren kann. Für mich ist sie partaiisch, als Journalistin kaum tragbar, stark rechtskonservativ und somit meist auf Seiten der (Erst-) Täter. Bei Re-aktionstätern erkennt man nicht ansatzweise ihr Bestreben, über Hintergründe zu berichten.

  6. Die Rechtsauslegung dieser Dame bei Hart aber fair finde ich doch sehr befremdlich und Täterfreundlich…
    Man sollte solchen Leuten nicht auch noch eine Plattform bieten ihre Rechtsfeindliche Meinung hinaus zu posaunen…

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