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„Ich hoffe, die Preisverleihung hat Ihnen nicht gefallen“: der Hilfeschrei des Lead Award-Chefs Markus Peichl

Lead Award-Macher Markus Peichl: Premium-Event der Kreativen auf der Kippe?
Lead Award-Macher Markus Peichl: Premium-Event der Kreativen auf der Kippe?

Die Anzeigenkrise in der Verlagswirtschaft macht sich auch bei den Lead Awards bemerkbar. Erstmals fand die Preisverleihung am heutigen Montag unter Ausschluss der breiten Medienöffentlichkeit in einem spärlicheren Rahmen statt. Ist bis Ende Januar kein geeigneter Geldgeber gefunden, steht der begehrte Medienpreis auf der Kippe.

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Es ist ein Medienereignis, das in seinen besten Zeiten selbst den Henri Nannen Preis, den Bambi oder die Goldene Kamera in den Schatten gestellt hat: die Lead Awards. Zum 24. Mal prämiert in diesem Jahr die Lead Academy um Gründer Markus Peichl bewegende Fotografien sowie beispielgebende Arbeiten aus der Medien- und Werbebranche. Eine hochkarätige Jury stimmt über die Sieger in den Kategorien Fotografie, Zeitung, Magazin, Online und Werbung ab. Verliehen werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.

Höhepunkt ist traditionell die Preisverleihung in den Hamburger Deichtorhallen, die den Siegern eine große Bühne bietet: Dazu wird extra ein roter Teppich ausgerollt, über einen großen Bildschirm können alle Gäste die Veranstaltung verfolgen. Gefeiert wird zudem bei gesetztem Mehr-Gänge-Menü – und dies mit mehr als 1000 Chefredakteuren, Medienmachern und Vermarktern. Für Ausrichter Markus Peichl sind die Lead Awards daher von herausragender Bedeutung – „nicht nur für die Branche, sondern für das Kulturgut der Zeitungen und Zeitschriften.“ Selbst die Media Entertainment Night, einer der begehrtesten Netzwerkveranstaltungen der Medienindustrie, hatte ihre ursprünglich für heute in Hamburg angesetzte Veranstaltung verschoben, um den Lead Awards “nicht im Wege zu stehen.”

In diesem Jahr jedoch ist alles anders. Aus finanziellen Gründen fällt der Rahmen der Preisverleihung deutlich kleiner aus. Er nennt es „exklusiver.“ Es gibt keinen roten Teppich, der Bildschirm fällt weg, das gesetzte Essen reicht nur für knapp 200 Leute. „Ich hoffe, dass Ihnen diese Verleihung nicht gefallen hat“, erklärte Peichl in seiner Rede. Seit 16 Jahren kämpft er dafür, das die Veranstaltung stattfindet, die ihm so am Herzen liegt. Noch weitere zehn Jahre würde er die Lead Awards gerne fortsetzen.  Jury-Chef Markus Peichl sucht deshalb nach neuen Finanzierungsquellen. Vor allem ein Hauptsponsor aus der Industrie soll die renommierte Medienveranstaltung retten. Dazu will  er die Verlagsspitzen als Türöffner mit ins Boot holen.

Denn die Finanzierung über die Medien selbst wird immer schwieriger. Noch vor einigen Jahren hatten große Medienhäuser wie der Spiegel-Verlag Geld für die Veranstaltung gegeben. Doch das ist lange vorbei. Die wirtschaftliche Krise der Branche macht sich zusehends bemerkbar, die Kommunikationsbudgets der Medienhäuser knapper. Bereits in der Vergangenheit hatte es wiederholt Gerede über budgetäre Unwuchten bei der Abwicklung des Events gegeben. Die publizistische Qualität und das Kreativpotenzial der Veranstaltung wurden davon allerdings nie tangiert.

Finanziert werden die Lead Awards seit geraumer Zeit über 50 bis 70 Anzeigenseiten, die die Verlage sponsern. Diese reicht Peichl an eine Media-Agentur weiter, die das Paket vermarktet. Doch der Erlös fällt immer spärlicher aus, da sich das eher kleine Anzeigenkontingent nur mit einem hohen Rabatt an Werbetreibende loseisen lässt. Von einem Preisnachlass weit über 70 Prozent ist die Rede. Doch mit den Einnahmen hieraus kann der aus Wien stammende Medienunternehmer nicht mehr die Kosten decken. Peichl, der in Berlin eine gut gehende Galerie besitzt, muss persönlich Geld nachschießen. In diesem Jahr soll es angeblich ein hoher fünfstelliger Betrag sein.

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Dazu jedoch ist der Journalist nicht mehr bereit. Er will deshalb die Lead Awards finanziell auf neue Beine stellen, da das vor vielen Jahren von ihm eingeführte Anzeigen-Modell gescheitert sei. Als neue Einnahmequelle sollen deshalb künftig Events dienen, für die Besucher der Lead Awards extra zahlen. Dazu gehören beispielsweise Lesungen mit namhaften Autoren oder Streitgespräche mit journalistischen Hochkarätern.

Doch das ist nicht alles. Vor allem sucht Peichl einen Hauptsponsor aus der Industrie. Dazu hofft er auf die Unterstützung der Verlagsspitzen. Sie sollen ihm helfen, einen geeigneten Geldgeber aus der Wirtschaft zu finden und ihm quasi hierfür als Türöffner behilflich sein. Das ist jedoch schwierig. Denn Firmen wie beispielsweise Google, die in der Vergangenheit Interesse gezeigt hätten, kommen für viele Printunternehmen nicht infrage. Große Hoffnung setzt er vor allem auf Autohersteller, aber auch Mittelständler.

Doch es ist ein letzter Aufschrei: Findet Peichl nicht spätestens Ende Januar einen großzügigen Geldgeber, steht die renommierte Medienveranstaltung im schlimmsten Fall vor dem Aus. Dies will der Medienmacher unbedingt vermeiden. Denn den Preisträgern soll auch künftig die große Bühne geboten werden: mit rotem Teppich, großem Bildschirm und einem Drei-Gänge-Menü, das für mindestens 1000 Gäste reicht. Denn es ist wichtig, die journalistischen Glanzleistungen der Branche auch gebührend zu feiern.

Alles Preisträger der diesjährigen Lead Awards finden Sie hier.

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Alle Kommentare

  1. Herr Markus Peichl, Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Sponsoren finden! Dass liegt aber nicht daran, dass das Geld knapp ist, denn außerhalb der Medienbranche ist es im Überfluss vorhanden, sondern daran, dass niemand mehr einen “Preis” sponsorn will der dann an ZEIT, Spiegel, Tagespiegel & Co. verliehen wird.

    Niemand hat vergessen welche Propaganda- und Hetzkampagnen in der Ukrainkrise gefahren wurden, und immer noch, abgeschwächt, laufen. Auch die völlig an-der-Realität-vorbei geführten Desinformationkampagnen, was die Migrationskrise anbelangt, hat niemand vergessen. Man läuft als Unternehmer mittlerweile Gefahr seine Kunden zu verlieren wenn man mit ZEIT, Spiegel & Co. ins Bett steigt bzw. irgendwelche “Preise” sponsert die dann an diese “Medien” verliehen werden.

    Sie werden daher keine Sponsoren finden denn weder Autoindustrie noch Mittelständler sind so bescheuert!

    Es dauert nur noch ein paar Jahre und dann werden sich die “Qualitätsjournalisten” beim Straßenfeger wiederfinden und die einzigen “Preise” die dann noch verliehen werden, werden ein paar Plastik-Ringe aus dem Kaugummiautomaten sein.

    Und das ist gut so!

  2. Was klein Matthiaslein mit der braunen Bremsspur in der Hose sich so vorstellt, weil es ihm warme Gefühle verursacht.

    Hihi. Das toitschä Volk stäht auf wie einnn Mannn ond kauffft keinä Päkawä määährrr, die vonn den värrrsifften Härställllärrrn kommen, die immärr noch Anzeigännn im Spiegälll …

    Jetzt schnell noch das Fanal, Matthiaslein, damit das Volk aufsteht und der Sturm losbricht: Steck dem undeutschen Herrn Peichl ganz schnell einen Pupköttel in den Briefkasten!

  3. Eine schrumpfende Branche wird sich keine opulenten Events leisten können und im Angesicht des allgemeinen Personalabbaus sehen diese Galas auch merkwürdig aus.
    Warum jemand Drittes aus der Industrie ausgerechnet ein Branchentreffen einer Fremdbranche finanzieren sollte, erschließt sich mir nicht.

  4. Ach armer Arno Nym, kannst du auch was ohne Nazis? Irgendwas? Irgendeine Debatte, Diskussion, Streit, Kontroverse, Tischgespräch mit dir, das ohne Nazi-Bezug und die 100.000. Hitler-Parodie auskommen würde? Es nerrrvt (extra für dich mit rrrollendem R) …

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