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Ungewöhnliche Aleppo-Solidaritätsaktion: stern.de trägt schwarz und legt Schweige-Tag ein

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Das Leid in der belagerten syrischen Stadt Aleppo ist grenzenlos. Der Politik gelingt es nicht, eine Friedenslösung zu finden. Das Morden geht trotz aller Medienberichte unbeirrt zu Lasten der Zivilbevölkerung weiter. Die Redaktion von stern.de startet deshalb eine ungewöhnliche Aktion: Das News-Portal verstummt für einen Tag und trägt schwarz. Es gibt nur Bilder aus Aleppo und einen Leitartikel.

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Die Redaktion stellt keine neuen Inhalte online und verzichtet auf die gesamte Werbevermarktung. Beim Klick auf stern.de empfängt den Besucher ein Bild von der zerstörten und verwüsteten syrischen Metropole. Dazu die einfache Zeile: „Wir schweigen heute“. In einem kurzen Statement erläutert die Redaktion um Chefredakteur Philipp Jessen ihre Beweggründe und formuliert gleichzeitig einen Appell an alle Leser.

„Wir Journalisten dürfen nicht sprachlos sein. Wir sollen beschreiben. Berichten. Analysieren. Doch je mehr wir unsere Pflicht ernst nehmen, umso mehr macht uns das Leid der Menschen in Aleppo und ganz Syrien sprachlos,“ heißt es zu beginn des Editorials.

Mit einer gehörigen Portion Frust heißt es weiter unter im Text:

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Wir scheitern täglich daran, das Leid zu fassen, das in Syrien jeden Tag passiert. Weil es buchstäblich unfassbar ist. Dennoch versuchen wir es. Jeden Tag wieder. Das ist unser Job.“ Doch heute wollen sich die Hamburger von ihren „normalen Journalistischen Reflexen lossagen. „Nicht lauter, schneller und mehr berichten. Sondern schweigen.

Für einen Tag wird stern.de auf jegliche Nachrichten verzichten, keine neue Meldungen einstellen und vor allem keine Werbung schalten. Um die Solidaritäts-Geste durchzusetzen, wird es einiger Überzeugungsarbeit bedurft haben – immerhin entgehen dem Verlag und der Vermarktung die Einnahmen eines kompletten Werktages im fünfstelligen Bereich. Der Traffic dürfte jedoch nicht gänzlich einbrechen. Alle bisherigen Inhalte bleiben online. Es fehlt lediglich der Tagesaktuelle Traffic. Dazu hält die Redaktion jedoch fest: „Heute geht es nicht um Reichweite, Klicks und effiziente Vermarktung. Heute geht es uns darum, ein Zeichen zu setzen. Stumm. Und so der unerträglichen Sprachlosigkeit entgegenzubrüllen – indem wir sie einfach einmal zulassen.”

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Alle Kommentare

  1. Es ist verwunderlich, dass der amerikanische Kongress es ausdrücklich erlaubt, das Hinterbliebene von 9/11 die Saudis wegen ihrer Beteiligung an dem Anschlag verklagen dürfen und dies kaum in Deutschland ein mediales Echo hervorgerufen hat. Dies aber sind unsere amerikanischen Fraunde, die Hoffnung geben. Der Stern erweist sich lediglich als Postille der US Oligarchen, die den ganzen Bürgerkrieg überhaupt erst angezettelt haben und mit genau diesen Saudis ihre Geschäfte machen. Feine und vor allem wahrheitsliebende Journalisten haben wir im Lande.

  2. Hat STERN denn auch beschrieben, dass die Terroristen in Syrien von Saudi-Arabien, Katar und den USA beliefert und finanziert werden, und dass diese für die Massenflucht verantwortlich sind und auch die Bundeswehr dort mitmacht oder wurden diese Details “vergessen” zu erwähnen?

    Na?

  3. Während STERN ein sehr beeindruckendes Zeichen setzt, verlieren sich die Vorkommentierenden leider im intellektuellen Klein-Klein, das vor allem nicht dem gerecht wird, worum es hier eigentlich geht. Es geht um die Menschen, die tagtäglich in Syrien leiden. Stattdessen überziehen die Vorkommentierenden den Verlag, der solches tut, lieber mit Schmähungen anstatt den Fokus eben auf jenen Betroffenen zu belassen. Diese haben es verdient jede Art von Unterstützung zu erhalten, auch diese journalistische. – Berechtigte oder streitbare Kommentare gerne wieder morgen, aber heute, lasst uns einmal fokussiert bleiben…

  4. Hallo liebe Russen-Trolle,

    is ja klar: Russland unterstützt den Assad-Clan. Die Familie, die sich immer schon für die Entrechteten und Geknechteten einsetzt.

    Und was die Eleminierung unbequemer Gegner/innen angebetrifft, haben beide reichlich Erfahrung (Russland: Boris Nemzow, Jurij Schtschechotschichin, Alexander Litwinenko, Igor Domnikow, Sergej Nowikow, Iskandar Chatloni, Sergej Iwanow, Adam Tepsurgajew, Anna Politkowskaja, Stanislaw Markelow, Anastasija Baburowa – um hier nur einige der ermordeten russischen Oppositionellen zu nennen).

    Und nein – die amerikanische Regierung erschießt keine oppositionellen PolitikerInnen und JournalistInnen (auch wenn sie sich sonst außenpolitisch nicht gerade mit Ruhm bekleckern). Aber Russland und Syrien.

    Viele Grüße in den Troll-Bunker

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