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Ex-BamS-Vize Nicolaus Fest wechselt offenbar zur Berliner AfD

Prominenter Neuzugang für den Berliner Landesverband der Alternative für Deutschland. Wie der Tagesspiegel berichtet, wird der AfD-Landesvorsitzende, Georg Pazderski, offenbar am morgigen Donnerstag ein neues, durchaus bekanntes Mitglied präsentieren. Es soll sich dabei um den ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der Bild am Sonntag und mittlerweile umstrittenen Publizisten Nicolaus Fest handeln.

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Der Sohn des ehemaligen FAZ-Herausgebers, Joachim Fest, sorgte nach einer steilen Karriere innerhalb der roten Gruppe des Springer-Verlages, im Juli 2014 mit einem islamkritischen Kommentar in der Bild am Sonntag für einen heftigen Eklat innerhalb der Redaktion und des ganzen Medienhauses. Kurze Zeit später gab er seinen Posten bei der Sonntagszeitung auf.

Offiziell wurde damals von Seiten Axel Springers abgestritten, dass Fests Abgang bei der BamS etwas mit seinem Islam-feindlichen Kommentar zu tun hat. Das dem so ist, kann man indes nicht wirklich glauben. Fest sorgte mit dem Text für einigen Aufruhr. Der Islam sei ein “Integrationshindernis”, schrieb er und weiter: “Der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.” Der pauschalisierende und diskriminierende Kommentar kam im Hause Springer und anderswo nicht gut an. Bild-Chefredakteur und BamS-Herausgeber Kai Diekmann antwortete sogar mit einem Gegen-Kommentar in der Bild. Überschrift: “Keine Pauschalurteile über den Islam”. Diekmann in seinem Gegen-Kommentar: “Bei Bild und Axel Springer ist deshalb kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam und den Menschen, die an Allah glauben.” Das konnte man als öffentliche Watsche und Aufruf zum Abgang interpretieren.

Seit dem arbeitet Fest als Publizist und Blogger. Ab dem morgigen Donnerstag könnte nun noch eine Karriere als Politiker hinzukommen.

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