Partner von:
Anzeige

Im Analyse-Stück zum TV-Duell: dpa fällt auf falschen Rudy Giuliani bei Twitter rein

Trump-Clinton.jpg

Die Welt schaute gestern Nacht auf das erste TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. So wenige hierzulande der Debatte live in der Nacht verfolgten, so gierig sind die meisten im Anschluss auf eine schnelle und meinungsstarke Analyse. Ein solches Stück lieferte auch die Deutsche Presseagentur seinen Kunden. Darin zitierte die dpa gleich zwei Mal prominent aus dem Twitter-Account des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani. Dumm nur, dass es sich beim Twitter-Stream des wichtigsten US-Experten im Stück der Agentur um einen Fake-Account handelte.

Anzeige
Anzeige

Die dpa griff gleich zwei Zwitscher-Nachrichten heraus, in den der vermeintliche ehemalige Bürgermeister seinen republikanischen Parteifreund kritisierte: “Diese Debatte war nicht seine beste, aber es kommen noch zwei”, übersetzte die Agentur. Der zweite Tweet lautete: “Ich versichere Euch, dass Donald Trump bei der nächsten Debatte besser vorbereitet sein wird.”

Der dpa-Bericht (“Clinton hat nach engagierter TV-Debatte die Nase vorn”) bzw. Teile aus dem Text, schafften es in eine Vielzahl von Analysestücke, mit denen die großen Nachrichtenseiten am Morgen aufmachten. Von Bild bis Spiegel Online fand sich Giuliani als vermeintlicher Zeuge der Trump-Niederlage.

Anzeige

Der Fehler der Deutschen Presseagentur wurde immerhin nach Stunden bemerkt und transparent korrigiert. Offen und klar verbreitet die dpa den Hinweis: „Im zweiten Absatz wurden die dem früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani zugeschriebenen Zitate gestrichen. Bei dem vermeintlichen Twitter-Account Guilianis handelt es sich um einen Fake-Account.“

Ähnlich transparent geht beispielsweise Spiegel Online mit dem Fall um. So heißt es auf einmal mitten im Text: „Zunächst verbreitete die Nachrichtenagentur dpa auch vermeintliche Zitate des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani, die auch an dieser Stelle wiedergegeben wurden. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Aussagen von einem parodistischen Twitter-Account stammen.“

Wie schwierig es jedoch ist, solche Zitate wieder einzufangen zeigt sich auch darin, dass sich die Guiliani-Aussagen noch immer in einer Vielzahl von Analysen finden. Diese sind nicht direkt von der dpa übernommen, sondern verwenden den Agentur-Text lediglich als Quelle. Diese falschen Sätze lassen sich kaum alle einfangen. So werden zumindest in Deutschland bei einigen Lesern die Information haften bleiben, dass Trump von seinem eigenen New Yorker Parteifreund kritisiert wurde. Es ist aber auch nicht so, dass es sonderlich schwierig war, herauszufinden, dass es sich bei beim Giuliani-Account um einen Fake handelt. So heißt es in der Kurzbeschreibung: „Parody of Former Mayor of New York City and Current Republican Consultant“. Das Wort „Parody“ hat die dpa wohl übersehen.

Damit sind die Berliner wiederum aber nicht alleine. Im Anschluss an die TV-Debatte schafften es die falschen Tweets auch in den USA in die Medien. So spielte offenbar die Einschätzung des Möchtegern-Giuliani auch beim der Talk-Legende Charlie Rose eine gewisse Rolle.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia