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Nach Panama-Papers-Recherchen: Süddeutsche legt mit Bahamas-Leaks nach

SZ-Chefredakteur Kurt Kister: Die Redaktion der Münchner Tageszeitung hat erneut Steuersünder-Daten zugespielt bekommen.

Die Süddeutsche Zeitung wird zu einer Art Steuerfahndung: Die Redaktion der Münchner Tageszeitung hat erneut geheime Daten zugespielt bekommen, die finanzielle und womöglich illegale Machenschaften von Prominenten aus Wirtschaft und Politik offenlegen. Dieses Mal handelt es sich um Briefkastenfirmen auf den Bahamas.

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Die Bahamas sind eine allbekannte Steueroase: Ein Null-Steuer-Land ohne Einkommen-, Vermögen- oder Erbschaftsteuer. Die 38 Gigabyte umfassenden Daten aus dem staatlichen Unternehmensregister, die der SZ zugespielt wurden, geben Aufschluss über 75.888 Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen, die im Zeitraum von 1990 bis 2016 auf den Bahamas gegründet wurden. Außerdem beinhalten sie die Infos, wer den Posten des Direktors, des Präsidenten oder eines Sekretärs einer Bahamas-Firma innehat oder -hatte.

In der Liste finden sich zahlreiche bekannte Namen: Die frühere EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, der ehemalige kolumbianische Minenminister Carlos Caballero Argáez, der Ex-Premier Katars, Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani, und der Vize-Präsident Angolas, Manuel Domingos Vicente. Illegal ist das Innehaben eines solchen Posten allein aber nicht.

Wie schon im Fall der Panama Papers stehen die Daten auch der ICIJ zur Verfügung, einem internationalen Verein für investigative Journalisten. Etwa 200 Journalisten aus aller Welt gehören ihm an. Von wem genau die SZ die Daten erhalten hat, ist geheim.

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