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„Udo, Udo, Deine Hose ist offen!“ – eine RTL II-Dokusoap über das Leben in der InTouch-Redaktion

Die InTouch geht weiter in Druck, aber nicht mehr auf Sendung
Die InTouch geht weiter in Druck, aber nicht mehr auf Sendung

Bei Bauer Media hatten sie eine vermeintliche Spitzenidee: Man hat ja hauseigene Klatschblätter und ist an dem TV-Sender RTL II beteiligt. Warum nicht also eine Dokusoap über das total verrückte Leben in der Redaktion von „InTouch“ machen? Das füllt eine Programmstunde pro Woche und gibt Werbung satt fürs eigene Blatt. Im Ergebnis ist es dann schon ein bisschen erschreckend bis irritierend, wie sehr sich Redaktionsmitglieder für eine Trash-Dokusoap eignen.

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Die Besetzung wird gleich zu Beginn vorgestellt: Chefredakteur Tim Affeld, seine Vize-Chefin (wichtigste Aufgabe: affirmatives Nicken), Paparazzo Uwe samt megalustiger Brille und Trottel-Cap, Promi-Reporterin Andrea, die „Twins“ (zwei Reporterinnen, die offenbar stets zusammen auftreten), Chefreporter Bastian, der neben seinem angestrengten Blick immer ein Hoodie trägt und Beauty-Redakteurin Sam, die sich ihre aufgespritzten „Lippen to go“ ganz frisch aus LA mitgebracht hat. Sie alle haben nun zwei Jobs: Redaktionsmitglieder bei InTouch und Darsteller bei einer Trash-Dokusoap. Man hat es heute nicht leicht, im Medienbiz.

So tingeln dann die „Twins“ mit einem Justin-Bieber-Double durch Berlin, „Paparazzo“ Uwe geht auf einer Fashion-Show von Guido Maria Kretschmer Udo Walz („Udo, Udo, deine Hose ist offen!“) und Detlev Buck auf die Nerven, Chefreporter Bastian („Er kennt sie alle.“) filmt Tanja Tischewitsch bei der Schönheits OP und schnappt Sätze auf wie: „Wenn Du in den USA Dein Abi geschafft hast, kriegt Du neue Brüste.“ Und die Promi-Reporterin lässt sich von der grund-unsympathischen Désirée Nick anpflaumen.

Zwischen den Einsätzen lässt sich der staunende Chef in der Redaktion die neusten Irrungen, Wirrungen aus dem Reich der Promis berichten und ist stets aufs Neue erstaunt, wie herrlich verrückt diese Promi-Welt doch ist. Am Schluss wird dann profimäßig entschieden, was „ins Blatt“ kommt. Guido-Show und Nick-Interview – zu lahm. Aber die Tischewitsch mit ihren schockgefrosteten Fettzellen hat Chancen auf den Titel. Mit der endgültigen Entscheidungen will sich der Chef noch Zeit lassen. Spannung pur. Oder, wie man hier in dieser Welt voller Anführungszeichen schreiben muss: „Spannung pur.“

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Zwischendrin gibt es außer der Dauerwerbung fürs Bauer-Blättle InTouch auch noch Werbung für die RTL II „News“, als eine Moderatorin das „Allerneuste“ über eine weitere RTL II Trash-Dokusoap über reiche Russinnen außer Rand und Band der InTouch-Redaktion per Videokonferenz vorstellt. Was man beim RTL II halt so für “News” hält.

So läuft das also ab in deutschen People-Redaktionen: Man sitzt auf weißen Ledermöbeln und lässt sich von „Beauty-Redakteurin Sam“ Trends aus LA referieren: „Krasse Figur, volle Lippen, dicker Hintern, große Brüste. Das ist der Trend.“

Wie sagte Chefredakteur Affeld über die angepriesene Russinnen-Doku: „Für mich sind die drei wie ein Unfall. Man kann nicht aufhören zu gucken.“ So ähnlich ist das auch bei der „InTouch“-Soap. Mit dem Unterschied, dass man hier durchaus aufhören kann zu gucken.

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Alle Kommentare

  1. Und was wäre, wenn man mit Eurer Redaktion mal eine “Doku-Soap” machen würde. Jaja… ihr macht das nicht… bei Euch gehts bestimmt totaaaal intellektuell und wichtig zu. Aber was ist an der Idee, sich mal so zu zeigen schlecht? Es gibt genügend Leser, die sich für Promis interessieren. Umsonst bettelt nicht jeder “Event” um Promis oder überschlägt sich die Werbung mit Promi-Darstellern oder berichtet jedes Blattl, was i Hintertupfing los ist. Bei der Sendung entscheidet am Ende das Publikum, ob es das sehen will oder nicht. Dass Promi-Blätter sich permanent um das Leben dieser Leute dreht, weiß man doch.

  2. Qualitätsjournalisten bei der Arbeit!

    Zit: „Krasse Figur, volle Lippen, dicker Hintern, große Brüste. Das ist der Trend.“

    Da stinkt sowas wie Compact oder die Junge Freiheit natürlich ab….

    Auf RTL2 ist eben Verlaß

    Und morgen bitte et selbe von “praline”, “superillu”, “Mens Health” und irgend nen Hochglanz-Homomagazin bitte.

  3. was ist an der Idee, sich mal so zu zeigen schlecht? Es gibt genügend Leser, die sich für Promis interessieren. Umsonst bettelt nicht jeder „Event“ um Promis oder überschlägt sich die Werbung mit Promi-Darstellern oder berichtet jedes Blattl, was i Hintertupfing los ist. Bei der Sendung entscheidet am Ende das Publikum, ob es das sehen will oder nicht. Dass Promi-Blätter sich permanent um das Leben dieser Leute

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