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“Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückspulen”: So reagiert das Netz auf Merkels Selbstkritik

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Bundeskanzlerin Merkel auf einer Pressekonferenz

Es war der Satz des Tages: "Ich würde die Zeit zurückspulen", erklärte Bundeskanzlerin Merkel auf einer Pressekonferenz nach der Wahlniederlage der CDU bei der Landtagswahl in Berlin. Was nach einem Schuldeingeständnis in der Flüchtlingskrise klingt, dürfte Merkel weniger als Korrektur ihres Kurses, sondern vielmehr als Umgang mit der neuen Situation gemeint haben. Das Social Web schaute überwiegend nicht so weit – Kritiker versuchten reflexartig Kapital aus Merkels Rede zu ziehen. Ein Blick auf einige ausgewählte Twitter-Reaktionen. 


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Nach den desaströsen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ist Bundeskanzlerin Merkel so angeschlagen wie nie. Während die AfD am rechten Rand von der Flüchtlingskrise profitiert, macht die Schwesterpartei CSU in Person von Horst Seehofer seit einem Jahr Stimmung gegen die Kanzlerin, die stets vehement ihren “Wir schaffen das”-Kurs verteidigte.

In Angela Merkels bemerkenswertester Pressekonferenz seit Beginn der Flüchtlingskrise macht die Kanzlerin nun eine vermeintliche 180-Gradwende. Sie erklärte ihren berühmten Satz in der Retrospektive so:

Der Satz “Wir schaffen das” ist Teil meiner politischen Arbeit, er ist Ausdruck von Haltung und Ziel. Viel ist in diesen eigentlich alltagssprachlichen Satz hineininterpretiert, ja sogar hineingeheimnist worden. So viel, dass ich ihn inzwischen eigentlich am liebsten kaum noch wiederholen mag. Ist er doch zu einem schlichten Motto, beinahe einer Leerformel geworden, und die Diskussion um ihn zu einer immer unergiebiger werdenden Endlosschleife. Manch einer fühlt sich zudem von dem Satz provoziert – und so war der kurze Satz natürlich nie gemeint. Ich habe ihn anspornend, dezidiert anerkennend gemeint, denn ich bin zutiefst von der Hilfsbereitschaft und Schaffenskraft der deutschen, aller hier lebenden Menschen überzeugt.”

Merkels Selbstkritik geht weiter:

Das alles sagt sich schnell, es geht aber nicht schnell. Auch weil wir in den vergangenen Jahren weiß Gott nicht alles richtig gemacht haben. Weil wir auch wirklich nicht gerade Weltmeister bei der Integration waren. Weil wir z.B. auch zu lange gewartet haben, bis wir uns der Flüchtlingsfrage wirklich gestellt haben. Wir müssen uns also jetzt gleichsam selbst übertreffen. Auch ich.

Dann fallen die entscheidende Sätze:

Auch ich habe mich lange auf das Dublin-Verfahren verlassen, das uns Deutschen – einfach gesprochen – das Problem abgenommen hat. Und das war nicht gut. Und wenn ich könnte, würde ich die Zeit um viele, viele Jahre zurückspulen, um mich mit der ganzen Bundesregierung und allen Verantwortungsträgern besser auf die Situation vorbereiten zu können, die uns dann im Spätsommer 2015 eher unvorbereitet traf.

Im Klartext: Angela Merkel übt Selbstkritik dafür, sich auf das Dubliner Übereinkommen, das seit 1990 Asylverfahren in der EU regelt, verlassen zu haben – nicht aber für ihre Entscheidung im September 2015, als die Bundesregierung unkontrolliert seine Grenzen für Flüchtlinge aus Budapest öffnete.

In Social Web kam Merkels Rede das jedoch anders an – vor allem politische Gegner versuchten sofort Kapital aus Merkels Eingeständnis zu ziehen:

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Alle Kommentare

  1. Frau Merkel hat es nicht verstanden. Wenn man mit seinem verbündeten Natopartnern radikale Terrororganisationen fördert und/oder untersützt damit diese aktive Staatsstreiche durchführen wie in Syrien braucht Fr. Merkel sich nicht wundern wenn danach der Ball zurückkommt. So hat schon Robin Hood gekämpft wie nun die Syrer. Die kämpfen mit den Mitteln die zur Verfügung stehen. Sie migrieren in die Länder deren Regierungen aktiv am Syrienkrieg beteiligt sind und kämpfen hinter den Fronten. Alles normal im Krieg, Frau Merkel.

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