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Bundeskanzlerin Angela Merkel: “Pressefreiheit braucht den Mut engagierter Reporter”

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlieh den Medienpreis bei der Konferenz M100 in Potsdam
Bundeskanzlerin Angela Merkel verlieh den Medienpreis bei der Konferenz M100 in Potsdam

Rund 70 Chefredakteure aus ganz Europa diskutierten am Donnerstag bei der Medienkonferenz M100 Sanssouci in Potsdam – auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war gekommen, um den dazugehörigen Medienpreis zu verleihen. Dieser ging in diesem Jahr an den italienischen Autoren Roberto Saviano, dessen Mut die Kanzlerin würdigte.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den italienischen Anti-Mafia-Autoren Roberto Saviano als mutigen Kämpfer für die Pressefreiheit gewürdigt. “Wir alle können kaum ermessen, welche Ängste Sie ausstehen, während Sie im Verborgenen leben müssen”, sagte Merkel am Donnerstag in Potsdam in ihrer Rede zur Verleihung des Medienpreises M100 an Saviano. Der Kampf für die Pressefreiheit erfordere den Mut engagierter Reporter. “Und Sie, Herr Saviano, verkörpern diesen Mut”, betonte die Kanzlerin. “Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass ihr Mut eines Tages dazu führen wird, dass die Missstände, die sie beschreiben, beseitigt werden.”

Saviano hatte vor zehn Jahren in seinem inzwischen auch verfilmten Welterfolg “Gomorrha” die Umtriebe der Camorra, der neapolitanischen Form der Mafia beschrieben. Seitdem wird er von der Mafia bedroht und muss unter strengem Personenschutz leben.

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Giovanni Di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, berichtete in seiner Laudatio, dass Saviano in seiner Heimat immer wieder unter Beobachtung leben müsse. “Dass er auch noch von manchen Politikern und Prominenten als politisches Feindbild betrachtet wird, finde ich unerträglich.”

“Die Preisverleihung zeigt, dass sich die Worte nicht einsperren lassen», sagte Saviano in seiner Dankesrede. Journalisten müssten auch dem wieder aufflammenden Nationalismus entgegenwirken, mahnte er. Lobende Worte fand Saviano für die Aufnahme von Hunderttausenden Flüchtlingen in Deutschland: “Das zeigt, dass es nicht nur ein Europa des Geldes, sondern auch ein Europa des Herzens gibt.”

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Alle Kommentare

  1. Mut braucht es auch in Deutschland. Den Mut, sachgerecht und zutreffend den wahren Sachverhalt von bspw. den Ereignissen in Bautzen zu beschreiben. Mut, weil ein Journalist wahrscheinlich seine Stelle aufs Spiele setzt.

  2. Glaubt dieser “Frau” eigentlich noch irgendwer ihr jämmerliches und leeres Geschwätz, das meist soweiso der Feder ihres Redenschreibers entspringt?

  3. Gesinnungsjournalisten können die Handlungsunwilligkeit der Kanzlerin nicht ersetzen. Auch wenn es vielleicht beabsichtigt und von den Pressefreiheit-Kreischern gewünscht ist.

  4. Ist das nun eher lustig oder schon tragisch? Da lauschen gegen immer neue Hiobsbotschaften von allen Glaubwürdigkeits- und Auflagen-Fronten erfolglos ankämpfende “Top-Journalisten” den immer gleichen nichtssagenden Phrasen einer Paradies-Sucherin aus der Ostzone, deren Karriere sich synchron mit der der Chefredakteure neigt. Es werden auch die üblichen “Preise” nach dem Motto “Krieg ich deinen Preis, kriegst du meinen Preis” vergeben und Talkshow-Auftritte ausgekungelt. In den unendlich traurigen Rehaugen des Herrn di Lorenzo flackert müde die Ahnung der Endzeit und die panische Angst vor “Neuland”.

    Eine Journalisten-Horde, die wie eine Sektengemeinde zu ihrem Guru zur derzeitigen Kanzlerin als Heilsbringerin aufschaut und ihren Platitüden und vergifteten Lobhudeleien applaudiert, hat den Beruf verfehlt. Journalisten müssen die konsequenten Quälgeister des jeweiligen Regimes sein; es muss “Krieg” sein zwischen Politik und Medien, Journalisten sind dagegen, immer und überall.

    Wer heute Merkel folgt, geht morgen mit ihr unter – der Platz im Bunker hilft nichts. Da schauen wir einmal, wer von den unterwürfigen Groß-Journalisten beim nächsten Mal noch im Amt ist.

  5. Vielleicht sollte Frau Merkel diese schönen Sätze auch mal Herrn Erdogan sagen. Aber stattdessen darf ja ihre Leipziger Parteigenossin auch noch Can Dündar verunglimpfen.

  6. Bundeskanzlerin Angela Merkel:
    » Der Kampf für die Pressefreiheit erfordere den Mut engagierter Reporter. „Und Sie, Herr Saviano, verkörpern diesen Mut“,«

    In einer Demokratie bedarf es einen Diskurs mit Argumenten, keinen Kampf.

    Bundeskanzlerin Merkel bestätigt erneut, dass das Wesen einer lebendigen freiheitliche Grundordnung nicht verstanden oder gesehen wird.

    Art. 5 Grundgesetz spricht von Meinungs- und Pressefreiheit,

    deren erster Teil große Defizite ausweist, während der zweite Teil de facto weitgehend nicht erbracht wird.

    “Reporter” stehen in Abhängigkeiten großer meinungsmachender Medienunternehmen, denen sie sich zum Teil selbst beugen.

    Weder Medien noch Politk lernen aus Fehlern, was die Initiatoren der
    “Europäischen Menschenrechtskonvention – 47 europäische Staaten
    schon anlässlich der Silvesterübergriffe in Köln und anderen Städten bemängelten.
    FAZ,29.01.2016:

    » Die Wahrheit und sonst nichts –
    Die Parlamentarische Versammlung des Europarats liest der deutschen Politik und den Medien die Leviten. Ihre Entschließung heißt:

    „Der Schutz von Frauen und die ehrliche Darstellung unbequemer Wahrheiten“.

    Das lässt aufhorchen. –
    ….Die Medien seien gehalten, die Fakten objektiv darzustellen und nicht aus etwaiger Rücksichtnahme auf politische Korrektheit
    die Wahrheit zu verschweigen. Alles andere begünstige Verschwörungstheorien und das Misstrauen in Staat und Medien
    und schüre Hass. Zugleich dürften Menschen nicht stigmatisiert werden.«
    http://goo.gl/fgPv8p

  7. Artikelzitat:
    »Giovanni Di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, berichtete
    in seiner Laudatio, dass Saviano in seiner Heimat immer wieder unter Beobachtung leben müsse. „Dass er auch noch von manchen Politikern
    und Prominenten als politisches Feindbild betrachtet wird, finde ich unerträglich.“«

    Ein unglaubwürdiger falsch gewählter Laudator, dem Integrität und Reputation fehlt – keine Aufmerksamkeit verdient.

    Wie kein anderer täuscht er die Öffentlichkeit:

    » Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo übt Medienkritik. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Jahrestreffens von Netzwerk Recherche sagte der Blattmacher und Talkshow-Moderator, er sei überzeugt, dass die einhellige Pro-Flüchtlinge-Stimmung den Medien nachhaltig geschadet habe:

    “Das haben uns die Leute übel genommen.”

    Auch die Zeit habe mit einem Titel im August 2015 einen Fehler gemacht. (meedia,11.07.2016)
    goo.gl/qw5Otf

    Diametral wird gehandelt und damit die Zivilgesellschaft in die Irre geführt, was den medialen und politischen Abwärtssog beschleunigt, was selbst
    FAZ-Kollegen auffiel, 03.09.16:

    » „Wir“ seien „zumindest in der Anfangszeit geradezu beseelt“ gewesen

    „von der historischen Aufgabe, die es nun zu bewältigen galt“,

    schreibt di Lorenzo und nimmt seine eigene Zeitung („wenigstens anfänglich“) nicht aus.

    Wobei man hinter „anfänglich“
    und das „Wir“ wohl Fragezeichen machen darf..«
    goo.gl/BWJttO

    Medien und Politik haben viel Porzellan zerschlagen, siehe auch
    Prof. Dr. Ulrich Teusch =
    » “Medien werden Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen
    … Journalisten arbeiten in Strukturen, die dem wahrhaftigen Journalismus eher abträglich sind.
    Mir geht es um das Mediensystem.
    Allerdings befreit das den einzelnen Kollegen nicht von seiner Verantwortung.«
    siehe Buch »Ulrich Teusch;
    » Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten.«

  8. Ihro Beliebigkeit, Machthaberin Merkel, ist mutig, wenn es nichts kostet. Wo ist denn ihr Mut, dem Despoten am Bosporus beim tête-à-tête und Händchenhalten entschieden entgegenzutreten, bei dessen Versuch die Demokratie und Meinungsfreiheit in der Türkei vollständig zu eliminieren? Sie verdrückt sich immer dann, wenn Widerstand gegen despotische Regierungen gefordert ist. Stattdessen verachtet sie durch Nichtstun und folgenlosem papperlapapp, die tatsächlich ihren Kopf, ihre Arbeitsstelle und ihren guten Ruf als Journalist, Rechtsanwalt usw. riskieren. Sie schmückt sich mit dem Mut derer, die sie hängen lässt, wenn’s drauf ankommt.

    Hat man von Merkel je ein Wort zur Unterdrückung der Opposition in Saudi-Arabien gehört? Warum auch, wenn man Waffen an diese theokratische Diktatur verkaufen kann. Erinnert man sich noch an den saudiarabischen Bloger Raif Badawi, der im Juni 2015 zu 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde, wegen „Beleidigung des Islam“? Dieser Mann war mutig und ist es noch. Merkels feige Indifferenz hingegen kann man nur verachten.

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