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„Qualität unserer Leistungen ist dem WDR nichts mehr wert“: WDRmg-Betriebsrat attackiert Intendant Tom Buhrow

"Durchaus bereit, über mehr Zurückhaltung bei den Gehältern zu sprechen", sagt Tom Buhrow in einem Interview

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat es gerade mal wieder nicht leicht. Während Horst Seehofer die ARD und das ZDF zusammenlegen will, sieht sich der Westdeutsche Rundfunk gezwungen den Gürtel enger zu schnallen und will bei seiner Mediagroup-Tochter bis zu 170 Stellen streichen. Nun wirft der Betriebsrat der Anstalt und ihrem Intendant Tom Buhrow vor dabei das Betriebsverfassungsgesetz missachtet zu haben.

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Am Montag verschickte der WDR eine Presseinformation, in der die Kölner ankündigten, dass sich die WDR Mediagroup künftig auf die Werbezeitvermarktung konzentrieren würde. Es gehe darum, sich „schlankere“ und „effizientere“ Strukturen zu verpassen. Die Folge der Restrukturierung: Von den bisherigen  470 Vollzeitstellen sollen bis zu 170 wegfallen.

Sehr zum Ärger der Arbeitnehmervertreter: So wurden sie nicht im Vorfeld informiert, sondern erfuhren zeitgleich mit dem Versand der Pressemitteilung von den Plänen des Managements. Indem die WDR-Führung den Betriebsrat nicht über die laufenden Verhandlungen informierte und damit eine mögliche Einflussnahme verweigert hat, hätte Intendant Tom Buhrow gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen.

„Wir lassen uns nicht an der Nase rumführen“, ärgert sich Betriebsratmitglied Michael Höch in einer eigenen Pressemitteilung der Arbeitnehmervertreter.

„Es ist sehr bedauerlich, dass weder Tom Buhrow noch ein Mitglied des Aufsichtsrats zu unserer Mitarbeiterversammlung gekommen ist, um wenigstens zu unseren Vorwürfen Stellung zu beziehen“, machte Michael Höch deutlich. „So müssen wir unsere Ansichten nun über andere Wege formulieren. Das ist sehr schade.“

Welche konkreten Schritte der Betriebsrat einleiten will, außer über einen Sozialplan zu verhandeln, verraten die Arbeitnehmervertreter jedoch nicht.

Dafür malen sie ein düsteres Bild, was die Umbaumaßnahmen bei der Mediagroup bedeuten. Offenbar stehen auf der Streichliste der Geschäftsführung Angebote wie das Hörertelefon und viele Aktionen zur Hörerbindung. Dies müsse der WDR nun teuer auf dem freien Markt einkaufen.

„Die Qualität unserer Leistungen ist dem WDR nichts mehr wert. Jetzt werden Alternativen auf dem Billiglohn-Sektor bevorzugt“, beschwert sich der Betriebsratvorsitzende Georg Schrameck. „Denn Fakt ist: Ohne deutliche Qualitätseinbußen kann der WDR seine Entscheidung finanziell nicht rechtfertigen. Die Präsenz des WDR in der Öffentlichkeit, wird sich spürbar reduzieren. Schade, denn der WDR hat die Kultur, auch ohne Sendebeiträge, immer unterstützt. Hier wird es starke Einschnitte geben“.

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