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„Unüberlegt“ und „kurzsichtig“: ZDF-Verwaltungsrat Kurt Beck kritisiert Seehofers Fusions-Pläne für ARD und ZDF

Streit um ARD und ZDF: Kurt Beck kritisiert die Idee des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

Der ZDF-Verwaltungsratsvorsitzende Kurt Beck hat CSU-Chef Horst Seehofer für dessen Vorschlag einer Zusammenlegung von ARD und ZDF gerüffelt. „Ich halte das für eine völlig unüberlegte und kurzsichtige Forderung“, so der frühere SPD-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsident gegenüber Bild. Es sei ein Irrglaube, zu meinen, mit einer Zusammenlegung der Sender ließe sich viel Geld sparen.

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Seehofer hatte der Bild am Sonntag gesagt: „Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte. In einem Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm der CSU heißt es: „Wir streben langfristig die Beseitigung von Doppelstrukturen und die Zusammenlegung von ARD und ZDF unter einem Dach an.“

Beck zu Bild: „Es wäre ein Riesenverlust für die Menschen in Deutschland, wenn ARD und ZDF verschmelzen würden. Gerade in unserer Zeit, in der wir um Demokratie und Vielfalt kämpfen müssen und damit eben auch eine intensive Nachrichten- und Informationsstrecke brauchen, ist das ein absolut kontraproduktiver Vorschlag.“ Vor Beck hatte auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und Chefin der Länder-Rundfunkkommission, Malu Dreyer (SPD), Seehofers Vorschlag abgelehnt.

Auf wenig Begeisterung stößt Seehofers Vorschlag freilich auch bei der produzierenden Zunft. So kritisiert auch die Deutsche Produzentenallianz die Idee aus Bayern. Für sie sind ARD und ZDF die wichtigsten Auftraggeber.

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