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Aus für die goldene Apple Watch: Der Traum vom schnellen Geld im Luxus-Segment ist vorbei

Foto: Beyonce.com
Foto: Beyonce.com Hat die goldene Apple Watch wohl schon länger abgelegt: R&B-Star Beyoncé

Es war die Randnotiz einer enttäuschenden Keynote: Apple bringt die zweite Generation seiner bislang verhalten gestarteten Smartwatch auf den Markt – und kassiert dabei die teuerste Geräteklasse aus echtem Gold. Die absurde Wette, eine Apple Watch für bis zu 20.000 Euro verkaufen zu wollen, die nach ein paar Jahren schon wieder komplett überholt ist, ist nicht aufgegangen. Apple muss sich von seinem Angriff auf das Luxussegment vorerst verabschieden.

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Es schien eine sichere Sache zu sein. Der Premiumanbieter Apple greift mit seiner Apple Watch nach dem hochpreisigen Luxussegment. Der Aufstieg in die Margenklasse von Louis Vuitton, Prada und Gucci schien nur allzu folgerichtig: Seit Jahren sicherte sich der Kultkonzern aus Cupertino den informellen Titel der wertvollsten und begehrtesten Marke der Welt.

Entsprechend clever schien die Strategie von Tim Cook, den iPhone-Boom mit einem Accessoire, das die Zugehörigkeit zur Apple-Welt unmittelbar demonstrierte, buchstäblich zu vergolden. Klar war bei der Vorstellung: Die Apple-Uhr sollte ein Statussymbol wie kein anderes Apple-Produkt zuvor werden.

Wildern in der Modebranche 

Dafür wilderte Tim Cook kräftig in der schillernden Modebranche: Yves Saint Laurent-CEO Paul Deneve wurde ebenso verpflichtet wie TAG Heuer-Manager Patrick Pruniaux. Als vermeintlichen Königstransfer lockte Cook dann die Chefin des britischen Luxuslabels Burberry nach Cupertino  – u.a. für ein höchst generöses Aktienpaket, das inzwischen über 100 Millionen Dollar wert ist.

Dass Angela Ahrendts den Apple Stores nach 15 Jahren neuen Glanz einhauchen sollte war die eine Sache – ihr Glamour als Vorzeigefrau strahlte aber in erster Linie auf die Apple-Uhr ab, deren prominente Platzierung in den Apple Stores die Chefsache der 56-jährigen Amerikanerin wurde.

Aufwendige PR-Offensive für goldene Apple Watch

Eineinhalb Jahre nach dem Launch steht fest: Das eine Vorhaben geriet genauso zum Debakel wie das andere – der Launch der Apple Watch vor eineinhalb Jahren glich einem Chaos, die Verkäufe kollabierten schon wieder nach einem Jahr.

1st apple watch specially made for KarL !! Amazing !!! Thanks #apple !!!!!! @karllagerfeld

Ein von Sebastien Jondeau (@bentoub) gepostetes Foto am

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Vor allem von der goldenen Apple Watch war immer weniger zu hören. Beim Launch im Frühjahr  2015 nahm die bis zu 19.000 Euro teure Luxus-Linie, die als Apple Watch Edition eingeführt wurde, noch eine zentrale Rolle in der Verkaufsstrategie ein. Beyoncé wurde mit einer goldenen Apple Watch ausgestattet, Karl Lagerfeld wurde sein persönliches Exemplar ausgehändigt, während Apples Designchef Jony Ive, der sich so gerne mit Luxusartikeln umgibt, die goldene Uhr bei jedem Auftritt zur Schau trug.

Der schnelle Tod der goldenen Apple-Uhr

18 Monate später ist davon weder noch etwas zu sehen – noch von der goldenen Apple-Uhr etwas zu hören. Das hat seinen Grund: Die goldene Apple Watch ist nämlich seit vergangenem Mittwoch offiziell Geschichte. Still und heimlich hat Apple die Luxusuhr mit 18 Karat-Gehäuse aus seinem Sortiment genommen.

Stattdessen kündigte Apple neue Mittelklasse-Modelle an, während die Apple Watch Edition in der Premiumklasse nun im Keramikgehäuse für 1.499 Euro zu haben ist. Das gegenwärtig teuerste Modell ist eine Apple Watch der zweiten Generation mit Lederarmband von Hermès, die nur 250 Euro mehr kostet.

Neupositionierung als Gesundheitsgadget 

Während Tim Cook über das Ende der goldenen Apple Watch kein Wort verlor, verwendete Apple COO Jeff Williams eine halbe Stunde für die Präsentation der neuen, zweiten Generation der Smartwatch.  „Die Apple Watch Series 2 ist vollgepackt mit unglaublichen Fitness- und Gesundheits-Funktionen, darunter die Einstufung als wasserdicht bis 50 Meter Tiefe zum Schwimmen und mit eingebautem GPS, so dass Nutzer nun auch ohne iPhone laufen gehen können“, positionierte Apples Operativchef den einstigen Luxusartikel als zweckmäßiges Gesundheitsgadget, das offenkundig künftig mit Wearables und Fitnesstrackern konkurrieren soll.

Krönender Höhepunkt: Apple kündigte in Kooperation mit dem Sportartikelriesen Nike ein speziell auf Läufer zugeschnittenes Modell an, die Apple Watch Nike+, die wie die reguläre Apple Watch Series 2 ab Freitag für 419 Euro in den Handel kommt.

So schnell kann es gehen: Schon eineinhalb Jahre nach dem Launch ist die Apple Watch zum Großteil im regulären Smartwatch-Segment angekommen, in dem Apple seine Uhr zumindest werblich zunächst eher nicht  positionieren wollte – der Luxus-Traum ist dagegen ausgeträumt.

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Alle Kommentare

  1. Luxus hat auch verschiedene Levels.
    Es gibt normale Mercedesse, BMWs und Audis und halt darüber noch Super-Duper-Sport-Wagen wie Ferrari oder Lamborghini oder Phaeton und Maybach. Es gibt auch billige Rollce Royce und angeblich sind 70% aller jemals produzierten Rollce Royce immer noch fahr-fähig.
    Es gibt Luxus-Marken-Kleidung aber darüber dann noch individuell handgenäht und darüber noch die Vorzeige-Kleider von den Mode-Schauen (haute Coutoure oder so glaube ich).

    Manchmal gehts ja auch nur um Marketing.

    Welches sind denn die vielen Gesundheits-Funktionen? Seit der Keynote wird das nur zitiert und zitiert und zitiert also copy-pasted abr eine Liste für Rentner und kranke Leute sehe ich bis heute von der Leistungs-Schutz-Presse bis heute immer noch nicht … LISTE LISTE LISTE LISTE …

    Das iPad1 wurde bei iOS zurückgelassen. Das ältere 3gs-iPhone wurde bis iOS-6 hochgezogen. Das weiss die Zielgruppe. Also wartet man auf die iWatch-2 ohne Kinderkrankheiten und evtl mehr Akku-Laufzeit.

    Jim Cramer bei CNBC benutzt seine iWatch-1 gerne und wird dafür wohl nicht bezahlt. Er ist ein echter Macher und hat wohl auch ein Restaurant und ist kein Sudoku-Ausschuss-Schuldenmacher. Oder siehe die tägliche iPad-Benutzung vom Partner von Harald Glöckler.

    Wer keine Argumente hat und sich unterwirft, korrigiert als kostenloser Praktikant die Tippfehler des Diskussions-Gegners.
    Weil man nicht ein einziges Argument gegen die iWatch hat, lenkt man vom Thema ab indem man die vermeintlichen Verkaufs-Zahlen kritisiert. Das man bei neuen Produkten das Marktpotential nicht kennt, sollte normal sein.
    Jeder neue Tesla macht dank Sharing 1-5 normale Autos überflüssig. Die Auto-Zahlen sind also bald also auch sehr viel kleiner und man sollte sich auch als Gewerbe-Betrieb mit billigen Gebraucht-Wagen über Wasser halten, bis der Tesla endlich kommt.
    Die ersten Routenplaner waren krass teuer und nur in Luxus-Super-Autos. Jetzt sind sie in jedem Handy kostenlos dabei.
    Oder der Preis-Verfall bei den Fernsehern bei Größe bzw. HEVC.

    http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/smartwatch-trend-verschlafen-schweizer-uhrenindustrie-unter-druck-ld.106708
    ( man suche ” Uhrenproduzenten ” )
    Wer ist der Macher und wer nur ein Lacher und gehört billig aufgekauft den Chinesen ? Na also.
    Diese Mittelklasse wird von Apple aufgerollt. Lamborghinis sind keine Konkurrenz für Tesla sondern BMW und Daimler. iWatch ist keine Konkurrenz für Patek Philippe u.ä. Wohl aber der Markt von Männern mit Angeber-Uhren und Fälschungen. Diese Märkte werden von iWatch und Tesla3 übernommen.
    Windows-Tabletts waren 2500 Euro teuer und gabs schon seit Jahren. Dann kam das 600(?) Euro iPad-1 von Steve Jobs.

    Das wahre Marktpotential (Nische oder Breiter Markt) erkennt man erst jetzt an der iWatch2. Die Mobilfunk-Anbieter müssten halt Vertrags-Verlängerungen von 6 Monaten für iWatch2, 12 Monate für iPhone7, 18 Monate für iPadPro anbieten. Machen die aber nicht.
    Bei Supermärkten liegen für 20-60 Euro Tracking-Armbänder herum. Auch die glauben an das Potential.

  2. Endlich hat es ein Ende. Vernünftige Uhren dürfen auch ordentliches Geld kosten, halten aber auch ein Leben lang. Apple wollte doch unter seinen wohlhabenden Jüngern nur absahnen. Aber auch die fühlten sich wohl beim Preis für das goldene Ding abgezockt.
    Prada, Gucci und auch Louis Vuitton sind in Bezug auf Uhren aber eher nicht der richtige Vergleich, Herr Jacobsen, nur mal nebenbei…

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