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iCar auf Schlingerfahrt: Apple überdenkt Pläne für selbstfahrendes Auto – und kündigt Mitarbeitern

Seit Jahren wird über Apples iCar-Pläne spekuliert. Im Bild Apple -CEO Tim Cook
Seit Jahren wird über Apples iCar-Pläne spekuliert. Im Bild Apple -CEO Tim Cook Foto: dpa

Nächste Hiobsbotschaft nach einer turbulenten Woche für Apple: Wie die New York Times berichtet, überdenkt der Techpionier seine ambitionierten Pläne für das selbstfahrende Auto und habe im Zuge dessen Dutzenden Mitarbeitern gekündigt. Apple teste in abgeriegelter Umgebung seit einiger Zeit selbstfahrende Autos, mache beim "Project Titan", wie die Arbeitsgruppe des Apple-Autos intern genannt wird, nach Angaben der New York Times zurzeit aber wenig Fortschritte.

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Es war der passende Abschluss einer Woche zum Vergessen: Nachdem Apple an der Wall Street mit der Vorstellung seines neuen iPhones durchgefallen war, übermittelte die New York Times Freitag nach Handelsschluss die nächste Hiobsbotschaft.

Apple hat nicht nur in der Gegenwart Probleme, wieder zum Wachstum zurückzufinden, auch ambitionierte Zukunftsprojekte wie das längst mythisch verklärte Autoprojekt  erscheinen vager denn je.  Wie die New York Times berichtet, haben sich die Probleme beim “Project Titan”, wie die Arbeitsgruppe des Apple-Autos intern genannt wird, weiter verschärft.

NYT: Apple hat “Dutzenden Mitarbeitern” beim selbstfahrenden Auto gekündigt

“Apple überdenkt seine Pläne beim selbstfahrenden Auto”, schlagzeilt die NYT und berichtet  mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen, die nicht genannt werden wollen, direkt über die Konsequenzen.  So habe Apple “Dutzenden Mitarbeitern” in dem Bereich gekündigt. “Die Job-Kürzungen sind das neuste Anzeichen von Problemen bei Apples Projekt”, schreibt die New York Times.

Tatsächlich markiert der  Schritt eine scharfe Kehrtwende von den offensiven Expansionsbestrebungen in die Automobilindustrie, die Apple vor zwei Jahren eingeleitet hatte. Apple soll seine Arbeitsgruppe Titan auf mehr als 1000 Mitarbeiter in kurzer Zeit aufgestockt haben – vielfach aggressive Abwerbungen von Konkurrenten wie Tesla.

Rückschläge beim Apple-Auto häufen sich

“Es ist ein offenes Geheimnis, dass Apple an einem Elektroauto arbeitet”, hatte  Tesla-Chef Elon Musk Anfang des Jahres in einem Interview mit der BBC erklärt. Apples Vorhaben sei “ziemlich schwer zu verbergen, wenn man 1000 Ingenieure anheuert.” Zu Apple würden laut Musk aber nur Mitarbeiter wechseln, die es bei Tesla nicht geschafft hätten – weswegen Apples Titan-Projekt intern scherzhaft den Namen “Tesla-Friedhof” trage.

Bereits zu Jahresbeginn war eine Trendwende bei Apples ambitioniertem Auto-Projekt zu beobachten: Nach exzessiven Verpflichtungen habe Apple dem Projekt einen Einstellungsstopp verpasst. Die Nachricht fiel mit der überraschenden Demission des bisherigen Projektchefs zusammen:  Steve Zadesky, Chef der “Titan”-Unit, die das Elektroauto entwickelt, schied “aus persönlichen Gründen” bei Apple aus.

Apple-Veteran Bob Mansfield soll iCar retten
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Zadeskys Demission wurde als ein herber Rückschlag für Apples mutmaßlich wichtigstes Projekt der kommenden Dekade bewertet, zumal Tim Cook mit Zadesky einen Veteranen verliert, der seit knapp 17 Jahren im Dienst des wertvollsten Konzerns der Welt steht. Es wurde kolportiert, dass Apples Designchef Jony Ive, der die Arbeit am Elektroauto überblickt, “unzufrieden” damit gewesen sei, wie sich das Projekt entwickelt.

Erst ein halbes Jahr später wurde bekannt, dass Apple-Veteran Bob Mansfield die Leitung von Apples geheimer Auto-Unit übernommen habe. Das iCar, das legen die immer höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung (R&D) und die auf mehrere Tausend Mitarbeiter aufgestockte Projektunit “Titan” nahe, ist Tim Cooks große Zukunftswette, die auf Gedeih und Verderb über die Bewertung seiner Ära entscheiden wird, die bislang eher durchwachsen ausfällt.

Apple-Auto wird frühestens 2021 erwartet

Doch das Apple-Auto scheint noch ein halbes Jahrzehnt auf sich warten zu lassen. Nachdem das Wall Street Journal vor einem Jahr noch 2019 als möglichen Startzeitpunkt des Apple-Autos genannt hatte (Bloomberg war ursprünglich vom Jahr 2020 als Launchtermin ausgegangen), berichtete das Premium-Techportal The Information zuletzt nun von einer Verzögerung der Marktreife bis ins Jahr 2021.

Wie das Automobilmagazin Autocar nunmehr aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfahren haben will, wettet Apple bei seinen Auto-Ambitionen in den für den wertvollsten Konzern der Welt üblichen, ganz großen Dimensionen. 500.000 Apple-Autos sollen demnach im ersten Verkaufsjahr 2021 abgesetzt werden, kolportiert das britische Branchenorgan – das wäre das Zehnfache der Absätze, die Tesla 2015 erzielt hat.

Selbstfahrende Autos sollen erst 2026 kommen, aber Apple testet bereits

Wie Autocar berichtet, wird das in fünf Jahren erwartete iCar intern nur als Vorläufer zur eigentlichen Revolution betrachtet: dem selbstfahrenden Apple-Auto, das erst in einem Jahrzehnt erwartet wird – 2026.

Die New York Times berichtet unterdessen, dass Apple seit einiger Zeit “zahlreiche komplett automatische Autos  auf eingeschränkten Routen in abgeriegelter Umgebung” teste. Nach Angaben von Insidern sei die Technologie aber weiter Jahre dahin entfernt, den Massenmarkt zu erreichen.

Der Wettlauf um das selbstfahrende Auto, das im nächsten Jahrzehnt erwartet wird, ist vor Jahren im Silicon Valley ausgebrochen: Erzrivale Alphabet, der nach Apples jüngstem Kurseinbruch wieder kurz vor dem Sprung auf den Börsenthron steht, arbeitet seit 2009 an einem selbstfahrenden Auto. Auch Uber, der chinesische Rivale Didi Chuxing, in den Apple im Mai eine Milliarde  Dollar investiert hat, und Tencent sollen an einem selbstfahrenden Auto arbeiten.

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Alle Kommentare

  1. Vor ein paar Tagen wurden auf meedia.de noch ganz andere News zum iCar verbreitet. Man kann also davon ausgehen, dass nur irgendwelche Quellen weitestgehend unreflektiert weiterverbreitet werden? Oder sollen die Artikel einen gewissen Anspruch haben? Für mich sieht das nach Masse statt Klasse aus.

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