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Sky-Chef Schmidt: “Noch vor zwei Jahren hätte keiner gedacht, dass wir profitabel sein werden”

Sky Deutschland-Chef Carsten Schmidt
Sky Deutschland-Chef Carsten Schmidt

Sky Deutschland will die Abonnentenzahl noch deutlich erhöhen. Das Unternehmen setze dabei auf mehr exklusive Inhalte, größere Vielfalt und noch besseren Kundenservice, sagte Sky-Vorstandschef Carsten Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Thematisch werde sich das Unternehmen, das vor allem mit Abonnentenfernsehen Geld verdient, erheblich breiter aufstellen.

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Erste Schritte in diese Richtung sind etwa die neuen Sender Sky Arts HD und Sky Cinema Family HD. “Fußball bleibt für Sky aber unverzichtbar”, sagt Schmidt. In Deutschland gebe es keine andere Sportart, die sich mit Fußball vergleichen lasse. Auch bei Boxen oder Tennis gebe es im Jahr nur eine Handvoll Gelegenheiten, bei denen ein großes Publikum live im Fernsehen zuschauen wolle. “Fußball hat einen positiven Suchtfaktor und erfindet sich quasi täglich neu”, sagte Schmidt – bleibendes Interesse garantiert. Das Ziel sei aber, dass Sky nicht mehr darauf reduziert werde.

Das Unternehmen wolle deshalb neue Zielgruppen ansprechen, beispielsweise Frauen, und mit seinem Angebot “insgesamt femininer” werden. Auch beim jüngeren Fernsehpublikum sei noch mehr zu holen: “Wir nehmen die Generation Chill in den Fokus”, sagte Schmidt. Derzeit seien die Abonnenten gut 40 Jahre alt, bei den jüngeren gebe es noch Potenzial. Um neue Zielgruppen geht es auch bei Sky Ticket. “Allen, die Sky besonders unabhängig, flexibel und spontan ohne lange Bindung auf ihren Bildschirm holen wollen, bieten wir mit Sky Ticket das perfekte Produkt”, so Schmidt.

Neue Zielgruppen will das Unternehmen nicht zuletzt mit TV-Eigenproduktionen erreichen und setzt dabei auf Tempo. Die beiden ersten Serien sind bekannt: Beim Dreh von “Babylon Berlin” ist bereits Halbzeit, “Das Boot” hat bereits abgelegt. Für das Projekt, den Kinoerfolg auf der Romanvorlage von Lothar-Günter Buchheim fortzuschreiben, gebe es aber noch keine Besetzungsliste, sagte Schmidt. Das Filmende, bei dem das U-Boot im Hafen von La Rochelle bei einem Bombenangriff untergeht und der Kommandant ihm schwerverletzt beim Sinken zusieht, sei aber eine Steilvorlage, die Geschichte weiterzuerzählen.

Auch die nächsten Serienprojekte hat Sky schon ins Visier genommen. Welche Produktion zuerst gedreht wird, soll noch in diesem Jahr bekanntgegeben werden. “Es bleibt bei dem Plan, in vier Jahren acht Serien zu drehen”, sagte Schmidt. Vorschläge zu neuen Projekten erhält Sky inzwischen regelmäßig. “Es melden sich jeden Tag Produzenten bei uns.”

Auch wirtschaftlich hat sich Sky einiges vorgenommen. “Noch vor fünf oder sogar vor zwei Jahren hätte keiner gedacht, dass wir bald profitabel sein werden”, sagte Schmidt. Sein Ziel sei, die Zeiten des “chronisch defizitären Senders” endgültig in Vergessenheit geraten zu lassen. Sky Deutschland will in doppelter Hinsicht wachsen, sowohl bei der Zahl der Abonnenten als auch beim Umsatz pro Kunde.

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Bei der Abonnentenzahl, die derzeit bei rund 4,7 Millionen liege, sieht Schmidt noch viel Luft nach oben. Auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern liege Deutschland beim Bezahlfernsehen spürbar zurück. Der Markt sei längst noch nicht ausgeschöpft, im Gegenteil, bei rund 40 Millionen Haushalten gehe er von einem weiteren deutlichen Wachstum aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Sky bundesweit um annähernd 350 000 Abonnenten zugelegt. Diese Größenordnung bleibe auch für die nähere Zukunft realistisch. Die 5-Millionen-Marke wäre damit schon im kommenden Jahr erreicht.

Andererseits rechnet Schmidt damit, dass auch der Umsatz pro Kunde von derzeit 35 Euro weiter wächst. Dass SkyWachstum braucht, ergibt sich schon aus den steigenden Ausgaben: Allein für die Bundesliga-Rechte zahlt das Unternehmen künftig im Durchschnitt 876 Millionen Euro pro Saison, fast doppelt so viel wie bisher.

Dass die Bundesliga irgendwann unbezahlbar werde, weil die Kosten nicht mehr reinkommen, hält Schmidt aber für unwahrscheinlich. “Solche Warnungen haben wir vor vier Jahren auch schon gehört, als wir noch durchschnittlich 486 Millionen im Jahr bezahlen mussten”, so der Sky-Vorstandschef. “Unser Geschäftsmodell ist auf Wachstum ausgerichtet und wohl durchdacht”, so Schmidt. Sorgen in dieser Hinsicht mache er sich deshalb auch für die Zukunft nicht.

ah/DP/stb

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Alle Kommentare

  1. Hihi, “femininer”, “chilliger”: Für Weibliche mit Family gibt es nichts Besseres als Amazon Prime auf Amazons “Fuhrpark”, sorry.

    Außerdem reduziert sich deren Marke nicht auf Schilder über obskuren Kneipen, vor denen qualmende, merkwürdige Männer stehen.
    Yikes. (No offense meant)

    Trotzdem natürlich viel Erfolg 🙂

  2. Also, ich kann es tatsächlich auch jetzt noch nicht glauben, dass Sky wirklich Gewinne macht.
    Es gibt doch in Deutschland geradezu unglaubliche Mengen von frei sehbaren Sendern und mir ist es schlicht egal ob ich einen neuen Film jetzt gleich oder in 1-3 Monaten anschauen kann.
    Mein Fernseher kann aufnehmen und so habe ich auch eine Art von Video on demand ohne jeden Monat zusätzlich 35,-€ zu zahlen. Für die über 400,-€ im Jahr mache ich doch z.B. lieber besseren Urlaub.
    OK, ich bin kein Hard Core Fussball Fan und muss die Bundesliga permanent auf dem eigenen Sofa sehen … kann ich doch in jeder Kneipe um die Ecke schauen.
    Verstehe echt nicht warum die Menschen für Sky Fernsehen soviel Geld verbrennen.

  3. Die Sorgen, das der Bundesligafußball unbezahlbar wird, sollte sich sky aber machen.
    Die Kosten haben sich auf Europa ausgedehnt, mittlerweile verdreifacht, Preise von über 100 € im Monat für sky sind m.E. nach in Deutschland nicht durchzusetzen, sollte sich der Preis in diese Richtung entwickeln, werden wir sky kündigen.
    Der zweite Grund ist die Langeweile über die Frage: Wer wird Meister?
    Der Meister steht jetzt schon fest und im November wird auch der letzte Zuschauer das begriffen haben, wenn Bayern nach 10 Spielen 30 Punkte und 50:2 Tore aufweist.
    Niemand soll jetzt kommen und sagen, das die Plätze 2-18 doch auch schön spannend sind, beste Beispiel ist die Formel 1, interessiert die in Deutschland eigentlich überhaupt noch jemand?
    Ist doch toll, wenn die in Aserbeidschan durch leere Straßen fahren, um einige Oligarchen zu erfreuen.
    in diesem Sinne

  4. Die Abstiegsplätze sind sehr interessant und die Plätze 2-4(?) wegen Champions-League und Euroleague auch für die entsprechenden Fans.
    Und für normale Fans halt auch wie man gegen die Nachbar-Vereine oder große Gegner oder die (bei vielen verhassten) Kommerz-Vereine spielt.
    Keiner wird gehindert, besser als Bayern München zu sein. Nur Ehre, Fleiss und Leistung zählen… Chinesen kaufen ohne Krieg eine Wirtschaft und gigantische Land-Flächen nach der anderen auf. Oder Lakshmi(?) Mittal damals die ganzen Stahl-Werke. Deutschland wird abverkauft. Danke Leistungs-Presse.
    Und gegen alle anderen Vereine kann man ja gewinnen. Es gibt keinen Grund, herumzujammern. Best of und Kuratierung anhand der Zuschauer-klicks in der Abspiel_Software wird aber immer wichtiger, weil man sich dann die Best-of-Szenen jedes Spieles gezielt vorführen lassen muss als 90 Minuten gelangweilt zu schauen um 2-5 interessante Szenen zu sehen. Das gabs halt früher so nicht. Einfach nur Linear abspielen und sich sonst keine Arbeit machen gilt nicht mehr. Die sogenannten Box-Sets gibts vermutlich auch nur wegen NetFlix und AmazonPrimeVideo.

    Vermutlich ist Sky auch Quengelware und die Kinder nerven bis man es hat und dann kann man sich für was besseres halten.

    Sky ist auch ein klarer Indikator für die Einkommen eines Landes. Interessant wären die Kundenflüsse schon. Im Gegensatz zu den quartals-weise gemeldeten iPhone-Verkäufen hat man hier allerdings den Effekt der 2-Jahres-Verträge.

    Besonders nervt mich die Werbung wo man nie genau weiss, was man wofür kriegt. Als ob es für reiche Leute ist und Normalos gar nicht mitmachen sollen.
    Sky To go, Sky Online, und noch 1-3 weitere Begriffe … ? Da blickt doch keiner durch was schon dabei ist und was man extra dazu kaufen oder einzeln kaufen kann und was wo wie mit dabei ist. Die meisten denken bei den Box-Sets vermutlich an DVD-Boxen per Post. Das es vermutlich der jederzeitige prime-netflix-mäßige Abruf alter Serien-Staffeln an der Skybox (oder vielleicht sogar mit Android oder iOS aber wer weiss das schon ?) ist, erkennen halt die meisten vermutlich nicht. Bei Auto-Werbung wird hingegen sogar der Preis und monatliche Leasing-Rate genannt ! Da weiss man viel besser was man kriegt.

    Das man im Supermarkt ohne Kreditkarten-Hinterlegung wie für Handy oder Amazon, Itunes usw, Prepaid-Karten kaufen kann (bei Penny hier zumindest) und dann mit 4 Mann Netflix machen kann (Readly erlaubt 5 Geräte oder Personen und auch andere Dienste haben Familien-Zugriff auf Content) bis man alles gesehen hat oder der Monat vorbei ist, wissen halt zu viele – dank deutscher Leistungs-Presse – nicht. Man kann für 10,12,14 Euro oder so PAL, FullHD oder UHD/4k mit 1 Person, 2 Personen, 4 Personen gucken je nachdem was man kauft/bucht. Vom Single bis zur Wohngemeinschaft wird man gut bedient und kauft so lange, bis man satt ist oder immer dann, wenn die neuen Serien-Staffeln herauskommen. Selbst wenn man Prime hat könnte man Prepaid-Netflix 1-2 mal pro Jahr einen Monat lang machen ohne zwei-jährige Verträge. Nicht mal die Kreditkarte oder Konto-Lastschrift braucht also vermutlich das somit wohl überlegene Netflix.

    Ohne Netflix gäbe es keine Monats-Verträge und die kleinen Sky-Pakete von neulich welche in den USA schon lange diskutiert und vom kleinen US-Kabel-Kunden sehnlichst erwartet werden.
    Netflix ist der Macher in der Branche. Die Regierung nicht.

    Leider kriegt die Presse zu wenig mit und berichtet entsprechend ungeeignet fürs kleine und – dank Staatsschuldenmacherei – jährlich ärmere Volk welches bald noch den Klima-Wandel und die Job-Vernichtung durch die Tesla3 bezahlen soll während die Boni-Manager in Geld schwimmen und der Kleinaktionär die Kartell-Strafen oder Abgas-Strafen bezahlen muss und nicht die versteuerten Bonis… Da bleibt nur noch Protest-Wahl.

    Die haben wohl alle Vollkasko-iPhones und gucken gerne Presse-Rabatte wenn man mit der Arbeit des copy-pastens von Agenturen und PR-Meldungen fertig ist…
    http://t3n.de/news/kleiner-entwickler-app-store-spitze-727119/
    ( ” meisten Medien ” suchen und den Abschnitt darunter mit den iPhones)

    Davon abgesehen wird ja jetzt die Gewinne der Apple-Stores diskutiert. Wie ich schon vor Jahren schrieb: Murdoch kann im Sky-Netzwerk der vielen Firmen und Dienstleister (ähnlich wie Apple) allein durch Lizenzen und Gebühren die Gewinne und Gelder so fliessen lassen, wie es ihm am besten passt.
    Ein Preisvergleich durch die Finanzminister und Bilanz-Behörden findet ja vermutlich leider nicht statt…

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