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Topf, die Quote gilt: Tim Mälzer und Steffen Henssler im MEEDIA-Duell

Steffen Henssler (l.) oder Tim Mälzer – welcher TV-Koch hat mehr auf der Pfanne?
Steffen Henssler (l.) oder Tim Mälzer – welcher TV-Koch hat mehr auf der Pfanne?

Tim Mälzer und Steffen Henssler gehören zu Deutschlands beliebtesten TV-Köchen. Was ist ihr Erfolgsrezept? Wer hat mehr auf der Pfanne? Und welcher Herd-Held bringt auch die Quoten zum Kochen? Mit "Die Karawane der Köche" (Mälzer) und "Grill den Henssler" (Henssler) wollen es die Kochshow-Koryphäen im TV wieder wissen. MEEDIA macht den Check.

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Es gibt ein Gericht, auf das sich der Erfolg von TV-Köchen wie Tim Mälzer und Steffen Henssler zurückführen lässt: den Hawaii Toast. Warum? Er wurde von Schauspieler Clemens Wilmenrod erfunden – dem ersten deutschen Fernsehkoch. Am 20. Februar 1953 hieß es erstmals “Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch”, eine schlanke Sendung von fünfzehn Minuten im NWDR, die jedoch mehreren Generationen von TV-Köchen den Weg ebnen sollte.

Und genau das ist das Problem. Von “Lafer! Lichter! Lecker!” über “Küchenschlacht” bis zu “Rach, der Restauranttester” – das Menü an Kochsendungen erscheint endlos. Genre satt! Tim Mälzer und Steffen Henssler haben das Genre mit erfrischender (weil: einfacher) Küche für jedermann entrümpelt: Ihr hemdsärmeliger bis hitziger Stil lässt andere TV-Köche auf Sparflamme kochen – und die Zuschauer danken es ihnen mit grandiosen Quoten. Nun melden sich die Herd-Helden mit (halb-)neuen Formaten zurück. MEEDIA schickt die TV-Köche ins Duell.

Die Duellanten

Tim Mälzer wird am 22. Januar 1971 in Elmshorn (Schleswig-Holstein) geboren. Sein Vater war Kaufmann. Nach dem Abitur leistet er seinen Zivildienst im Kreiskrankenhaus von Pinneberg, absolviert anschließend (1992 – 1995) eine Kochlehre im Hamburger Hotel “InterContinental”. Anschließend ist er als Koch in London tätig, etwa im “Neal Street Restaurant” – wo zur gleichen Zeit der (damals noch unbekannte) Koch Jamie Oliver arbeitet. Seit 1997 kocht er wieder in Deutschland, ist Partner zahlreicher Restaurants und eröffnet am 1. Juni 2009 in Hamburg die “Bullerei”, am 10. Dezember 2012 und am 15. Juni 2015 in Düsseldorf das “Hausmann’s”.

Steffen Henssler wird am 27. September 1972 in Neuenburg (Baden-Württemberg) geboren, wuchs aber wie Mälzer in der Nähe von Pinneberg (Hamburg) auf – wo sein Vater als Gastronom tätig war. Henssler absolviert eine Kochlehre im mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant “Andresens Gasthof” in Bargum. Im Urlaub entdeckt Henssler seine Liebe für Sushi, investiert einen Lotto-Gewinn von 44.000 Mark in die Ausbildung an einer Sushi-Akademie in Los Angeles. Er macht als erster Deutscher den Abschluss als “Professional Sushi Chef” mit Bestnote. Im Jahr 2001 eröffnet er mit seinem Vater das Restaurant “Henssler & Henssler” in Hamburg, Anfang 2009 das Sushi-Restaurant “ONO by Steffen Henssler” und September 2005 die Kochschule “Hensslers Küche”.

Unter’m Strich: Mälzer ist völlig organisch in den Kochberuf gestartet, während Henssler das Handwerk in die Wiege gelegt wurde. Vorteil: beide.

Die Koch-Shows

Tim Mälzer präsentiert 2003 (bis 2007) erstmals die Koch-Show “Schmeckt nicht, gibt’s nicht” (Vox), wo er hemdsärmelig Highclass-Küche und Hausmannskost vereint – dafür wird er 2004 und 2007 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Später wechselt er ins Vox-Abendprogramm mit “Born to Cook” (bis 2007), in der zwei Kandidatengruppen um die Wette kochen. Aus der Show gehen seine zwei (gleichnamigen) Kochbücher hervor. Nach zahlreichen Gastauftritten und einer Pause bedingt durch einen Burnout ist Mälzer in “Tim Mälzer kocht!” (2009 bis 2014) im Ersten zu sehen, wird Juror der Casting-Kochshow “The Taste” (2013 bis 2015 bei Sat.1) und hat im Februar dieses Jahr mit dem kulinarischen Roadtrip “Kitchen Impossible” bei Vox ein neues Format gestartet. Seit gestern tourt er mit “Die Karawane der Köche” (s. unten) für Sat.1 durch Deutschland.

Steffen Henssler kocht erstmals 2004 im NDR vor laufender Kamera, allerdings als Gast-Koch. Ab 2006 produzierte der NDR zwei Staffeln von “Hensslers Küche”, in der er einen wilden Rezepte-Mix aus japanischer und kalifornischer Küche präsentiert. Als Mälzer seinen Sendeplatz mit “Schmeckt nicht, gibt’s nicht” räumt, holt sich Vox Henssler mit “Ganz & Gar Henssler” ins Boot – übrigens auf Empfehlung von Mälzer. Auch er absolviert daraufhin zahlreiche Gastauftritte (vor allem im ZDF) und landet schließlich mit der Kochshow “Topfgeldjäger” (2010 bis 2014) bei den Öffentlich-Rechtlichen, 2014 mit “Der Restaurranttester” und “Henssler Hinter Gittern” bei RTL. Seit September 2013 präsentiert er die Kochshow “Grill den Henssler” (Vox), in der ihn prominente Hobby-Köche zum Duell herausfordern.

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Unter’m Strich: Henssler hat auf vielen Kanälen gekocht, während sich Mälzer eher bei Vox zu Hause fühlt. Nachteil Mälzer? Jein: Während Henssler lieber im Studio um die Wette kocht, zieht es Mälzer auf die Straße. Unkonventionell – und unbedingt sehenswert.

Die neuen Formate

Tim Mälzer wird sich auch 2017 mit “Kitchen Impossible” (Vox) wieder um die Welt kochen. Seit gestern tourt der TV-Koch mit seinem neuen Format “Die Karawane der Köche” (Sat.1) durch Deutschland. Das Konzept: Mälzer sucht gemeinsam mit Sternekoch Roland Trettl (beide kochten bereits in “Kitchen Impossible” gegeneinander) das beste Foodtruck-Konzept. Sieben Teams mit je einem Foodtruck kochen sich quer durch Deutschland – wer überzeugt, darf die mobile Küche im Wert von 140.000 Euro behalten.

Steffen Henssler meldet sich kommenden Sonntag, 11. September, mit “Grill den Henssler” (Vox) zurück. Obendrein mit neuen Juroren (Bloggerin Hannah Schmitz und Star-Sommelier Gerhard Retter) und neuen Regeln – die Koch-Coaches der Promi-Teams dürfen nun auch während der Zubereitungszeit ihren Schützlingen zur Hand gehen. Außerdem wird es statt eines vorgegeben Warenkorbs nun ein großes Warenregal geben, das keine Wünsche offen lässt.

Unter’m Strich: Das Konzept von “Die Karawane der Köche” erinnert an “Germany’s Next Topmodel”, nur eben für Köche – mit einem bestens aufgelegten Duo à la Joko & Klaas. Großartige und innovative TV-Unterhaltung, auch wenn der Foodtruck-Trend eigentlich ein alter Hut ist. Während der Rebrush von “Grill den Henssler” den Anschein macht, dass das (halb-)neue Format etwas an Drive verliert. Denn den Henssler grillen ohne Lieblings-Juror Rainer Calmund? Klingt nach lauem Süppchen statt kulinarischem Höhenflug. Klarer Vorteil: Mälzer!

Die Quoten

Tim Mälzer und die Quote sind so eine Sache. Konnte er mit dem “Lebensmittel-Check” (ARD) auf Anhieb knapp 3,5 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme locken, musste sich sein Erfolgsformat “Kitchen Impossible” (Vox, 2,3 Millionen Gesamtzuschauer Spitzenwert) erst einmal etablieren – die Pilotfolge interessierte damals nur 1,1 Millionen Zuschauer insgesamt. Der “Karawane der Köche” (Sat.1) blüht vielleicht das selbe Schicksal: Die Auftaktfolge legte einen miserablen Start mit eher mageren 1,3 Millionen Gesamtzuschauern hin.

Steffen Henssler ist mit “Grill den Henssler” mittlerweile ein echter Quotenbringer bei Vox – die Sendung vom 17. Juli hat gar den Allzeitrekord von 2,47 Millionen Gesamtzuschauern aufgestellt. Aber als RTL-“Restauranttester” hat er sich eher im Sender-Mittelfeld bewegt und schon einmal 650.000 Zuschauer auf einen Schlag verloren.

Unter’m Strich: Bei den Quoten stehen sich die beiden TV-Köche eigentlich in nichts nach. Allerdings hält Henssler eher an altbewährten Formaten fest – indem er etwa die Nachfolge von Rach als Restauranttester angetreten ist – prescht Mälzer eher mit neuen Formaten vor. Und fährt trotzdem solide Quoten ein.

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Alle Kommentare

  1. Koch, Shows, Sendungen oder wie auch immer sie genannt werden. Nein Danke, ich bin schon Satt. Bitte keine seichte Unterhaltung in diese Richtung mehr.
    Es ist genug.

  2. Zwei Egomanen, die viel zu oft ihre Meinung zum Metier und zum Kochen, ohne dass es einen gedanklichen Kick erzeugt, heraus posaunen. Vorsicht: Die Sache – als Duell gegeneinander aufgebauscht – ist für TV-Kunden, die dem deutschen Mainstream längst entkommen sind, alles andere als interessant – im Gegenteil.

    Einer von beiden ist der selbst ernannte Größte – dem anderen dagegen gebricht es mitunter an Benehmen und Grundhöflichkeit.

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