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„Bedauerlich, dass sich Frau Müller-Reinhardt erst fast zehn Jahre später meldet“: BR reagiert auf Mobbing-Vorwürfe

Dieses MEEDIA-Interview sorgt für Aufsehen. Im Gespräch mit Christopher Lesko erzählte Isabella Müller-Reinhardt, wie sie in ihrer Zeit als Moderatorin der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ gemobbt wurde („Der schlimmste Fehler meines Lebens“). In einer ersten Reaktion schaltet der Bayerische Rundfunk in den Defensiv-Modus. So erklärte Sportchef Klaus Kastan in der Bild München, dass er die Vorwürfe nicht nachvollziehen könne.

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In dem Interview erzählte sie aus ihrer Zeit beim regionalen Sportmagazin. „Man holte mich, um den ‚Blickpunkt Sport‘ zu verändern. Letztlich wollte man nur, dass ich mich so verändere, dass ich zum Format passe.“

Weiter sagt Müller-Reinhardt:

Sie wollten Junges, Freches und Frisches. Beim BR galt man noch mit 40 als jung und frisch. Diese Idee stieß im Haus besonders bei einer Person auf massiven Widerstand. Ich wurde erstmalig in meinem Leben derart gemobbt, dass ich an psychische Grenzen stieß. Ich wurde in Redaktionskonferenzen mit 30, 40 Redakteuren verbal niedergemacht: Ich musste mir anhören, ohne Trachtenjacke, in Jeans und Top zu moderieren schaute ich aus „wie eine Nutte, die aus einem Bordell kommt“, ich zöge „das Baby ‚Blickpunkt Sport‘ in den Dreck“, mein Hochdeutsch sei schlimm.

Die Bild konfrontierte daraufhin den Sportchef des öffentlich-rechtlichen Senders mit den Aussagen. Seine Antwort: „Dass sich Frau Müller-Reinhardt erst jetzt, fast zehn Jahre später mit diesen Vorwürfen meldet, ist bedauerlich und macht es schwierig für uns nachzuvollziehen, ob tatsächlich jemand gemobbt wurde und wenn ja von wem“. Weiter sagte er, dass er die Kritik nicht mehr nachvollziehen könne. „Wenn Frau Müller-Reinhardt sich damals schlecht und ungerecht behandelt gefühlt hat, bedauern wir dies. Wäre sie heute Mitarbeiterin beim ‚Blickpunkt‘, käme sie sicherlich zu einer anderen Einschätzung.“

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