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Generalangriff am Markt der Fahrradmagazine: Bike Bild startet das Jedermann-Rennen

Print-Newcomer Bike Bild, Chefredakteur Christian Steiger: “erster Generalist unter den Fahrradmagazinen”
Print-Newcomer Bike Bild, Chefredakteur Christian Steiger: "erster Generalist unter den Fahrradmagazinen"

Bild ist mit dem Radl da – seit heute liegt das neueste Magazin von Axel Springer am Kiosk: Bike Bild. Die Truppe der Auto- und Computer-Tester um den Hamburger Verlagsgeschäftsführer Hans H. Hamer hat das Zweirad als neues Print-Wachstumsfeld entdeckt und startet selbstbewusst mit einer Druckauflage von 200.000 Exemplaren. Der Newcomer soll sich als "erster Generalist" im Segment etablieren.

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“Der Fahrradbestand in Deutschland ist so hoch wie nie zuvor: Rund 72 Millionen Stahl-Renner, Hollandräder und City Cruiser sind auf den Straßen der Bundesrepublik unterwegs”, heißt es in der Verlagsmitteilung zum Launch des neuen Heftes mit dem Untertitel: “Faszination Fahrrad”. Und weiter: “Das neue Magazin entspricht diesem Zeitgeist.” Chefredakteur Christian Steiger erklärt das Heftkonzept so: „Mit Bike Bild bringen wir das erste Heft auf den Markt, das sich an Radfahrer aller Modelle gleichermaßen richtet – mit einem klaren Fokus auf das Trendthema E-Bike.“

Das ist konsequent, denn die Pedelecs – Fahrrader mit elektronischem Hilfsantrieb – boomen und sind seit Jahren Umsatztreiber der Hersteller. Modelle der Frühzeit, die einst von Fahrradenthusiasten als Rentnergefährt oder Gerät für Schwächlinge belächelt wurden, sind trendigen E-Bikes in allen Varianten gewichen, vom City-Einkaufsrad bis zum Hightech-Mountainbike. Diese sind zwar auch Thema in einschlägigen Fachzeitschriften wie etwa Roadbike oder Mountainbike von der Stuttgarter Motorpresse – einen “Vollsortimenter” unter den Magazinen gibt es allerdings nicht.

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Axel Springer sieht hier eine Marktlücke und ist erkennbar bemüht, vor allem Einsteiger in die Welt der chromblitzenden Zweiräder als Käufer zu gewinnen. In der Erstausgabe erwartet die Leser ein breiter Themenmix: Vergleichstests, sowohl von Rädern mittlerer Preisklasse als auch von High-End-Bikes, Fahrradgeschichten aus der Großstadt und der einsamen Natur. Chefredakteur Christian Steiger sagt: „Ob Normalo-Radfahrer oder Bike-Enthusiast, Stadtpflanze oder Naturbursche, kleiner oder großer Geldbeutel: Für jeden Fahrrad-Fan ist etwas dabei. Das unterscheidet Bike Bild ganz klar von den Wettbewerbern.“

Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. Denn dafür müsste das Magazin mehr sein als eine gedruckte Kaufberatung und eben jenen Zeitgeist vermitteln, den der Verlag in seinem Beipackzettel zum Start beschwört. Lifestyle gehört nicht gerade zu den ersten Tugenden, die man der roten Magazingruppe von Bild attestieren würde. Andererseits ist es der Mannschaft von Hans Hamer gelungen, mit Auto Bild Reisemobil ein Magazin zu einem Trendthema dauerhaft am Markt zu platzieren. Die Bike Bild will dies ebenso schaffen, hat aber das Handicap, dass Fahrräder vergleichsweise günstige Anschaffungen sind, die für die angepeilte breite Zielgruppe vielleicht nicht unbedingt den wiederholten Griff zu einem Magazin lohnen. 72 Millionen Fahrräder in Deutschland sind gewiss eine beeindruckende Zahl; aber es gibt sicher auch mehr als 100 Millionen Telefone, ohne dass es dazu eine eigene Zeitschrift braucht.

Bild Bike will als Jedermann-Magazin überzeugen, und die Redaktion folgt der Devise, die andere Titel in der Gruppe groß und erfolgreich gemacht hat. Die Erstausgabe ist eine volle Service-Packung, sortiert auf fünf Rubriken (aufsteigen, angucken, ausprobieren, abchecken, abfahren), deren Namen nett klingen, sich aber zum Teil wenig von einander differenzieren. Rund ein Dutzend Tests und Fahrberichte schaffen Nutzwert, auch Geschichten mit Promis (Mode mit Nachrichtensprecher Marc Bator und Olympiasiegerin Kati Wilhelm, Mountainbike-Tour mit Opel-Chef Karl-Thomas Neumann) sind im Angebot – die erste Bike Bild ist das Ergebnis einer Fleißarbeit, die jedes Leserinteresse bedienen will. Weniger Geschichten, dafür längere, wäre vielleicht eine lohnende Option gewesen – aber das ist eben nicht die Strickart der Magazinmacher in der ehemaligen Springer-Zentrale an der Kaiser-Wilhelm-Straße.

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Doch auch in der vorliegenden Form dürfte Bike Bild am Lesermarkt Potenzial haben, vor allem bei bislang fachlich eher unbedarften Kaufinteressierten, die vor der Entscheidung für eine Neuanschaffung stehen und dabei nicht nur ihre persönlichen Wünsche, sondern auch die Bedürfnisse ihrer Kinder oder Partner im Blick haben und über einige etwas peinliche Stories (“Besserer Sex durch Radfahren!”) großzügig hinwegsehen. Als nicht gerade verkaufsfördernd könnte sich auch der wenig gekonnt auf Lifestyle getrimmte Titel erweisen – das Cover fällt gegenüber den Inhalten deutlich ab.

Verlagsgeschäftsführer Hans H. Hamer ist dennoch optimistisch: „Bike Bild ist die konsequente Erweiterung unseres Markenportfolios im wachsenden Segment der Fahrradzeitschriften und setzt unsere Kernkompetenzen im Bereich Test, Sport, Mobilität und Technik ideal um. Wir sehen große Chancen in diesem Test.“

(ga)

 

Für 2017 sind bis zu vier Ausgaben von Bike Bild geplant. Der Copypreis beträgt 3,50 Euro.

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Alle Kommentare

  1. E-Bikes kosten überwiegend ab 999 Euro. Das ist also durchaus profitabel wenn Amazons Top20-Bestseller für Handies bei 800(?) Euro für das Samsung7 preislich oben endet und viele 99-Euro-Handies beinhaltet.

    Ich hätte eher 3 mal pro Jahr ein rollierendes Test-Heft gebracht wo man alle Angebote und frische Tests findet. Man sieht ja bei Amazon was die BESTSELLER bei Luftpumpen, Fahrrädern und natürlich Anhängern und Taschen und Handy-Halterungen und Body-Tracker-Messung sind damit z.b. der Puls nicht zu hoch geht. Und Kleidung nicht vergessen.
    Freizeitbiking (1km herumfahren und den Rest vom Nachmittag in der Eisdiele sitzen) ist was anderes als täglich einkaufen wie es Rentner mit E-Bikes immer häufiger machen. Jeder Supermarkt-Fahrrad-Abstellplatz beweist, das E-Bikes schon 10% sind. Und die haben keine Zilliarden an Subventionen bekommen und sind OHNE Staat so groß geworden. Was sagt Gabriel dazu ?

    Die Akkus sind sehr teuer. Die Nachkauf-Preise von Beamer/Projektoren-Lampen sind extrem teuer obwohl oft ganz normale Philips oder Osram-“Glühbirnen” drin sind. Faire Bezugsquellen waren immer heisse Tipps so wie die Presse gerne Presserabatte am Tablett in der Bahn durchblättert.
    Da wären also kompatible EBike-Volks-Akkus u.ä. ein dickes Geschäft. Wenn der Antrieb z.b. von Bosch oder Sanyo ist, kann man die und Ökotest und natürlich den TÜV ja zertifizieren lassen, das der Volks-EBike-Akku taugt und den teuren Ersatz-Preisen den Kampf ansagen und gut Geld verdienen anstatt der Presse zu erlauben, die (oft wohl noch viel zu) großen Ersatz-Preis-Margen zu ignorieren und auf faire Preise zu drücken.

  2. Hallo Frau Fels, auf Seite 14 im Bike Bild ist ein Leistungsmesser abgebidet. Können Sie mir mitteilen, wo man den beziehen kann.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Klehr

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