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Vice-Chef Shane Smith: Die Medienbranche steht vor einer blutigen Übernahmewelle

Spricht Klartext: Vice-CEO Shane Smith DPA

Markige Worte vom Lautsprecher: Vice Media-Chef Shane Smith sagt eine dramatische Konsolidierungswelle in der Medienbranche voraus. „Da läuft eine Revolution in der Medienindustrie. Sie ist furchterregend, sie ist schnell und sie wird hässlich enden“, erklärte der kanadische Milliardär gestern in einer Rede auf dem internationalen TV-Festival in Edinburgh. Die Zahl der Fusionen und Übernahmen werde deutlich steigen, weil Mediengiganten nach neuen Wachstumsmöglichkeiten suchen, während jüngeren Internet-Unternehmen das Geld ausgehen könnte.

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Shane Smith ist immer für eine Schlagzeile gut: Mal gelingt Vice wieder ein spektakulärer Interview-Coup, mal verprasst der exzentrische Gründer und Chef des stark wachsenden Medienunternehmens 300.000 Dollar in einem Casino in Las Vegas.

Gestern machte der 46-Jährige mit einer viele beachteten Rede zur Lage der Medienbranche beim internationalen TV-Festival in Edinburgh von sich reden. Smith, der Vice Media in 22 Jahren vom Fanzine zum fünf Milliarden Dollar schweren Medienunternehmen gemacht hat, sieht eine massive Konsolidierungswelle auf die Medienbranche zukommen.

„Die Revolution in der Medienindustrie ist furchterregend, schnell und wird hässlich enden“

„Da läuft eine Revolution in der Medienindustrie. Sie ist furchterregend, sie ist schnell und sie wird hässlich enden“, erklärte der Kanadier in seiner 80-minütigen Rede dem Branchenpublikum, wie die Financial Times berichtet. Nach Einschätzung des Vice-CEOs wird im nächsten Jahr viel Geld – und Blut fließen.

Smith rechnet mit der Rückkehr einer Finanzkrise, in deren Zuge es zu einer heftigen Übernahmewelle kommen werde. „In diesem Jahr hat es bereits viel Konsolidierung gegeben, im nächsten Jahr folgt ein Blutbad“, erklärte der Vice Media-Chef martialisch.

So rechnet Smith etwa damit, dass Apple eine Großübernahme anstrengen und nach Netflix und/oder Time Warner greifen könnte, wie bereits mehrfach in diesem Jahr gerüchteweise zu hören war. Time Warner, das sich gerade erst 10 Prozent an Hulu sicherte, Rupert Murdochs 21st Cenury Fox und Disney könnten ihrerseits Akquisitionen bemühen.

Konsolidierungswelle: „In den nächsten sechs Monaten wird jeder versuchen, den anderen zu kaufen“

Getrieben werde der Kampf durch die digitale Transformation, die den großen TV-Gesellschaften und Medienunternehmen weiter zu schaffen mache.  „In den nächsten sechs Monaten wird jeder versuchen, den anderen zu kaufen“, sagt Smith eine dramatische Konsolidierungswelle voraus, der sich auch Digitalunternehmen nicht entziehen könnten, weil es künftig weitaus schwieriger werde, an frisches Kapital zu kommen.

„Die smarten Jungs haben sich zu Spitzenbewertungen Geld gesichert“, erklärte Smith mit Blick auf die jüngsten Finanzierungsrunden von BuzzFeed und den Verkauf von Business Insider an Axel Springer. Vice Media, das erst Ende vergangenen Jahres weitere 200 Millionen Dollar von Disney einsammelte, werde bei der kommenden Marktbereinigung als aggressiver Käufer auftreten, ließ Shane Smith durchblicken.

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