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Schleichwerbung: Agenturgründerin befragt eigene Mitarbeiter im ARD „Morgenmagazin“

Wir interviewen uns selbst: Agenturmitarbeiter im ARD "Morgenmagazin"

Das ARD „Morgenmagazin“ brachte eine Reihe von Sommerinterview mit „ganz normalen Bürgern“. Dabei wurden u.a. auch Mitarbeiter einer Berliner Agentur von einer Reporterin des RBB befragt. Wie Übermedien.de berichtet, handelte es sich bei der Reporterin um eine Mit-Gründerin und Gesellschafterin der Agentur. Zuschauer erfuhren nichts von dem Interessenskonflikt.

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Der Beitrag im ARD „Morgenmagazin“ sieht aus wie ein ganz normales, harmloses Interview. Die Reporterin mit dem ARD-Mikrofon stellt ein paar Fragen, wie die jungen Agentur-Mitarbeiter zur Sicherheitslage und zur Terrorangst stehen. Es wird darüber geredet, warum eine Türkei-Reise abgesagt wurde. Davor gab es noch einen kurzen Einspieler, in dem das Agenturleben gezeigt wurde. Ein Mitarbeiter darf auf Nachfrage sagen, dass man trotz Urlaubszeit gut zu tun hat.

Alles normal? Nicht ganz. Wie die Medienkritik-Website Übermedien.de berichtet, handelte es sich bei der vermeintlich unabhängigen Reporterin um eine der Gründerinnen der Agentur. Die Reporterin/Gründerin ist außerdem auch noch Gesellschafterin der Agentur und war bis vor kurzem noch auf der Mitarbeiter-Seite der Agentur mit Foto zu sehen. Dort war auch zu lesen, dass als freie Journalistin u.a. für für zeit Online, die Deutsche Welle oder den RBB tätig ist.

Auf Anfrage von Übermedien gab die ARD an, von dem Interessenskonflikt nichts gewusst zu haben. Die ARD habe die Zusammenarbeit mit der Reporterin bis auf weiteres beendet. Gegenüber dem Sender habe sie erklärt, nicht mehr für die Agentur tätig zu sein. Dass sie als Gesellschafterin im Handelsregister geführt wird, habe sie nicht gewusst. Sieht man das Interview und kennt die Hintergründe, drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein Fall von Schleichwerung vorliegt.

Das Interview hat die ARD aus der Mediathek entfernt, bei YouTube hat die Reporterin das Video auf „privat“ gestellt. Aktuell kann man das Interview hier noch sehen.

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