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„Die große Bauernolympiade“ bei RTL: das Highlight im Heuhaufen

Im Hühnerstall ging Bauer Josef bei "Bauer sucht Frau – Die große Bauernolympiade" in die Vollen.

Es hätte ein großer Wurf sein können: Rustikaler Sportspaß, präsentiert von Moderatorin Inka Bause im Rahmen des Trash-TV-Dauerbrenners „Bauer sucht Frau“. Doch selten ging eine Show so routiniert und belanglos über die Bühne, wie „Die große Bauernolympiade“ bei RTL: Highlights suchte man bei den Wettkämpfen der fünf Landwirte und ihren prominenten Gegnern wie die Nadel im Heuhaufen.

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Stellen Sie sich vor, der Musikantenstadl würde aus einer Scheune senden: Zwischen demonstrativ drapierten Strohballen und obligatorischen Holzfässern klatscht und lacht das Publikum in bester Stammtisch-Manier – das mit Trachten und Lederhosen ausgestattet natürlich ebenso hinreißend ins Kulissen-Korsett passt, wie später DJ Ötzi mit seinem Song „A Mann für Amore“ zur Aftershow-Scheunenparty. Kaum sind die Olympischen Sommerspiele in Rio 2016 vorbei, will RTL schon wieder unsere Nerven strapazieren. Allerdings nicht vor Spannung – sondern mit einer lieblosen, weil zu routinierten Spielshow, bei der man sich oft genug aufs Korn genommen fühlt.

„Diskuswerfen war gestern, heute fliegen bei uns die Gummistiefel über den Hof!“, begrüßt Moderatorin Inka Bause zu ihrer neuen Sause „Bauer sucht Frau – Die große Bauernolympiade“. Und leistet sich damit gleich den ersten Fauxpas, bezeichnet man als Olympiade doch den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen und nicht die Spiele selbst. Ist das „BSF“-Spezial etwa nur der Kick-Off zum „Next Big Ding“ von RTL? Egal. Jetzt wird erst einmal auch dem letzten Deppen erklärt, dass wir hier beim TV-Trash-Juwel „Bauer sucht Frau“ sind: Wie noch etliche Male später wird ein Best-Of aus alten „BSF“-Highlights als Einspieler abgespult, von Wanderungen im knietiefen Kuhmist über poppende Schweine – untermalt von Scheunen-Sing-alongs wie „Sweet Home Alabama“.

Besser kann man „die glorreichen Fünf“, wie Inka Bause ihre Bauern nennt, offenbar nicht ankündigen: Unter tosendem Applaus läuft das „BSF“-Allstar-Team (mit Heinrich, Josef, Bruno, Leonhard und Gunther) auf. Da wirkt eigentlich nur der zehn-mal-zehn-Meter Flatscreen in der Studio-Mitte fehlplatziert. Kurz darauf kommt die „Crème de la Crème“ an abgehangenen Prominenten dazu: Schauspieler Sam Eisenstein, Entertainer Jürgen Milski, Doku-Soap-Dauergast Detlef Steves sowie die Ex-Kicker Ailton und – wer hätte das gedacht – Thorsten Legat treten gegen die gestandenen Landwirte in sechs Disziplinen an. Dem Gewinner winkt eine Goldmedaille. Beide Teams spielen um Geld für den guten Zweck.

So richtig lässt sich der übrige Sinn und Zweck der Bauernolympiade nicht deuten: RTL hat – neben den Best-Of-Einspielern – auch bei den Disziplinen mächtig in der Mottenkiste gekramt. Da erinnert etwa das Spiel „Alarm im Hühnerstall“ – im Fuchskostüm müssen Eier gesammelt werden, wer vom Gegner mit einem Tennisball abgeschossen wird ist quasi deaktiviert – doch sehr an „American Gladiators“, während bei „Tierisch schlau“ Fragen rund ums Tier beantwortet werden müssen – die Antworten werden auf kleinen Tafeln aufgeschrieben. Ein Spiel, gefühlt aus der Vorzeit, das noch für eine der größten Überraschungen der Sendung sorgt: Lady Gaga ist die schönste Kuh (nee, kein Huhn!) Deutschlands.

Im fünften Spiel – das bezeichnenderweise „Augen zu und durch“ heißt – wird Legat in einer Schubkarre von Teamkollege Milski, dessen Augen verbunden sind, durch einen Hindernisparkour manövriert. „HALB LINKS!“, gibt Legat die Richtung für die vorletzte Disziplin vor. Und damit eigentlich für die gesamte Show: „Die große Bauernolympiade“ von RTL ist nichts Halbes und nichts Ganzes, ausgerechnet die „BSF“-Einspieler aus der Kalauer-Konserve sorgen für die größten Lacher – während man sich bei den witzlosen Spielen und lieblosen Kulissen (da sieht sogar das Dschungelcamp authentischer aus) eher aufs Korn genommen fühlt. Da wundert es nicht, dass sich die Bauernolympiade auch aus Quotensicht bei den Zuschauern nicht für eine Fortsetzung empfohlen hat.

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