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Deutscher Ableger hat sich gerade erst erholt: joiz Schweiz stellt Betrieb ein und meldet Insolvenz an

Aus für joiz Schweiz: Die Mitarbeiter verabschiedeten sich via Facebook

Der krisengeplagte Jugend-TV-Sender Joiz kommt nicht zur Ruhe. Nachdem sich der deutsche Ableger nach seinem Insolvenzantrag gerade erst erholt hat, meldet jetzt die Muttergesellschaft aus der Schweiz Zahlungsunfähigkeit an und stellt den Betrieb ein. Das deutsche Angebot, an dem auch die DuMont Mediengruppe beteiligt ist, soll weitersenden, braucht aber einen neuen Mehrheitsgesellschafter.

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Wie das Unternehmen am Montagabend überraschend bekannt gab, haben die joiz Schweiz AG sowie der dazugehörige Vermarkter joiz IP Insolvenzantrag beim Konkursgericht in Zürich gestellt. Hintergrund ist eine Überschuldung der Bilanzen. Wie Verwaltungsratpräsident Gaudenz Trapp gegenüber Blick erklärte, seien notwendige Gelder für die Weiterentwicklung des Senders nicht mehr zusammengekommen, Übernahmegespräche mit anderen Medienunternehmen seien gescheitert.

Der Sendebetrieb ist bereits eingestellt, auch die Homepage ist nicht mehr aufrufbar. Von der Schließung betroffen sind 75 Mitarbeiter auf 57 Vollzeitstellen. Eine Möglichkeit, sich im TV von den Zuschauern zu verabschieden, bekam das Team bislang nicht, meldete sich aber via Facebook zu Wort.

Der Betrieb von joiz Deutschland soll nach Schweizer Angaben weitergeführt werden, heißt es. Der Ableger hatte vergangenes Jahr Insolvenz angemeldet, das Verfahren wurde laut Unternehmensregister erst vor einer Woche beendet. Weiter geht es jedoch nur, wenn die deutsche joiz GmbH neue Investoren findet. Wie Alexander Mazzara, Mitgeschäftsführer von joiz Deutschland und Gründer von joiz Schweiz, erklärt, befinde man sich bereits in Gesprächen mit einem neuen Mehrheitsgesellschafter. Genaue Angaben wolle man allerdings noch nicht machen.

„Wir müssen jetzt schauen, ob und wie es weitergeht“

Im Rahmen der deutschen Insolvenz beteiligte sich  2015 die DuMont Mediengruppe mit 20 Prozent an joiz Deutschland. Gegenüber MEEDIA teilt ein Sprecher des Kölner Verlagshauses mit, dass man für weitere strategische Entscheidungen das Ergebnis der Verhandlungen abwarte. Man selbst plane nicht, die Anteile an der joiz GmbH aufzustocken. Seit dem Einstieg im vergangenen Jahr habe man von joiz vor allem durch Zugang zu einer jüngeren Zielgruppe und auf Vermarktungsebene profitiert. „Wir müssen jetzt schauen, ob und wie es weitergeht – wir sind nicht nur von der weiteren Finanzierung abhängig, sondern wir beziehen wesentliche Teile der technischen Infrastruktur von der joiz AG, dies betrifft zum Beispiel Web- und Mobile-Portal, Apps sowie das Content-Marketing-Backend“, so der Sprecher weiter.

joiz ist seit dem Jahr 2013 in Deutschland auf dem Markt, zog sich allerdings im Rahmen der Insolvenz im Mai 2015 aus dem Free-TV zurück und konzentrierte sich auf sein digitales Angebot.

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