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Nach 13 Jahren: Klatschportal Gawker wird eingestellt

Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton
Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton

Es ist das absehbare Ende unter einem hollywoodreifen Rechtsstreit wegen eines Sextapes: Das Blogkonglomerat Gawker Media, das gestern für 135 Millionen Dollar an das spanische Medienunternehmen Univision verkauft wurde, verliert sein Herzstück – das Klatschportal Gawker wird nächste Woche eingestellt. Gründer Nick Denton verkündete das bittere Aus in einer schmerzlichen Email an die Mitarbeiter und erklärte gleichzeitig seinen Abschied vom Klatsch- und Newsjournalismus.

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Nick Denton erklärte in einem Schreiben an seine Mitarbeiter das Ende des von ihm vor 13 Jahren gestarteten Klatschportals wie folgt: “Leider werden weder Gawker.com noch ich Teil des nächsten Schritts sein. Wir haben nicht einen einzigen Investor oder Medienunternehmen gefunden, das Gawker.com weiterbetreiben möchte“.

Die Folge: Am kommenden Montag stellt die Redaktion nach 13 Jahren den Betrieb ein, soll aber in Archivform erhalten bleiben. “Peter Thiel hat viele seiner Ziele erreicht”, schreibt Denton bitter und stellt klar, dass er künftig  dem News- und Klatschjournalismus fernbleiben werde, aber künftig  an anderen Projekten arbeiten werde, “um das Internet zu einem Forum des offenen Austauschs von Ideen und Informationen zu machen“.

Verkauf von Gawker Media für 135 Millionen Dollar an Univision

Das Klatsch-Blogkonglomerat Gawker Media, das im Hulk Hogan-Prozess zu einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar verurteilt wurde und wenig später Insolvenz angemeldet hatte, hatte gestern im spanischen Medienunternehmen Univision einen neuen Eigentümer gefunden.

Die Spanier übernehmen  das US-Medienunternehmen und sechs der sieben Webseiten – Gizmodo, Lifehacker, Kotaku, Jalopnik, Jezebel und Deadspin. Die Fortführung des Flaggschiffs Gawker wurde angesichts der rechtlichen Auseinandersetzung offenkundig als allzu riskant eingestuft.

Hollywoodreifer Rechtsstreit wegen Hulk Hogan-Sextape

Vorausgegangen war ein spektakulärer Rechtsstreit mit dem US-Wrestler Hulk Hogan wegen der Veröffentlichung eines privaten Sex-Videos, der mit einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar endete.  Im Juni  beantragte Gawker Gläubigerschutz nach Paragraph 11.

Der Prozess gegen Gawker hatte nachträglich an Brisanz gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Internet-Milliardär Peter Thiel den Wrestler mit 10 Millionen Dollar unterstützt hatte. Für Denton ist es ein Rachefeldzug, weil Gawker den ersten Facebook-Investor, der inzwischen mehrfacher Milliardär ist, 2007 als homosexuell outete. “Du hast Dich professionell, eiskalt und anonym gerächt”, schrieb Denton vor Wochen an Thiel in einem offenen Brief, der natürlich auf Gawker veröffentlicht wurde.

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Pikantes Hogan-Video von 2006 sorgt für Gawkers Pleite

Gawker war 2012 in Besitz eines heimlich gefilmten Sex-Videos von Hulk Hogan aus dem Jahr 2006 gelangt, das die Wrestling-Legende beim außerehelichen Akt mit der Ehefrau seines besten Freundes zeigte – genau die Zutaten also, die Gawker zum perfekten Skandal hochjazzt.

Das passierte dann im Oktober 2012, als Gawker mit einem 1:47 Minuten langen Auszug aus dem Sex-Tape aufmachte: „Hulk Hogan beim Sex im Himmelbett auch nur für eine Minute zuzusehen, ist nicht fürs Büro geeignet, schaut es Euch aber trotzdem an“, geiferte Gawker nach Aufmerksamkeit und ließ das Video auch nach richterlicher Anordnung weiter monatelang online.

Hulk Hogan in Siegerpose: “Du hast Dich mit dem Falschen angelegt”

„Die Öffentlichkeit ist von der als Journalismus verkleideten Invasion in die Privatsphäre angeekelt“, erklärte der frühere Wrestlingstar, der auf Twitter seinen Triumph abermals feierte. “Du hast Dich mit dem Falschen angelegt”, twitterte Hogan gestern in Richtung von Nick Dehnton.

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