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Wegen unabgesprochener Aussagen über den journalist: Rommerskirchen reicht Schadenersatzklage gegen den DJV ein

DJV-Chef Frank Überall streitet mit Rommerskirchen um den Fachtitel journalist

Der Streit um das Medienmagazin journalist wird zum Fall für das Gericht. Wie Verleger Thomas Rommerskirchen gegenüber MEEDIA bestätigte, hat er gegen den Deutschen Journalisten Verband Schadenersatzklage eingereicht. Damit wehrt sich Rommerskirchen aber nicht gegen die vom DJV ausgesprochene Kündigung des Produktionsauftrages für den journalist, sondern wirft dem Verband den Bruch von Absprachen vor.

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Die Auseinandersetzungen über die Zukunft des Medienfachblattes journalist bekommen eine weitere Facette. Der Medienfachverlag Rommerskirchen, der das Blatt seit Jahrzehnten produziert, hat nach Aussagen des Verlegers Thomas Rommerskirchen Schadenersatzklage gegen den Deutschen Journalistenverband (DJV) erhoben. Gegenüber MEEDIA bestätigte das Landgericht Bonn den Eingang einer Klage (Aktenzeichen 9O310/16) gegen den DJV, wollte jedoch keine weiteren Angaben machen, bevor der Beklagten nicht die Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden ist. Gegenüber MEEDIA erklärte ein DJV-Sprecher, bislang keine Informationen zur Klage vorliegen zu haben.

Nach Informationen von MEEDIA verklagt der Medienfachverlag den Verband auf 400.000 Euro. Angaben dazu wollte Rommerskirchen auf Nachfrage nicht machen, erklärte aber die Hintergründe. So sei nicht die vorzeitige Kündigung des so genannten Organvertrages, der die Produktion des journalist regelt, der Klagegrund, sondern nicht eingehaltene Absprachen zur Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben gemeinsam mit dem Verband eine seit Jahren sehr eng gefasste Regelung bezüglich Äußerungen gegenüber Dritte. Diese hat der DJV mit unabgesprochenen Statements zum Stand der Zusammenarbeit mit dem Medienfachverlag Rommerskirchen im März dieses Jahres gebrochen“, so Rommerskirchen. „Dieses Verhalten hat zu einem nachweisbaren Schaden, nämlich weiteren Verlusten aus dem Anzeigengeschäft, geführt.“

Im März wurde bekannt, dass der DJV als Herausgeber des journalist mit dem redaktionellen Umfang des Heftes unzufrieden ist. In den vergangenen Monaten wurden die Ausgaben immer dünner, was mit einem Rückgang des Anzeigengeschäftes begründet worden war. Der DJV erklärte damals gegenüber MEEDIA unter anderem, dass der Verlag „Umfang und Qualität auch während einer Durststrecke“ aufrechterhalten solle.

Rund dreieinhalb Monate später verkündete der DJV, dem Rommerskirchen-Verlag den Produktionsauftrag vorzeitig gekündigt zu haben und gab mit dem News Business Verlag einen neuen Partner bekannt. Gegen die Kündigung des Vertragsverhältnisses, das bis 2020 gelten sollte, legte Rommerskirchen Widerspruch ein, entließ zwischenzeitlich aber die für den journalist zuständigen Redaktionsmitglieder. Was nach dem Widerspruch durch Rommerskirchen mit dem journalist geschieht, ist bislang unklar.

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