Die Marathon-Zwillinge von Rio: Sportsgeist oder mediale Über-Inszenierung der Hahner-Schwestern

Der gemeinsame Zieleinlauf von Lisa (l.) und Anna Hahner bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio sorgt für Kritik

Erst geriet Diskus-Olympiasieger Christoph Harting nach seiner Siegerpodest-Show in Ungnade, nun können es auch die Hahner-Zwillinge nicht allen recht machen. Marathon-Kollegin Sabrina Mockenhaupt ärgerte sich via Facebook über den gemeinsamen Zieleinlauf von Lisa und Anna Hahner beim Marathon der Frauen – und warf ihnen vor, sich für die Medien zu inszenieren.

Grund für Mockenhaupts scharfe Kritik: Die Hahner-Zwillinge liefen weit abgeschlagen auf Platz 81 (Lisa) und 82 (Anna) durchs Ziel – dennoch Hand in Hand und in absoluter Partylaune. In zahlreichen Medien wurden sie dafür gefeiert, zumal sie anschließend noch mit den Luik-Drillingen aus Estland – Lillia, Leila und Liina – jubelten, die nach ihnen den Marathon der Frauen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio beendet hatten. Alles eine medienwirksame Inszenierung, behauptet nun die derzeit verletzte Läuferin Mockenhaupt. Auf Facebook ließ die deutsche Serienmeisterin ordentlich Dampf ab:

Sie haben heute auch gekämpft, also kann man ihnen keinen Vorwurf machen, sie hätten nicht alles gegeben. Ich wünschte mir nur endlich mal die Ehrlichkeit, mal zuzugeben, dass es mal nicht so gelaufen ist“, schrieb die 35-Jährige. Und fragt: „Warum muss man mit aller Gewalt verkaufen wollen, dass man immer lacht und alles immer super ist?“ Darüber hinaus echauffierte sich Mockenhaupt über die beste deutsche Leistung bei diesem Marathon von Anja Scherl (Platz 44), dass ihrer Meinung nach völlig untergegangen sei. „Ich liebe Menschen mit Ecken und Kanten und bin traurig, dass Anja Scherl bei dieser Inszenierung völlig untergegangen ist. Da fragt man sich, ob sich Ehrlichkeit und ein Kämpferherz in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch lohnt. Wer redet eigentlich von ihr? Wenige! Und die Medien? Zwillinge sind viel interessanter, und wenn sie noch zusammen ins Ziel laufen, ist das Medienspektakel perfekt!

Auch Christoph Harting, Olympia-Sieger im Diskuswerfen, geriet bereits in Kritik. Bei der Siegerehrung zog er geradezu eine Show ab, verweigerte später einem ZDF-Journalisten den Handschlag – und löste einen kleinen Shitstorm im Netz aus. Später entschuldigte er sich.