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Live-Schalten „zu weiteren Aufzeichnungen“: Kritik am Olympia-Programm von ARD und ZDF

ARD und ZDF senden so viel Olympia wie nie – aber auch ausgewogen?

Besonders in den sozialen Netzwerken werden nach den ersten Tagen der Olympischen Spiele in Rio Stimmen laut, dass ARD und ZDF über einige Sportarten zu dominant oder zu wenig berichten würden. Kritik wird auch an zu vielen Aufzeichnungen geübt. Auf Anfrage von MEEDIA geben die öffentlich-rechtlichen Sender nun einen Einblick in die Gewichtung ihrer Berichterstattung. Wenn auch einen sehr vagen.

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So ausführlich wurde im deutschen Fernsehen noch nie über die Olympischen Spiele berichtet: Vom 5. bis 21. August übertragen ARD und ZDF im täglichen Wechsel rund 280 Stunden live, hinzu kommen allein 40 Stunden Olympia-Zusammenfassungen und rund 1000 Stunden Livestreams auf den Online-Seiten der Sender. Rekord. Und dennoch Zündstoff für jede Menge Diskussionen – denn nicht jeder Hobby-Olympionike sieht seine Sportart ausreichend vertreten, wenn nicht sogar vernachlässigt.

…beschwerte sich eine Sportbegeisterte auf der Facebook-Seite vom ZDF. Doch auch in Richtung ARD wurde mit scharfer Kritik geschossen.

„Bei den Olympischen Spielen finden immer so viele Ereignisse in den verschiedensten Sportarten parallel statt, dass man notgedrungen das Angebot filtern muss.“, räumt das ARD gegenüber MEEDIA ein. Auch für’s ZDF liege es – so ein Sprecher – „in der Natur der Sache,  dass man den Interessen aller Zuschauer bei den Übertragungen der Olympischen Spiele niemals gerecht werden kann.“ So weit, so verständlich. Doch wie und was sieben die öffentlich-rechtlichen Sender aus? „Eine Auswahl erfolgt in der Regel vor dem Hintergrund der sportlichen Relevanz, der Beteiligung deutscher Athletinnen und Athleten sowie dem mutmaßlichen Interesse der Mehrheit des Fernsehpublikums.“, so die ARD.

In Summe nennt man das dann wohl: Quote.

Denn Mehrkampf-Finale hin oder her – die meisten Zuschauer lockte das Fußballspiel Deutschland gegen Südkorea vor die Bildschirme (5,11 Mio. Zuschauer), das Gruppenspiel schrammte damit knapp am Quoten-Tagessieg vorbei.

Auch wenn die Redaktion versuchen würde, so viele verschiedene Ereignisse und Sportarten abzubilden – „so wird im linearen TV-Programm dann auch die eine Sportart mehr und die andere weniger abgebildet“, so die ARD. „Bei täglich bis zu 20 parallel laufenden Wettbewerben kann immer nur eine Auswahl getroffen werden“, meint auch das ZDF. Mindestlaufzeiten für Sportarten gebe es hingegen nicht. Aber: „Natürlich spielen sportliche und auch nationale Aspekte sowie der Verlauf in den einzelnen Wettbewerben bei den Übertragungszeiten eine Rolle.“ Warum die erlesene Auswahl dann aber auch auf Aufzeichnungen und Wiederholungen bereits vergangener Wettbewerbe fällt, stößt bei der Netzgemeinde auf Unverständnis.

Einer der Gründe – neben dem beinahe unmöglichen Versuch, die komplette Bandbreite zu bedienen: Man sei auch von den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Und müsse das geplante Programm ggf. kurzfristig umstellen. Wie geschehen am vergangenen Sonntag, als der Zeitplan der olympischen Ruder-Regatta aufgrund starken Windes mächtig durcheinander gewirbelt wurde. Oder natürlich bei Notfällen, als vergangene Nacht das TV-Zentrum von Rio wegen eines Feueralarms geräumt werden musste – und die TV-Berichterstattung für rund 15 Minuten auf Eis gelegt wurde.

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