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Von WeltN24 bis Epoche Media: Große Nachfrage verzögert Vergabe der Drittfenster bei Sat.1

Aust ante Portas: Mit WeltN24 hat der ehemalige Spiegel- und Spiegel TV-Chef ein Auge auf das Drittsendefenster von Sat.1 geworfen – er ist mit seinem Angebot indes nicht allein
Aust ante Portas: Mit WeltN24 hat der ehemalige Spiegel- und Spiegel TV-Chef ein Auge auf das Drittsendefenster von Sat.1 geworfen – er ist mit seinem Angebot indes nicht allein

Die TV-Branche wartet gespannt: Zum 1. Juli hätten die Drittsende-Zeiten für den privaten Fernsehsender Sat.1 vergeben sein sollen. Doch bislang ist nichts passiert. Sat.1 und die rheinland-pfälzische Medienanstalt LMK bemühen sich nach MEEDIA-Informationen weiter um eine einvernehmliche Lösung. Doch die gestaltet sich angesichts einer großen Anzahl an Bewerbern schwieriger als gedacht.

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Der Andrang der Bewerber ist groß. Mehr als 60 Unternehmen und Produktionsfirmen haben sich um die begehrten Sendeplätze beworben – darunter nach MEEDIA-Informationen unter anderem WeltN24 um den früheren Spiegel-TV-Chef und heutigen Welt-Chefredakteur sowie Herausgeber Stefan Aust sowie Epoche Media. Die Gesellschaft gehört Thorsten Pollfuß, dem früheren kaufmännischen Leiter von Spiegel TV und ehemaligen Mitstreiter von Aust. Damit buhlen unter anderem zwei ehemalige Geschäftspartner als Kontrahenten um die begehrten Sendefenster auf Sat 1. Denn nach einer gemeinsamen Zeit bei Spiegel TV hatten Aust und Pollfuß die in Hamburg ansässige Produktionsgesellschaft Agenda Media gegründet. Später trennten sich jedoch ihre Wege.

Jetzt hoffen Aust und Pollfuß sowie weitere Firmen – darunter die Produktionsfirma DCTP (Alexander Kluge)/Spiegel TV – um einen Drittsender-Platz bei der Pro Sieben Sat1-Tochter. Derzeit bemühen sich Sat.1 und die Landesmedienzentrale in Rheinland-Pfalz noch um eine einvernehmliche Lösung, wie MEEDIA aus Kreisen der Bewerber erfuhr. Doch angesichts der hohen Nachfrage könnte sich die Vergabe der begehrten Drittfenster-Lizenzen schwieriger gestalten als angenommen. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur der ursprünglich anvisierte Termin am 1. Juli nicht eingehalten werden konnte, sondern eine Hängepartie bevorsteht. Denn jetzt droht ein mehrstufiges Verfahren, welches sich über Monate hinziehen könnte.

Eine Sprecherin der LMK betont auf MEEDIA-Anfrage, dass eine „außergewöhnlich hohe Anzahl an Bewerbungen zu berücksichtigen“ sei. So werden derzeit „im Programm von Sat.1 (noch) keine Sendezeiten für unabhängige Dritte ausgestrahlt“, heißt es. Hintergrund ist, dass die Vergabe der Drittsende-Lizenzen nach § 31 Abs. 4 des Rundfunkstaatsvertrags ein mehrstufiges Verfahren vorsieht, “bei dem der Hauptprogrammveranstalter (also Sat.1) weitreichende Beteiligungsrechte hat und dessen Ziel die einvernehmlich getroffene Auswahl ist. Erst wenn eine solche nach mehreren Versuchen, die in ihrer Abfolge und Ausgestaltung gesetzlich vorgegeben sind, nicht gelingt, fällt der Landesmedienanstalt gleichsam als ultima ratio das alleinige Auswahlrecht zu“, erklärt eine LMK-Sprecherin.

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Sat.1 hält sich hierzu auf MEEDIA-Anfrage bedeckt. „Derzeit gibt es keine Zulassung für Drittfensterprogramm in Sat.1 Die LMK hat Sendezeit im Programm von Sat.1 ausgeschrieben und führt ein Verfahren, um Fensterprogramme an Dritte zu vergeben”, erklärt eine Firmensprecherin. SAT.1 sei als Hauptveranstalter verpflichtet, an diesem Verfahren mitzuwirken, heißt es. Weitere Angaben will eine Firmensprecherin nicht machen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Sat.1 muss seit 2014 keine Sendungen von Drittanbietern mehr ausstrahlen. Damals hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Koblenz in zwei Eilverfahren entschieden, dass die 2013 von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz erfolgte Vergabe von Drittanbieter-Lizenzen bis zum 31. Mai 2018 an die Unternehmen News and Pictures und DCTP rechtswidrig waren. Dadurch wurde das Verfahren neu aufgerollt und führte zu der jetzigen Neuausschreibung der Drittsendefenster. Dennoch sendet Sat 1 im Wechsel – freiwillig – Spiegel TV und Focus TV.

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