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Axel Springer: Banken senken Kursziele, Aktie fällt auf 5-Monatstief

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Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Axel Springer-Chef Mathias Döpfner mutet seinen Aktionären einiges viel zu: Nachdem der Berliner Digitalverlag gestern seine Halbjahresbilanz vorgelegt und für das Gesamtjahr 2016 die Umsatzprognose zurückgenommen hat, geht die Aktie des MDax-Konzerns in den Sinkflug über. Grund dafür sind nicht zuletzt die neusten Einschätzungen von Banken, die nicht mehr so optimistisch ausfallen – Analysten kassieren mehrfach ihre Kursziele.

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Auch Mathias Döpfner hat nicht immer ein glückliches Händchen: Sechs Wochen ist es her, dass der Springer-Chef erneut in das Unternehmen investierte, dem er selbst seit 14 Jahren vorsteht – zu einem Durchschnittskaufpreis von 47,46 Euro. Hätte Döpfner rund einen Monat gewartet, er hätte seinen Zukauf rund drei Prozent günstiger bekommen können.

So müßig eine Kursdifferenz von drei Prozent à la longue sein mag, so sehr legt sie doch den Makel der Springer-Aktie offen, die heute bei zeitweise weniger als 46 Euro auf den tiefsten Stand seit März abgetaucht ist. Die Berliner haben zuletzt in einem steigenden Marktumfeld an Wert verloren – und damit wie schon im letzten Jahr underperformt.

Seit Jahresbeginn um 8 Prozent im Minus

Die Bilanz wird Aktionäre 2016 kaum zufriedenstimmen: Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 8 Prozent, während der Vergleichsindex MDax immerhin eine schwarze Null aufweisen kann. Auch nach Ausschüttung der üppigen Dividende, die von Springer gerne als Kaufargument für die Aktie verstanden wird, haben Anleger bei einem Investment in die Springer-Aktie 2016 bislang draufgezahlt.

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Glaubt man zahlreichen Analysten, die nach den gestern vorgelegten Quartalszahlen ihre Einschätzungen überarbeitet haben, haben sich die Chancen für eine Kurserholung nicht gerade verbessert. So strich die Investmentbank Oddo Seydler etwa das Kursziel von 53 auf nunmehr 45 Euro zusammen – und bleibt bei einer “neutralen” Einschätzung des Papiers.

Halteposition: Den Banken fehlt die Wachstumsfantasie

Ebenfalls den Daumen senkte die britische Großbank HSBC, die die Springer-Aktie auch nur als Halteposition einstuft: Das Kursziel wurde von 52 auf 50 Euro zurückgefahren. Die Aktie gar weiter  unterzugewichten, empfahlen die Analysten von Barclays, die das Kursziel um vernachlässigbare 80 Cent auf 43,50 Euro anhoben, damit aber die Möglichkeit weiterer Kursverluste andeuten.

Optimistischer sind dagegen die Analysten der Société Générale und der Commerzbank, für die die Springer-Aktie bei Kurszielen von 50 bzw. 52 Euro eine Halteposition bleibt. Für die Wall Street-Institution JP Morgan ist ein ähnliches Kursziel (51 Euro) unterdessen Grund, die Anteilsscheine überzugewichten. Doch selbst auf diesem Kursniveau, das einem Wertzuwachs von 11 Prozent entsprechen würde, fehlt der Springer-Aktie aktuell der wichtigste Lockstoff der Börse: Wachstumsfantasie.

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Alle Kommentare

  1. In der Tat. Und merke: mit Hofberichterstattung ist nun mal nicht viel Geld zu verdienen. Und für Nancy-Journalismus zahlt auch niemand was.
    Witzig dass fast die geaamte Print-Branche in diesem Teufelskreis gefangen ist.

  2. EIn Klassiker in diesem Kontext dürfte wohl die Pro-Flüchtlingskampagne “Wir helfen” gewesen sein. Würde mich wundern, wenn das keinen langfristigen Auswirkungen zeigen würde.

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