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Mit Augstein, di Lorenzo, Brinkbäumer: Uni Hamburg startet „Lügenpresse“-Vorlesungsreihe

Medienforscher Volker Lilienthal lädt zum "Lügenpresse"-Diskurs nach Hamburg

Der Kampfbegriff „Lügenpresse“ markiert eine Glaubwürdigkeitskrise des Journalismus. Warum ist das so? Und ist an der Kritik auch etwas dran? Die Universität Hamburg will solche Fragen ab Oktober in der öffentlichen Vorlesungsreihe „Lügenpresse“ klären – und hat sich dafür prominente Gastredner wie Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer ins Boot geholt.

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Medienkritik habe sich zu einem „politischen Breitensport“ entwickelt – was aber nicht bedeute, dass es sportlich zugeht: Die Universität Hamburg will sich in einer Ringvorlesung, obendrein der Auftakt zur neuen Reihe „Augstein Lectures“, dem facettenreichen „Lügenpresse“-Diskurs widmen. Das gab die größte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung in Norddeutschland in einer Mitteilung bekannt. Schirmherr der Veranstaltung ist Journalismus-Professor Volker Lilienthal, der seit Juli 2009 die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus inne hat.

Vom 17. Oktober bis zum 30. Januar 2017 sollen die insgesamt 14 Vorlesungen im Hauptgebäude der Universität (Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg – Flügel Ost Raum 221) stattfinden. Das Ziel laut Lilienthal: „Den Ursachen für die radikale Glaubwürdigkeitskrise, in die der Journalismus steckt, nachforschen und möglichst auch Antworten geben, was dagegen getan werden könnte – um die Akzeptanz von Journalismus als Institution gesellschaftlicher Selbstreflexion, als Frühwarnsystem, als kritische Instanz einer freien Gesellschaft zu retten.“

Und dafür hat sich die Uni Hamburg namhafte Journalisten sowie Wissenschaftler aus der Kommunikations-, Sozial- und Geisteswissenschaft an Bord geholt. So wird etwa Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, am 24. Oktober über das Thema „Nur Mut! Selbstbewusst und selbstkritisch gegen Propaganda und Verschwörungstheorien“ referieren, während Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer am 7. November seinen Themenschwerpunkt bei „Keine Angst vor der Wahrheit – Theorie und Praxis eines Werbeslogans“ setzt. Dass bei der „Augstein Lectures“-Reihe auch ein Augstein dabei sein wird, versteht sich von selbst: Jakob Augstein, Freitag-Verleger und Erbe von Rudolf Augstein, fragt sich in seiner Vorlesung am 28. November selbstkritisch: „Haben wir Grund, uns zu schämen? Von der notwendigen Selbstkritik der Journalisten.“

Alle Vorlesungen der Reihe sind öffentlich. Das vollständige Programm finden Sie hier als PDF-Datei.

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