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Til Schweigers Kino-„Tatort“ „Tschiller: Off Duty“ floppt offenbar auch beim zweiten Anlauf

In diesme Wochenrückblick: Nick Tschiller, die Kanzlerin und die Berliner Verkehrsbetriebe

Die unschöne Disziplin Merkel-Bashing kam nach der Pressekonferenz der Kanzlerin wieder in Mode. Auch beim zweiten Anlauf wollten offenbar nur wenige Leute Til Schweigers Kino-„Tatort“ sehen. Wegen eines Fehlers der dpa geisterte der Innenminister von Rheinland-Pfalz kurz als Darknet-Trottel durchs Social Web. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Wenn man sich Facebook- und Twitter-Kommentare und den einen oder anderen Artikel in diesem Internetz zur Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag durchgelesen hat, konnte einem schon ganz schön blümerant werden. Da wurde wieder gezündelt und gegen die Kanzlerin gehetzt, dass es nur so krachte. Viel mediale Aufmerksamkeit bekam eine Frage des BPK-Urgesteins Dieter Wonka von der Leipziger Volkszeitung. Zuerst wies er darauf hin, dass Merkels Neun-Punkte-Plan gegen Terror und Gewalt schon lange Bestandteil von Forderungen sei. Er fragte dann, ob es ihr Anspruch als Regierungschefin sei, mit vielen Monaten Verzögerung bereits bekannte Forderungen aufzugreifen. Hier machte er einen Punkt, gleich darauf fragte Wonka aber noch, was denn passieren müsse, bis Merkel Merkel einem Neustart der Politik in Deutschland und Europa nicht mehr im Wege stehe. Das war nun eine kaum verklausulierte Aufforderung zum Rücktritt. Eine populistische Schein-Frage, mit der sich Wonka auf das Niveau von rechtsgerichteten Magazinen wie Compact begab. Eigentlich seiner unwürdig. Dass Merkel eine solche Frage mit keiner Antwort würdigte, kann man nachvollziehen. Es war eine Frage, bei der vermutlich auch Wonka nicht mit einer Antwort gerechnet hatte. Es ging nur um einen billigen Knalleffekt, aus dem sich dann eine klickgeile Pseudo-Aufreger-Story zimmern ließ.

Reich an Knalleffekten (Sorry für diese Überleitung!) ist Til Schweigers „Tatort“-Kinofilm „Tschiller: Off Duty“, der zum Leidwesen des erfolgsverwöhnten Til Schweiger an den Kinokassen ordentlich floppte. Nun wurde der Film vor wenigen Tagen erneut in die Kinos gebracht aber – oh je – wieder interessierten sich nur vergleichsweise wenige Leute dafür, wie der Tagesspiegel schreibt. Dort hat man registriert, dass „Off Duty“ aus den meisten Kinos kurz nach Neustart schon wieder off Screen ist. Normalerweise kein Ausweis für überbordenden Erfolg. Die Pressestelle von Warner Bros schweigt dazu vielsagend. Manchmal will es halt einfach nicht laufen.

Die dpa verbreitete am Mittwoch ein Stück zu dem Attentäter von Ansbach, in dem auch der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) vorkam. Und zwar mit der Forderung, man solle jetzt ein „Verbot von Waffenkäufen im Darknet prüfen“. Das wäre ja nun einigermaßen ulkig, da Waffenkäufe im Darknet per se illegal, also verboten, sind. Da muss man nix prüfen. Das Blog Netzpolitik.org spießte die Sache auf. Dumm nur, dass Mertin das gar nicht gefordert hatte, die dpa hatte seine Aussagen nur ungeschickt zusammengefasst. Tatsächlich setzte sich Mertin gegenüber der dpa dafür ein zu prüfen, wie Waffenkäufe im Darknet effektiv verhindert werden können. Verhindern ist ja nun was anderes als verbieten. Für ein bisschen Verwirrung sorgte die missverständliche Formulierung trotzdem und kurzzeitig geisterte Mertin als Darknet-Trottel durchs Social Web. Zwischenzeitlich haben Medien und die dpa den Fehler korrigiert.

Zum Thema Darknet hatten auch die Witzbolde der Berliner Verkehrsbetriebe auch noch einen substantiellen Beitrag:

Schönes Wochenende!

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