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Nachwuchs drohte Gehalt auf Hartz-4-Niveau: Nannen-Schule hat “Beihilfe” für Volos doch nicht gesenkt

An der renommierten Henri-Nannen-Schule sollten die Schüler nur noch 400 Euro verdienen – die Sparmaßnahmen wurden aber nie umgesetzt
An der renommierten Henri-Nannen-Schule sollten die Schüler nur noch 400 Euro verdienen – die Sparmaßnahmen wurden aber nie umgesetzt

Als Gruner + Jahr 2014 ein striktes Sparprogramm auflegte, um innerhalb von drei Jahren 75 Millionen Euro einzusparen, wollte die Verlagsgeschäftsführung auch vor der Henri-Nannen-Schule keinen Halt machen. Das Entgelt der ohnehin gering bezahlten Journalistenschüler sollte um fast die Hälfte gekürzt werden. Zu der Maßnahme ist es allerdings nie gekommen, wie das Unternehmen nun gegenüber MEEDIA bestätigte.

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2014 war für Gruner + Jahr kein glorreiches Jahr. Im Zuge des millionenschweren Sparprogramms kündigte das Verlagshaus vom Baumwall einen groß angelegten Stellenabbau an, sogar das  Ende des renommierten Henri-Nannen-Preises schien besiegelte Sache. Während vor allem der Verzicht auf die teure und renommierte Gala von vielen Seiten gelobt wurde, war eine andere Entscheidung besonders umstritten: Von den Kürzungen betroffen war auch die renommierte Henri-Nannen-Schule, an der jährlich Nachwuchs für Gruner+Jahr-Titel wie stern oder Geo, aber auch für den Spiegel und die Zeit ausgebildet wird.

Wer an die Nannen-Schule geht, erhofft sich vor allem nach der Ausbildung eine umso bessere Stellung im stark umkämpften Markt. Die Ausbildung ist mit einigen Strapazen verbunden. So gilt die Nachwuchs-Akademie nicht nur als eine der schwierigsten Ausbildungsstätten des Landes. Schüler müssen auch mit weniger Geld auskommen als  – ebenfalls nicht sehr viel besser bezahlte – Auszubildende anderer Häuser. 764 Euro “Beihilfe” bekamen Journalistenschüler am Ende des Monats ausgezahlt. Mit Umsetzung des Sparpakets sollten es nur noch 400 Euro sein, wie die Nannen-Schule damals mitteilte. Eine Bezahlung auf Hartz-4-Niveau.

Wer fortan also noch an die Nannen-Schule wollte, musste sich darauf einstellen und auf einiges verzichten oder für ein ordentliches finanzielles Polster sorgen. Die Entscheidung der G+J-Geschäftsleitung war umstritten – auch intern. Offenbar so sehr, dass man auf das vergleichsweise kleine Einparpotential dann doch verzichtete, wie nun eine Unternehmenssprecherin gegenüber MEEDIA bestätigte. “Die im Herbst 2014 geplanten Kürzungen der Beihilfe sind nie umgesetzt worden.” Zwar wurde die Anzahl der Schulplätze wie geplant von 20 auf 16 reduziert, allerdings hat man gemeinsam mit den beiden anderen Träger-Verlagen Zeit und Spiegel die Rücknahme der geplanten Beihilfe-Kürzungen beschlossen. Dass die Beihilfe gleichgeblieben ist, haben Bewerber bereits in den FAQs der Schule nachvollziehen können, nur nach außen kommuniziert wurde die erfreuliche Entscheidung nicht.

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