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Erneute Verhaftungswelle: Türkei erlässt Haftbefehl gegen 47 Journalisten

Der türkische Präsident Erdogan erlässt Haftbefehl gegen 47 Journalisten der Zeitung "Zaman"

Die Kontrolle über Medien nimmt in der Türkei weiter an Form an: Nach dem gescheiterten Militärputsch hat die Regierung um Präsident Erdogan nun gegen 47 Ex-Mitarbeiter der Zeitung „Zaman“ einen Haftbefehl erlassen. Die ehemalige Oppositionszeitung würde der Gülen-Bewegung nahe stehen, erklärte ein Behördenvertreter.

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Neben Angestellten in leitender Position seien auch einige Kolumnisten der Zeitung von der Verhaftungswelle betroffen, so der Behördenvertreter weiter. Die Begründung: Zaman sei das „Aushängeschild“ der Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gewesen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht. Darauf beruft sich etwa das Nachrichtenportal N24. 

Die türkische Tageszeitung Zaman und ihre englischsprachige Ausgabe Today’s Zaman hatten bis zur Übernahme durch die türkische Regierung zur Gülen-Bewegung gehört. Im März wurden sie unter Zwangsverwaltung gestellt. Demnach drangen Polizisten in die Redaktionsräume ein, Chefredakteur Abdülhamit Bilici wurde gefeuert. Bereits zwei Tage später erschien die Zeitung mit ausschließlich regierungsfreundlichen Artikeln – und auf der Titelseite prangte Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die zunehmende Kontrolle über Medien nahm schon vor dem drei Monate andauernden Ausnahmezustand, den Präsident Erdogan am 21. Juli verhängt hat, weiter Form an. Erst am vergangenen Montag hatte die türkische Staatsanwaltschaft bereits Haftbefehle gegen 42 Journalisten erlassen. Zuletzt hatte Erdogan sein hartes Vorgehen gegen politische Gegner in einem Interview mit der ARD verteidigt.

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