Partner von:
Anzeige

Peinlicher E-Mail-Leak: US-Medien und Demokraten wittern die große Trump-Putin-Wikileaks-Verschwörung

Undurchsichtige Hacker-Vorwürfe und Enthüllungen: Wladimir Putin, Donald Trump und Wikileaks
Undurchsichtige Hacker-Vorwürfe und Enthüllungen: Wladimir Putin, Donald Trump und Wikileaks

Es klingt wie eine Verschwörungstheorie: Stecken hinter dem E-Mail-Leak der Demokratischen Partei, der just zum Start des Parteitags publik wurde, etwa Hacker im Auftrag der russischen Regierung, die mit der Aktion Donald Trump stützen will? US-Medien sammeln Indizien für ein solches Szenario.

Anzeige
Anzeige

Der Zeitpunkt hätte für die US-Demokraten nicht schädlicher sein können. Just vor dem Start ihres Parteitages, an dem Hillary Clinton offiziell zur Präsidentschafts-Kandidatin der Demokratischen Partei ernannt wurde und der einen Kontrapunkt zum chaotischen Parteitag der Republikaner bilden sollte, veröffentlichte die Enthüllungs-Plattform Wikileaks vertrauliche E-Mails aus der Parteizentrale DNC (Democratic National Committee).

Aus den Mails geht hervor, wie führende Partei-Funktionäre versuchten, Hillary Clintons innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders zu diskreditieren, etwa weil er Atheist ist. Die Rede ist von einer Schmutzkampagne gegen Sanders. Der hatte schon vorher seine Niederlage gegen Clinton eingestanden und unterstützt seither die Präsidentschafts-Kandidatur Hillary Clintons. Die veröffentlichten E-Mails, so erklärte er, hätten ihn nicht schockiert: “I mean, there’s no question to my mind, no question to any objective observer’s mind, the DNC was supporting Hillary Clinton and I’m not shocked by this.”

Trotzdem schlug die Wikileaks-Veröffentlichung zum Start des Demokraten-Parteitags hohe Wellen in den USA und erzürnte viele von Sanders Anhängern, die nun dem Clinton-Lagers Foulspiel vorwerfen. Der Leak hat einen Keil zwischen die Demokratische Partei getrieben und somit offenbar seinen Zweck erfüllt. Hillary Clintons Wahlkampf-Manager Robby Mook versuchte schnell, vom eigentlichen Inhalt des Leaks abzulenken und zeigte mit dem Finger auf Russland und Donald Trump. „Es ist beunruhigend, dass uns Experten sagen, dass die Russen das getan haben, um Donald Trump zu helfen“, erklärte Mook in einem Interview.

Die russische Regierung und Donald Trumps Wahlkampfteam haben die Anschuldigungen – wenig überraschend – zurückgewiesen. Medien wie The Daily Beast stoßen allerdings ins gleiche Horn wie Clintons Wahlkampf-Manager und verdächtigen die Russen, Wikileaks mit Informationen gefüttert zu haben, die Clinton kompromittieren. Zitiert werden namentlich nicht genannte Experten und Offizielle, die auf Trumps Nähe zu Putin und Russland verweisen. Der ehemalige Geheimdienst-Chef David Shredd von der Defence Intelligence Agency wird bei Daily Beats mit den Worten zitiert: “The release of emails just as the Democratic National Convention is getting underway this week has the hallmarks of a Russian active measures campaign.”

Anzeige

Das FBI, das in dem aktuellen Vorfall ermittelt, wollte den Sachverhalt allerdings nicht kommentieren. The Daily Beast verweist aber auf eine anonyme Quelle, laut der das FBI bereits im April das DNC von einem Hack informiert habe. Zwei rivalisierende russische Hacker-Gruppen sollen damals angeblich mit dem Vorfall zu tun gehabt haben. Der DNC beauftragte eine IT-Sicherheitsfirma, die ebenfalls Indizien für eine Verbindung der Hacker zu russischen Regierungskreisen gefunden haben wollen.

Harte Beweise, dass tatsächlich Russland hinter dem aktuellen E-Mail-Leak steckt, fehlen indes. Klar ist, dass die Story vor allem Donald Trump nützt und Wladimir Putin ein Interesse an einem NATO-kritischen US-Präsidenten Trump haben dürfte, weil dies den Westen politisch vermutlich weiter destabilisiert. Und auch Wikileaks wird gerne unterstellt, mit den USA noch eine Rechnung offen zu haben. Immerhin sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange immer noch in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, weil ihm in Schweden wegen den Vorwürfen Sexueller Nötigung ein Prozess gemacht werden soll und er eine Auslieferung in die USA fürchtet.

Demokraten und liberale Medien wollen also gerne glauben, dass eine Putin-Trump-Wikileaks-Verschwörung hinter dem jüngsten Wikileaks Leak steckt. Aber egal, wer die Informationen letztlich durchgestochen hat: Die Echtheit der für das Clinton-Lager und die Demokraten extrem peinlichen E-Mails bestreitet niemand. Der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung lässt einen aber tatsächlich kaum daran glauben, dass allein hehre Ziele hinter dem Leak stecken.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia