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Nach Münchner Amoklauf: Focus bringt aktualisierte Ausgabe mit 24 neuen Seiten an den Kiosk

Focus-Chefredakteur Robert Schneider, aktualisiertes Cover zum Massenmord in München: “Tage, für die es kaum Worte gibt”
Focus-Chefredakteur Robert Schneider, aktualisiertes Cover zum Massenmord in München: "Tage, für die es kaum Worte gibt"

Große "Lagen" (er)fordern große Magazine. Doch oft stellen Breaking News gerade die wöchentlichen Printtitel vor besondere Herausforderungen: So ereignete sich der Amoklauf in München zu einem Zeitpunkt, als Spiegel und Focus ihre Heftproduktionen längst abgeschlossen hatten, die Magazine gedruckt und ausgeliefert waren. Was tun? Beim Focus entschied man sich zur Aktualisierung, der Spiegel nicht.

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Die Focus-Redaktion und ihr Chefredakteur Robert Schneider haben eine 24-Seiten-Strecke komplett neu produziert. Dazu wurde das Editorial und einige anderen Geschichten noch aktualisiert. „In der neuen Ausgaben setzten wir ganz bewusst auf einen ruhigen und sachlichen Ton“, erklärt der Chefredakteur gegenüber MEEDIA. „Uns war es wichtig mit dem nötigen Abstand über die Amoktat zu berichten, einzuordnen, Hintergründe zu erklären und im klassichen Focus-Sinn Fakten sprechen zu lassen.”

Als Titelbild zeigt die Redaktion das mittlerweile symbolische Foto des Täters vom Parkdeck des Einkaufszentrums. Die Zeile dazu ist das Datum der Tat, plus der Hinweis, dass der Focus exklusiv das Funkprotokoll der Polizei veröffentlicht.„Das Funkprotokoll zeigt auf beeindruckende Weise, wie diese Tat eine Millionen-Stadt lahmgelegt und in einen Ausnahmezustand versetzt hat“, sagt Schneider. „aber auch, mit welcher Professionalität die Polizei, diese nie da gewesene Herausforderung in München meisterte.“

Der neue Aufmacher ersetzt das aktuelle Doppelcover. Die Münchner hatten ihre Titelseite geteilt und zum einem die Story „Macht. Wahn. Erdogan.“ über die aktuelle Lage in der Türkei nach dem Putsch gemacht und zum anderen mit einer großen Geschichte über „Die neue Hybrid-Fitness“ getitelt. In seinem neuen Editorial schreibt Chefredakteur Schneider über das nachrichtliche Wechselbad in der vergangenen Woche: “Die FOCUS-Redaktion hatte für diese Ausgabe Dutzende Titelbilder konzipiert – zu Erdogans Machtergreifung, zu Würzburg, zu unserer großen Geschichte über die neue Wissenschaft der HybridFitness. Nun ist in dieser aktualisierten Ausgabe der Amokläufer Ali David S. auf unserem Cover.”

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Fc30_Aktualisiertes Editorial

 

Das um die Hintergründe zum Amoklauf ergänzte neue Heft wird ab dem morgigen Dienstag im Handel erhältlich sein. Gegensatz zu den Münchnern wird der Spiegel seine Ausgabe nicht aktualisieren. Die neuesten Nachrichten zu dem Amoklauf gebe es bei Spiegel Online, teilte ein Verlagssprecher auf MEEDIA-Anfrage mit.

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Alle Kommentare

  1. “Braking News” sind Bremsnachrichten, liebe Kollegen. Wäre auch mal gut in diesen aufgeregten Tagen, aber Ihr meint wohl “breaking news”

  2. Zugegeben: die Magazine haben es schwer gegen die News im TV oder Internet. Deswegen geht die Auflage zurück. Lobenswert, der Versuch, aktuell zu sein. Nur: es kostet Extrageld und bringt nichts. Welcher Leser kauft das, was er bereits schon tagelang in allen Variationen eingebläut bekam? Und zahlt noch Geld dafür???
    Da geh ich doch lieber einen Cappuccino trinken …
    Die Verlage merken nicht, welche Totgeburten sie mit ihren Magazinen haben. In fünf Jahren gibt es das alles nicht mehr, dann sind die Alten ausgestorben, und die Jungen sind keine Magazinkäufer mehr. Aus die Maus. Auch gut. Selbst schuld.
    Und sollten die arbeitslosen Journalisten sich die Politik als Arbeitsfeld aussuchen, ja, dann geht die Republik ganz den Bach runter.
    Ich selbst lese schon seit gut 15 Jahren diese Blättchen nicht mehr (Focus schon erst recht nicht!), kann damit wunderbar leben. Und jetzt überlege ich, auch keine Nachrichten mehr anzuschauen, weil es ist nur Terror, Terror, immer nur Chaos. Das hilft keinem, nur dem Terroristen.

  3. Im Unterschied zu Mr. High (oben) lese ich zwar noch an Blättchen, was mir zwischen die Finger kommt. Aber warum darf man nicht im Sommer sich fürchten (vgl. Schneiders letzter Satz oben) in einer Situation, in der seitens der BK zum Ausdruck gebracht wird, Militär gegens Volk einzusetzen, was bekanntlich in der DDR nicht passierte?

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