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Wegen SS-Vergangenheit: „Derrick“ aus dem ZDF verbannt

Offenbar wird Horst "Derrick" Tappert (†85) nie wieder im ZDF ermitteln

Als „Derrick“ ging Horst Tappert (†85) 23 Jahre auf Verbrecherjagd – die Wiederholungen des Kult-Krimi liefen noch viele weitere Jahre im ZDF. Nun ist damit wohl endgültig Schluss: Auf Anfrage von Bild erklärt ein ZDF-Sprecher: „Das ZDF plant auch weiterhin keine Wiederholungen.“ Grund dafür soll die SS-Vergangenheit des Schauspielers sein.

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Bereits seit drei Jahren steht der bekannte TV-Kommissar selbst unter Verdacht. 2013 wurde bekannt, dass Horst „Derrick“ Tappert als 19-Jähriger bei einer Flak-Abteilung unter dem Kommando der Waffen-SS diente. Bis heute ist zwar nicht bekannt, ob der Schauspieler auch an Kriegsverbrechen beteiligt war, doch das ZDF reagierte damals prompt und erklärte, man werde keine „Derrick“-Wiederholungen mehr ausstrahlen. Das wird offenbar auch so bleiben: Auf Anfrage der Bild-Zeitung erklärte ZDF-Sprecher Peter Gruhne: „Das ZDF plant auch weiterhin keine Wiederholungen.“ Das endgültige Programm-Aus für „Derrick“ scheint offenbar besiegelt.

Auch der berühmte „Derrick“-Assistent Fritz Wepper meldet sich in dem Boulevard-Blatt zu Wort – und zeigt Unverständnis: „Man muss eine persönliche Vergangenheit auch immer im Verhältnis zur damaligen Zeit einordnen.“, so der 74- Jährige zu Bild. „Ein Stück TV-Kult, das Millionen mögen, zu verdammen, weil die Geschichte eines Darstellers Fragen aufwirft, halte ich für übertrieben und eine Bevormundung der Zuschauer.“

Ähnlich sieht das auch Claus Legal (77), mehr als 20 Jahre zuständiger Redakteur für den TV-Krimi. „Ich würde aus heutiger Sicht über Horst nicht so abwertend urteilen. Er hat in seinem Leben danach längst bewiesen, dass er fest auf dem Boden der Tatsachen steht.“, sagte er gegenüber der Zeitung.

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