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IVW-Zeitungs-Analyse: Bild, Welt und FAS verlieren kräftig, Handelsblatt und Zeit im Plus

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Wenn es eine Erkenntnis aus den aktuellen IVW-Auflagenzahlen für das zweite Quartal des Jahres gibt, dann ist es die Beobachtung, dass Digital-Abos einen gewissen Grund zur Hoffnung geben. Sowohl das Handelsblatt, als auch die Zeit konnten deshalb wachsen. Ansonsten kämpfen alle überregionalen Tageszeitungen mit teils kräftigen Verlusten. So verlor die Bild annähernd 11,9 Prozent und bleibt weiterhin unter der Grenze von zwei Millionen Exemplaren pro Tag.

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Insgesamt verkaufte die Bild, inklusive B.Z., bundesweit 1.956.431 Exemplare. Die Berliner dürften sich besonders um das Minus beim Einzelverkauf sorgen. An den Kiosken und in den stummen Verkäufern summierte sich das Minus auf 13,4 Prozent. Allerdings kämpfen derzeit alle Boulevard-Titel mit massiven Verlusten. Der Kölner Express musste beispielsweise ein Minus von 14,43 Prozent (Gesamtverkauf 96.537 Exemplare) verdauen und die Hamburger Morgenpost Verluste von 11.92 Prozent. Das bedeutet wiederum, dass die Bild ihren Marktanteil mindestens halten, wenn nicht sogar leicht ausbauen konnte.

Neben der Bild dürfte allerdings auch die Auflagenentwicklung der Welt das Springer-Management beschäftigen. Die blaue Gruppe verlor gut zehn Prozent. Dieses Minus hängt allerdings auch damit zusammen, dass die Berliner die Anzahl der Verkaufsstellen kräftig reduzierten, um Überproduktionen abzubauen. Dagegen sieht das Minus von FAZ und SZ mit 3,50 Prozent bzw. 3,65 Prozent fast schon moderat aus.

Grund zur Freude hat das Handelsblatt. Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Abonnenten auf 85.886. Das entspricht einem Zuwachs von 0,5 Prozent. Auf 5-Jahressicht gerechnet, liegt der Zuwachs an Abonnenten mittlerweile bei rund 12 Prozent. Die Düsseldorfer haben ausgerechnet, dass im selben Zeitraum die überregionalen Tageszeitungen ein Abo-Minus von 15,5 Prozent hinnehmen mussten. Ein wichtiger Wachstumstreiber der Wirtschaftszeitung sind die boomenden Digital-Abos. Diese konnten die Düsseldorfer um 11.317 auf nun 36.891 steigern.

Beim Gesamtverkauf verzeichnete das Handelsblatt ein Plus von 2,4 Prozent auf nun 125.924 Exemplare. „Die über die letzten Jahre stetig gestiegenen Abonnentenzahlen unterstreichen einmal mehr die hohe Relevanz von Qualitätsjournalismus. Eine moderne Zeitung wie das Handelsblatt verbindet Information mit Inspiration – dies wissen unsere Leserinnen und Leser zu schätzen“, kommentiert Gabor Steingart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt. „Hinzu kommen die positiven Effekte des Handelsblatt Wirtschaftsclubs: Seit Clubstart im Januar ist die bereits traditionell niedrige Kündigerquote noch einmal spürbar zurückgegangen. Es gibt jetzt mehr als einen Grund, die Zeitung zu abonnieren.”

Überregionale Tageszeitungen im 2. Quartal 2016:

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Verkauf 2016-II vs. 2015-II
Platz Titel 2016-II 2015-II absolut in %
1 Bild (mit B. Z.) 1.956.431 2.219.739 -263.308 -11.86%
2 Süddeutsche Zeitung 368.814 382.803 -13.989 -3.65%
3 FAZ 256.188 265.481 -9.293 -3.50%
4 Die Welt 180.388 200.577 -20.189 -10.07%
5 Handelsblatt 125.924 122.939 2.985 +2.43%
6 Tageszeitung 51.822 53.040 1.218 -2.30%
7 Neues Deutschland 28.367 30.339 -1.972 -6.50%

 

Wochen- und Sonntagszeitungen im 2. Quartal 2016:

Verkauf 2016-II vs. 2015-II
Platz Titel 2016-II 2015-II absolut in %
1 Bild am Sonntag 1.008.439 1.087.784 -79.345 -7.29%
2 Die Zeit 504.779 503.814 965 +0.19%
3 Welt am Sonntag plus Welt kompakt 381.938 400.077 -18.139 -4.53%
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 251.529 277.857 -26.328 -9.48%
5 Katholische Sonntagszeitung 37.422 39.929 -2.507 -6.28%
6 Junge Freiheit 28.246 24.126 4.120 +17.08%
7 Der Freitag 19.708 19.502 206 +1.06%
8 Jüdische Allgemeine 6.190 5.489 701 +12.77%

 

Fast schon eine gewisse Tradition haben die positiven Auflagen-Meldungen von der Zeit. Die Hamburger konnten ihre verkaufte Auflage steigern, wenn auch lediglich im mikroskopischen Bereich. Von jeder Ausgabe wurden laut IVW 2/2016 durchschnittlich 504.779 Exemplare verkauft – 965 Exemplare (+0,2 Prozent) mehr als im Vorjahresquartal. Das Wachstum der Wochenzeitung verdankt die Redaktion vor allem einem deutlichen Zuwachs im digitalen Verkauf. Er ging um 43,8 Prozent (+13.504 Exemplare) nach oben. „Unser Digitalabonnement entwickelt sich prächtig und ist zu einer stabilen Erlösquelle geworden. Das freut mich ganz besonders, weil wir unser digitales Paid-Content-Angebot im kommenden Herbst weiter ausbauen wollen“, kommentiert Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser: „Unsere Leser sind bereit, für den besonderen Journalismus der Zeit zu bezahlen – egal ob auf Papier oder digital.“

Zudem fällt bei den Wochen- Sonntagszeitungen auf, dass in der Sparte noch ein gewisses Wachstum möglich ist. So konnte die Junge Freiheit um 17,08 Prozent (jetzt 28.246), die jüdische Allgemeine um 12.77 Prozent (Jetzt 6.190 Exemplare) wachsen und selbst der Freitag legte um gut einen Prozent auf 19.708 Exemplare zu. Zu kämpfen haben allerdings die großen Sonntagszeitungen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung verlor 9,48 Prozent, die Welt am Sonntag 4,53 Prozent und auch die Bild am Sonntag 7,29 Prozent.

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Alle Kommentare

  1. NaJa, vermutlich ist der Erfolg der “Jungen Freiheit” durch die wachsende Anzahl der Pegida-Anhänger (können die lesen??) zu erklären.

    Ob das den Zeitungsmarkt rettet??

    1. Herr Schmitz,
      das soll wohl nur eine witzige Bemerkung von Ihnen sein, dennoch: Hat ein Analphabet ein geringes demokratisches Mitbestimmungsrecht als seine Mitmenschen? Muss der Mensch vollkommen sein, wenn er Mitsprache haben möchte? Sie klingen wie aus längst vergangen, nicht gerade ruhmreichen Tagen.

    2. Schmitz,

      werfen Sie doch bitte mal einen Blick auf die Leseranalyse der JUNGEN FREIHEIT:

      “Damit zählen die JF Leser, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt, überwiegend zur besonders einkommensstarken Bevölkerungsschicht.

      Ähnlich privilegiert sind JF-Leser im Bildungsbereich. 48,9 Prozent haben einen akademischen Abschluß und 82,9 Prozent konnten ihre Schule mit dem Abitur verlassen.”

      1. Exakt das macht mir Angst!

        Reiches Bildungsbürgertum, dass in eine bestimmte politische Richtung driftet, aber nicht zu differenzieren vermag.

    3. Man, oh, man, – Schmitz,

      Ihr 1. und Ihr 2. sinnfreier Kommentar widersprechen sich.

      Im 1. orakeln Sie über Pegida-Anhänger, die nicht lesen können.
      Im 2. schwadronieren Sie über das Reiche Bildungsbürgertum.

      Also, vermutlich Reiches Bildungsbürgertum, das nicht lesen kann?
      Äh ???

      Wegtreten, Schmitz. Ganz schnell wegtreten.

  2. Herr Schmitz, und Sie können nicht einmal “das” und “dass” unterscheiden. Eine solch um sich greifende Rechtschreibschwäche macht mir Angst!

    1. Oooch – es war schon immer so: Wer einen Tip(p)-Fehler fand, durfte ihn behalten…
      Insofern: Herzlichen Glückwunsch, Herr Pankow, äh Pankau..

      1. @Jupp Schmitz
        Nein – das war nicht immer so! Wer andere als Trottel oder Bildungsverlierer darstellen will (obwohl das Gegenteil der Fall ist), dann aber nicht einmal das/dass unterscheiden kann, zeigt auf, dass er selbst ein Bildungsverlierer ist, der außer, Hass auf andere, nichts weiter vorzuweisen hat.

        Ganz einfach Herr Schmitz!

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