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Kein Abitur, kein Jura-Examen: Blog entlarvt Lebenslauf von SPD-Politikerin Petra Hinz als Komplett-Fake

SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz aus Essen: akademische Ammenmärchen im Lebenslauf

Unrechtmäßig erworbene Doktortitel waren gestern: Petra Hinz, Bundestagsabgeordnete der Sozialdemokraten, legt noch eins drauf. Nachdem das Essener Lokal-Magazin Informer über die Politikerin recherchiert hatte, gab diese nun über ihren Anwalt bekannt, ihren Lebenslauf zum Großteil erfunden zu haben. Anders als angegeben hat Hinz, die sich als Juristin ausgegeben hatte, weder Staatsexamen noch Studium. Nicht einmal ein Abitur hat sie entgegen ihres Lügen-Lebenslaufs gemacht. Das Social Web reagiert fassungslos.

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„In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit“, heißt es in der Erklärung, die auf der Homepage der Bundestagsabgeordneten veröffentlicht wurde.

Hinz‘ falscher Lebenslauf ist nach wie vor online abrufbar. Demnach habe die 54-Jährige 1984 ihr Abitur abgeschlossen und nach einer Ausbildung zur Moderatorin ihr Jurastudium mit erstem und zweitem Staatsexamen abgeschlossen. Anschließend habe sie als Juristin gearbeitet.

Doch das Leben der angeblichen Juristin ist erfunden. Hinz habe lediglich das Fachabitur abgeschlossen, erklärt ihr Anwalt, nachdem das Essener Lokalmagazin Informer über Zweifel an Hinz‘ Glaubwürdigkeit berichtet hatte. Um die falsche Biografie wieder zu begradigen, habe sie in den 90er Jahren versucht, das Abitur nachzuholen. Allerdings sei dies wegen des beruflichen Erfolgs gescheitert: „Aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihre ehrenamtlichen politischen Engagements musste sie diesen Versuche jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben.“

In der Mitteilung betont der Rechtsvertreter jetzt, dass seine Mandantin zu keinem Zeitpunkt „rechtsberatend tätig war“. In ihrer Zeit als Angestellte in den Jahren 1999 bis 2003 seien die Tätigkeiten in Wahrheit „nicht juristischer Natur“ gewesen.

Weiter sei Hinz „sehr bestürzt“ darüber, „nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen“, heißt es weiter. „Sie bittet ihre Wegbegleiter, ihre Mitarbeiter, ihre Freunde und Familie, all die Menschen, die ihr vertraut haben, und auch die allgemeine Öffentlichkeit von ganzem Herzen um Entschuldigung.“

Nicht nur für Hinz, sondern auch für ihre Partei ist die Offenlegung dieser Lebenslüge ein Image-Gau, der nun Angriffsfläche fpr konkurrierende Parteien schafft, aber auch allgemein das Vertrauen in die Politik erschüttert, wie bereits erste Reaktionen im Social Web zeigen.

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