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IVW-Blitzanalyse der Zeitschriften Top 50: Der Spiegel verliert 6,2 Prozent, die Landlust 9 Prozent

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Die verkauften Auflagen fast aller großen Zeitschriften sinken weiter – und das immer schneller und immer heftiger. Das ist das erste Ergebnis der MEEDIA-Blitzanalyse der IVW-Auflagenzahlen für das zweite Quartal 2016. Der Spiegel verliert etwa im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutliche 6,2 Prozent. Die erfolgsverwöhnte Landlust muss erstmals ein sattes Minus von 9 Prozent verkraften.

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Zwischen April und Ende Juni kam der Spiegel im Gesamtverkauf auf 771.450 Exemplare. Im Vorjahr waren es noch 822.761 Hefte. Die Verluste des stern fallen dagegen fast schon moderat aus. Gruner + Jahrs Nachrichten-Klassiker verzeichnet ein Minus von 4,3 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass die Hamburger im Durchschnitt noch 704.729 Exemplare absetzten konnten. Die verkaufte Auflage des Focus schrumpfte ebenfalls – um 4,7 Prozent. Das Burda-Magazin liegt im Gesamtranking auf Position 18. Damit konnte der Focus seine Position innerhalb der vergangenen drei Monate exakt halten.

Bereits beim ersten Blick auf die Top Ten der Zeitschriftenverkäufe ist nur rot zu sehen. Alle zehn Top-Seller müssen ein Minus verkraften. Der erste Titel, der keine Federn lassen musste, ist TV plus mit einem Mini-Plus von 0,7 Prozent. Der größte Verlierer in der Spitzengruppe ist die Landlust. Das Print-Wunderkind verlor 9,01 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was rund 94.000 Heftverkäufen entspricht. Im zweiten Quartal 2016 reichte es für die Landlust für einen immer noch extrem beeindruckenden Gesamtverkauf von 946.159.

Beim Blick auf die erste Hälfte der Top 50 fällt zudem noch das Minus der Brigitte mit -7,08 Prozent und das der Auto Bild von 11,7 Prozent auf.

Die Top 25 der am Kiosk erhältlichen Zeitschriften:

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Verkauf 2016-II vs. 2015-II
Platz Titel 2016-II 2015-II absolut in %
1 TV 14 2277079 2354750 -77671 -3,3
2 TV Digital 1609929 1707430 -97501 -5,7
3 TV Direkt 1092931 1127538 -34607 -3,1
4 Hörzu 1038901 1086609 -47708 -4,4
5 TV-Movie 1020269 1112631 -92362 -8,3
6 Landlust 946159 1039955 -93796 -9
7 Auf einen Blick 829522 892073 -62551 -7,01
8 TV-SPIELFILM 818157 885524 67367 -7,6
9 Bild der Frau 777050 820978 -43928 -5,4
10 DER SPIEGEL 771450 822761 -51311 -6,2
11 Freizeit Revue 724827 763020 -38193 -5,0
12 Stern 704729 736325 -31596 -4,3
13 nur TV plus 691546 686803 4743 0,7
14 TV-Hören und Sehen 595286 633460 -38174 -6,0
15 Neue Post 579253 617687 -38434 -6,2
16 TV pur 536087 533029 3058 0,6
17 Brigitte 479158 515711 -36553 -7,1
18 Focus 477965 501504 23539 -4,7
19 Bunte 475990 514945 -38955 -7,6
20 Freizeitwoche 433098 437066 -3968 -0,9
21 Funk Uhr 409929 433250 23321 -5,4
22 Neue Blatt, Das 406554 424175 -17621 -4,2
23 Auto Bild 374981 424560 -49579 -11,7
24 Tina 366868 389539 -22671 -5,8
25 Meine Familie & ich 364106 359039 5067 1,4

Auf den Plätzen 26 bis 50 setzten sich großen Verluste innerhalb der Top-Seller unter den Zeitschriften noch fort. Allerdings finden sich hier auch ein paar Gewinner. So konnte die Auto, Motor und Sport ihre verkaufte Auflage um 4 Prozent auf jetzt 359.619 steigern, wie auch das Computer-Magazin C’t, das ein Plus von 1,5 Prozent verzeichnete.

Besonders deftig fielen die Verluste für die Freundin (-20,3 Prozent), InStyle (-18,6 Prozent) oder auch die Computer Bild (-14,9 Prozent) aus.

Die Top 26 bis 50 der am Kiosk erhältlichen Zeitschriften:

Verkauf 2016-II vs. 2015-II
Platz Titel 2016-II 2015-II absolut in %
26 auto motor und sport 359619 345834 13785 4,0
27 TV für mich 354162 334420 19742 5,9
28 Aktuelle, Die 353958 370624 -16666 -4,5
29 Freizeit Spass 352239 359095 -6856 -1,9
30 Sport Bild 348525 370812 -22287 -6,0
31 Reader´s Digest Das Beste 347183 362299 15116 -4,2
32 Fernsehwoche 346695 370132 23437 -6,3
33 Mein schöner Garten 328952 359941 -30989 -8,6
34 Laviva 319894 324443 -4549 -1,4
35 InStyle 317607 390207 -72600 -18,6
36 SUPERillu 280878 299537 -18659 -6,2
37 Gala 280045 307871 -27826 -9,0
38 Freundin 279681 350885 -71204 -20,3
39 Für Sie 265960 273712 -7752 -2,9
40 mein schönes Land 264551 258506 6045 2,3
41 Land IDEE 262014 265577 -3563 -1,3
42 c’t magazin für computertechnik 260465 256539 3926 1,5
43 Cosmopolitan 256568 296761 -40193 -13,5
44 Frau im Trend 253721 262391 -8670 -3,3
45 TV TODAY 241501 259533 -18032 -6,9
46 Lisa 237821 245891 -8070 -3,3
47 Computer Bild 236964 278566 -41602 -14,9
48 Frau im Spiegel 236427 248830 -12403 -5,0
49 Wohnen & Garten 231913 230035 1878 0,8
50 Geo 230357 242561 -12204 -5,0

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Alle Kommentare

      1. Was wäre eigentlich wirklich, wenn es keine Presse mehr gäbe? Wäre dann alles besser? Statt R- High -> IQ-Down!

      2. @Tom
        Es gibt genügend alternative Medien die wesentlich besser informieren (und die auch stark wachsen).

        Desinformations-Blätter (das war höflich formuliert) wie Spiegel, ZEIT, FAZ, Süddeutsche, Welt, Stern etc. braucht kein Mensch mehr!

        Ich habe gerade mal testweise die Online-Versionen dieser “Blätter” aufgrufen und überall ist das selbe erbärmliche Bild zu sehen. Anti-Trump-Hetze, Relativierungen bzgl. islamistischer Anschläge, dazu irgendwas mit Gender, Bunt-ist-gut-bla, ein “Promi” hat sich scheiden lassen …. das wars … mehr leider nicht.

        Die können alle weg und gehen zu recht unter!!!

        Den IQ der Bevölkerung wird der Untergang dieser “Blätter” auch nicht senken sondern eher steigern!

      3. @Matthias (unten um 11:29):
        Natürlich ist es legitim, wenn Ihnen die Themen nicht gefallen und Sie daraus Ihre Schlüsse ziehen. Dafür aber eine ganze Branche zu bashen und ihr den Untergang zu wünschen, ist natürlich ganz und gar nicht fein.

        Aber lassen Sie uns doch teilhaben an den vorbildlichen Medien, „die wesentlich besser informieren“. Wie lauten diese? Bislang haben wir von Ihnen nur erfahren, was nicht in’s gedankliche Portfolio passt.

        Wenn es keine Presse mehr geben sollte, wer macht denn dann eigentlich den Berichterstatter?

    1. Die Antwort wird sein: Compact, PI etc. Willkommen in der Realsatire. Weil mir die politische Ansicht mancher Blätter nicht gefällt wünsche ich mir deren Untergang. Das hat was von Erdogan. Kewil TV für alle!

  1. Preiserhöhungen und die Titelflut haben daran einen größeren Anteil als das Internet. Ständig erscheinen neue Titel oder Ableger bekannter Titel, die nun wirklich fast niemand braucht, aber es geht seit Jahren so weiter.
    Ein paar positive Beispiele wie “Landlust” und “Mint” machen die Verluste nicht wett, die Hunderte von neuen Titeln seit der Jahrtausendwende “erwirtschaftet” haben. Für PR, Relaunch und Freebies ist jede Menge Geld da, für einen besseren Journalismus und eine faire Bezahlung der freien Mitarbeiter aber nicht. Seltsam.
    Dazu kommt auch eine Ausdünnung des Vertriebssystems, immer mehr klassische Kioske machen dicht, immer mehr Kioske reduzieren ihr Presseangebot drastisch.

    1. Ja, wirklich komisch. Eine Zeitschrift mit 40.000 fehlt in einem Ranking, das bei 250.000 verkauften Exemplaren endet. Viel Glück beim Lesen dieses Mysteriums, liebes Mathegenie

      1. Was soll daran komisch sein?? Die IVW veröffentlicht ausschließlich Zahlen der MITGLIEDER!
        Wenn sich eine Zeitschrift der IVW-Prüfung nicht unterzieht, gibt es auch keine validen Daten über die Auflagenhöhe!
        Daraus könnte man seine Schlüsse ziehen!!
        Und um die o.g. Tatsache zu erkennen, muss man kein Mathegenie sein, sondern es reicht für den internetaffinen Leser ein Blick auf http://www.ivw.eu.

  2. Das ist tragisch. Für mich ist es ein bißchen so, als wenn ich von einem alten Freund hörte, der vor Jahren in schlechte Gesellschaft kam und zu dem ich den Kontakt abbrechen mußte, um da nicht selbst reingezogen zu werden. Schön, dass es ihn noch gibt, wenn auch nicht mehr so wie ich ihn kannte und schätzte. Fragt sich aber, wie lange ihn die falschen Freunde noch tragen.

  3. Man würde gern das Verhältnis zu den Gesamteinnahmen wissen, also letztlich das des wörtlichen VERBEN in der Red-Aktion zu den Einnahmen für das WERBEN. In der sicher wohl wahren Annahme eines Mehrfachen der Einkünfte vom Werben als vom Heftverkauf spiegelte sich dann doch die Tatsache, dass es sich eigentlich nun mehr um eine Bild-Zeitschrift handelt. Womit ich nicht etwa den verbalen Wert infrage stellen – als vielmehr dessen Unterbewertung feststellen will. MfG

  4. Das wirklich Paradoxe – im Para eben dieser Unterbewertung des Verbalwertes neben dem Werbewert des Spiegels, in Hinsicht auf die jeweiligen Anteile an den Gesamteinnahmen – ist, dass die Werbung derem Hersteller und dazu ihrem Hinsteller in die Öffentlichkeit – also doppelt – bezahlt werden muss. Die Werbung ist also ein so seltsames Ding wie wenn ein Bäcker den Kunden mit seinem Produkt auch noch dafür bezahlte, dass der für ihn der Träger seiner Werbe-Kunde ist. Damit ist immerhin der Doppelsinn des Wortes Kunde im Sinne auch einer Wortkunde als sinnhaft zu befinden, bzw. gefunden. Doch was ist das schon Wert? Etwa nicht mal die Kundgebung dessen der Allgemeinheit, wenn ich nicht dafür bezahle?

    1. @Ackermart
      Für mich als Nichtakademiker mit einfachen Worten dargestellt: Wenn die Wirtschaftsunternehmen mit ihren Werbegeldern eine geliebte Zeitschrift mehr und mehr finanzieren und somit leider dazu beitragen, dass diese Gazette zu einem Werbeblättchen verkommt, muß ich als “Endverbraucher” nicht noch einmal dafür bezahlen, um diese Werbung weiter tragen und verbreiten zu dürfen.

  5. Ich glaube in etwa so wie der – oben von mir beschriebene – Bäcker müssen sich SPON-Schaffende dieser Tage gegenüber dem Teil ihrer zahlungsunwilligen Kundschaft fühlen. …Beim quasi Verschenken ihrer Arbeit nicht etwa billigen Dank erntend, sondern meistens auch noch Häme und schlechte Nachrede in Kauf nehmend – für den Nichtverkauf. Warum das nun so ist – ist ein anderes Thema, bei dem ich mich auch nur viel weniger in Euch hineinversetzen kann.

  6. Wen wundert’s? Die Eingeborenen von Germanistan sehen halt nicht mehr ein, warum sie für Regierungspropaganda, Ablenkung mit Belanglosigkeiten und Ausblendung politisch unkorrekter Tatsachen auch noch zahlen sollen.

  7. Viele Jahre “Zeit” gelesen. Mit der Ausgabe in arabisch war dann Schluss. Gott sei Dank gibt es jetzt “Cicero”. Das war die Rettung.

    1. Bei mir war schon in den 90ern Schluss, als die feine linksliberale Bürgerpostille sich da hemmungslos an Schröders neoliberalen Agendakurs hängte, statt mal humanistisch gesinnt zu opponieren. Nun bekommt sie zuletzt die eigene bittere Medizin zu schmecken. Angebot und Nachfrage halt, der Markt regelt alles. Schumpeter, Baby! Auch eine ZEIT ist nicht vor der kreativen Zerstörung gefeit, die sie selbst bejubelte. Vielleicht kommt ja nun was besseres und sie muss dafür weichen. Wer wird denn da sentimental werden.

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