Partner von:
Anzeige

Rätsel um Unister-Insolvenz: Brachte ein fälliger 50 Millionen-Kredit das Internetunternehmen zu Fall?

Unister-Gründer Thomas Wagner: Rätselraten um den Grund des Todesflugs und die Ursache der Holding-Insolvenz
Unister-Gründer Thomas Wagner: Rätselraten um den Grund des Todesflugs und die Ursache der Holding-Insolvenz

Vier Tage nach dem Tod der Unister-Gründer Thomas Wagner und Oliver Schilling hat die Holding Insolvenz angemeldet. Der Zusammenbruch der Muttergesellschaft von Portalen wie ab-in-den-urlaub.de und travel24.de birgt viele Rätsel. Vor allem, wie es zu dem überraschenden Aus kam. Laut Handelsblatt geriet das Unternehmen in die Schieflage, weil ein Kredit des Hamburger Versicherungskonzerns Hanse Merkur überfällig war.

Anzeige
Anzeige

Erst sterben die beiden Unister-Gründer bei einem tragischen Flugzeugabsturz, dann gerät die Muttergesellschaft wenige Tage später in eine finanzielle Schieflage und muss für die Holding Insolvenz anmelden. Trotz der ungewissen Zukunft des Webunternehmens, zu dem Portale wie ab ab-in-den-urlaub.de und travel24.de gehören, machte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther gestern den rund 1100 betroffenen Mitarbeitern Mut. „Das vorläufige Insolvenzverfahren ermöglicht es der Unister Holding, in dieser schwierigen Phase voll handlungsfähig zu bleiben und langfristig ihre Einheit als Unternehmen zu sichern“, teilte Flöther mit.

Doch das finanzielle Aus der Unister Holding wirft viele Fragen auf. Vor allem warum, die Gesellschaft überraschend Insolvenz anmelden musste. In den Medien kursieren hierzu diverse Spekulationen. Laut Handelsblatt soll angeblich ein Kredit über 50 Millionen Euro, den der Hamburger Versicherungskonzern Hanse Merkur dem Unternehmen gewährt haben soll, seit Oktober überfällig gewesen sein. Ob das Darlehen für den Zusammenbruch verantwortlich ist, konnte ein Sprecher des Insolvenzverwalters nicht beantworten. „Wir sind derzeit dabei, die Ursachen für den Zusammenbruch der Gesellschaft festzustellen“, sagt er gegenüber MEEDIA. Möglicherweise könnten am Nachmittag weitere Einzelheiten folgen.

Anzeige

Auch die Hanse Merkur wollte sich gegenüber MEEDIA zu dem fraglichen Millionen-Kredit nicht äußern. Der Versicherungskonzern lehne es generell ab, zu Geschäftsinterna Auskunft zu geben. Dennoch: Die Gerüchte über das Millionen-Darlehen beschäftigen das Unternehmen offenbar seit Jahren. So sei die Hanse Merkur hierzu bereits mehrfach in der Vergangenheit von Journalisten angesprochen worden, betont ein Hanse Merkur-Sprecher. Jedesmal habe man hierzu aber Kommentare abgelehnt.

Die Unister-Gründer steckten offenbar seit Längerem in Geldnöten. Sie sollen sich seit Monaten um Investoren bemüht haben. Laut FAZ suchten sie Interessenten als Teilhaber für die Holding oder als Partner für die Reisesparte. Als mögliche Investoren sind diverse namhafte Geldgeber im Gespräch – darunter der Finanzinvestor EQT, der Medienkonzern ProSiebenSat.1 und der Ticket-Händler CTS Eventim. Alle Unternehmen sollen aber abgewunken haben. Jetzt könnte sich dies aber ändern. Durch das vorläufige Insolvenzverfahren verbessern sich für den Rechtsanwalt Flöther die Chancen, Teile oder das ganze Unternehmen an Investoren zu veräußern, wenn er dies erwägen sollte.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Interna ist bereits der Plural von Internum. Ich weiß, niemand mag Klugscheißer, aber mir war gerade danach, ihnen das zu sagen.

      1. Und es wird auch nicht abgewunken, sondern abgewinkt. Sagt Klugscheißer II 🙂

  2. Was ist eigentlich aus den Berichten geworden über den Geldkoffer, den man im abgestürzten Flugzeug fand, und den Geldscheinen, die massenhaft um das Flugzeug herumflatterten?

    Ohkee, Onkel Luigi gebe Dir Kredite ssoforte. Make sehre günstige Zinnssatsse, nurre vierre Prozennte – ame Tage!

    Nachher hat noch Onkel Luigis sizilianischer Konkurrent am Flugzeug gesägt. Das hört sich immer mehr an wie ein ganz schlechter Siebziger-Jahre-Film, deutsch-italienische Koproduktion. Wer weiß, was da noch nachkommt.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia