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Nach Insolvenz von Unister Holding: Neue Hoffnung für Internetunternehmen (fluege.de, ab-in-den-urlaub.de)

Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther
Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther

Nach dem Tod der Unister-Gründer Thomas Wagner und Oliver Schilling bei einem Flugzeugabsturz hat die Unister Holding ein Insolvenzverfahren beantragt. Betroffen sind knapp 1.200 Angestellte von mehr als 40 Internetportalen wie zum Beispiel ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther bestätigte die Eröffnung des Verfahrens.

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Von der Insolvenz der Leipziger Internetgruppe Unister ist lediglich die Holding betroffen. Von den Zusammenbruch ausgenommen sind die operativen Gesellschaften. „Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen“, erklärt Lucas Flöther. Er wurde auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht Leipzig zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Das Internetunternehmen hatte nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Firmenchef und Gründer Thomas Wagner am Montag Insolvenz angemeldet. Zu Unister gehören 40 Internetportale – darunter Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.100 Angestellte. „Das vorläufige Insolvenzverfahren ermöglicht es der Unister Holding, in dieser schwierigen Phase voll handlungsfähig zu bleiben und langfristig ihre Einheit als Unternehmen zu sichern“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.

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Laut Flöther läuft der Geschäftsbetrieb des Unternehmens „ohne Einschränkungen“ weiter, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld gesichert. Flöther habe bereits Kontakt mit Geldgebern, Lieferanten und Kunden des Unternehmens aufgenommen, um sie über die Situation zu informieren. „Die vorläufige Insolvenz bietet vor allem kurzfristige finanzielle Sicherheit“, teilt der Anwalt mit und ergänzt: „Auf dieser Grundlage kann sich die Unister Holding dann langfristig wieder stabil aufstellen.“

Gründer Thomas Wagner war am Donnerstag mit einem Kleinflugzeug in Slowenien abgestürzt. Er hatte Unister 2002 in Leipzig gegründet, als er noch Student war. Unister erklärte nach dem Unglück, das Unternehmen werde die Nachfolge Wagners „sehr zeitnah“ regeln und kommunizieren. Auch Oliver Schilling, der 39-jährige Gründer und Gesellschafter der Unister Holding, gehört zu den Opfern des in Slowenien abgestürzten Charterflugzeugs. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Oliver Schilling und Thomas Wagner“, sagt Dirk Rogl, Chief Communications Officer von Unister.

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Alle Kommentare

  1. Der Anlass ist tragisch. Doch dem Konzern wünsche ich zu seinem Besten, dass er restlos zerschlagen wird, dass die einzelnen Unternehmen aus den Klauen der schlimmsten Drückerkolonne im Internet befreit werden, dass sie Käufer finden, die ein seriöses Geschäft betreiben, und dass die Arbeitsplätze so gerettet werden können.

    Und ich hoffe sehr, dass die Unternehmen noch überlebensfähig sind, wenn sie in Zukunft auf die halb- und illegalen Methoden verzichten, die vom ersten Tag an das Markenzeichen von Unister waren.

  2. Ich kann leider “Arno Nym” nur zustimmen. Wer sich mit dieser Firma beschäftigt hat oder gar selbst Opfer der Fallen wurde, die das Unternehmen für Kunden im Internet aufstellt, weiß was gemeint ist. Es ist nicht ganz so leicht, Mitleid und Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen zu empfinden. Dennoch sollte man es versuchen, letztlich sind es trotz allem Menschen.

  3. Komischer Zufall: Der Gründer stürzt ab und wenige Tage später geht das Unternehmen pleite. War es nicht viel mehr so, dass das Unternehmen pleite war und der Gründer deshalb abstürzte (Germanwings lässt grüßen)?

    1. Komisch, eher Mysteriös! Die Opfer sind laut Pressemitteilung von heute noch nicht identifiziert? Stellt sich die Frage: War Herr Wagner überhaupt on Board oder spekulativ unter den Opfern?

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