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Wegen Mord an US-Journalistin: Reporter ohne Grenzen unterstützen Klage gegen die syrische Regierung

Die getötete US-Journalistin Marie Colvin, 2011 in Kairo
Die getötete US-Journalistin Marie Colvin, 2011 in Kairo

Die Hinterbliebenen der 2012 in Syrien getöteten US-Kriegsreporterin Marie Colvin verklagen mit Unterstützung von Reporter ohne Grenzen (ROG) die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Das gab die Organisation in einer Mitteilung bekannt. Die Familie der Journalistin bezeichnet die Tötung in ihrer Klage als Kriegsverbrechen und fordert von Syrien eine Entschädigung in ungenannter Höhe.

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Mit Hilfe von Informationen hochrangiger Überläufer und von syrischen Regierungsdokumenten zeige ihre Klage detailliert die direkte Verantwortung hochrangiger Regimevertreter für die Ermordung an der US-Reporterin Marie Colvin, so die Nichtregierungsorganisation mit Verweis auf die Klageschrift. Demnach sei der tödliche Granatenangriff auf ein Untergrund-Medienzentrum in der belagerten Stadt Homs am 22. Februar 2012 Teil der “Strategie des Assad-Regimes” gewesen, unabhängige Journalisten auszuschalten, um “ohne störende internationale Aufmerksamkeit gegen die Zivilbevölkerung” vorgehen zu können – so die ROG.

Die US-Menschenrechtsorganisation Center for Justice and Accountability (CJA) hat die Klage nun im Namen von Colvins Schwester, ihrer Nichte und weiterer Hinterbliebener bei einem Bundesgericht in der US-Hauptstadt Washington eingereicht. ROG habe den Kontakt zwischen der Familie Colvin und dem CJA hergestellt und die mehrjährigen Recherchen zu dem Fall unterstützt, heißt es weiter. “Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die viel zu verbreitete Straflosigkeit für Morde und andere Gewalttaten an Journalisten”, so ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Durch dieses Verfahren kann hoffentlich bald niemand mehr bestreiten, dass Marie Colvin und ihre Kollegen gezielt angegriffen wurden, weil sie über die Verbrechen der syrischen Armee an der Zivilbevölkerung berichtet hatten.“

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Die Kriegsreporterin Colvin war im Februar 2012 heimlich in die von Regimetruppen belagerte Aufständischen-Hochburg Homs gereist, um im Auftrag der britischen Zeitung The Sunday Times über die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung zu berichten. Als Basis diente ihr ein von syrischen Bürgerjournalisten betriebenes improvisiertes Medienzentrum in einem Wohnhaus. Bei dem Granatenangriff auf das Zentrum wurde auch der französische Fotograf Rémi Ochlik getötet; Colvins britischer Fotograf Paul Conroy, ihr syrischer Stringer und Übersetzer Wael al-Omar sowie die französische Journalistin Edith Bouvier überlebten schwer verletzt.

Die Klage solle nun u.a. nachweisen, wie Colvin durch hochrangige Regimevertreter – darunter Präsident Assads Bruder Maher al-Assad – überwacht wurde und Geheimdienste und Armee angewiesen wurden, gegen alle vorzugehen, die “das Ansehen Syriens in ausländischen Medien und internationalen Organistationen beschmutzen.”

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Alle Kommentare

  1. ROG wird vom USAID und Georg Soros u.a. gesponsert.

    Daher parteiisch und unglaubwürdig.

    Lt ROG Rangliste ist Deutschland ein Land mit grenzenloser Pressefreiheit.
    -das sieht der Herr Maas anders…
    -das sehen die ANTIdemokratische FAschisten anders
    -das sieht der kleine Akif anders
    -das sieht der Herr Ulfkotte anders
    -das sehen diverse von den Systemmedien gefeuerte Kollegen anders

    Btw. Besser Assad als Isis.

  2. Es ist natürlich ein tragisches Schicksal, aber der Job von Kriegsreportern war schon immer lebensgefährlich! Allerdings ist fraglich, was das mit dem Versuch der Destabilisierung Syriens zu hat?

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