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Interaktive Deutschland-Karte: Wo verkaufen sich Welt und Handelsblatt am besten – und wo am schlechtesten?

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Mit unseren vorerst letzten interaktiven Landkarten zur Verteilung von Zeitungsverkäufen in Deutschland blicken wir auf die Zahlen der Welt und des Handelsblatts. Die Karten zeigen: Beide Blätter sind in Frankfurt am Main am erfolgreichsten, Die Welt hat zudem einen klaren Schwerpunkt im Norden - dort also, wo die Zeitung ursprünglich herkommt.

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Grundlage unserer Analyse ist wie bei denen zu Bildzur F.A.Z. und zur Süddeutschen Zeitung die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW. Sie erscheint alle zwei Jahre und enthält detaillierte Verkaufszahlen (fast) aller Tageszeitungen für die 11.092 deutschen Gemeinden, 107 kreisfreien Städte und 295 Landkreise. Ermittelt werden die Zahlen jeweils in einer Messwoche – im Fall der VA 2016 war das die Woche vom 9. bis 15. November 2015.

Für unsere Analysen haben wir die Verkaufszahlen in allen 402 Landkreisen und kreisfreien Städten ins Verhältnis zur Zahl der deutschen Einwohner im jeweiligen Gebiet gesetzt. Der dabei errechnete Wert von verkauften Exemplaren pro 100 Einwohner lässt sich – unabhängig von der jeweils absoluten Einwohnerzahl sehr gut vergleichen.

Mit Hilfe des Tools Datawrapper haben wir die Ergebnisse in eine Deutschland-Karte eingetragen. Sie können mit Klicks auf “+” und “-” in die Karte hinein zoomen, sollten Sie eine Maus mit einem Rad zwischen den beiden Maustasten haben, können Sie auch damit zoomen. Beim Bewegen des Mauszeigers über die Karte sehen Sie zudem den Namen des Kreises bzw. der Stadt – und die jeweilige Zahl der Käufer pro 100 deutsche Einwohner.

Wie bei der F.A.Z. und der Süddeutschen Zeitung mussten wir die Farbskala der beiden Landkarten anpassen. Mit normaler Farbgebung sähen beide Karten weitgehend gelb aus. Der Grund ist eine einzelne Stadt. Zwar haben Welt und Handelsblatt keine großen lokalen Schwerpunkte in ihrer Berichterstattung wie die F.A.Z. in Frankfurt und die Süddeutsche in München – aber dennoch haben beide einen extremen Schwerpunkt bei ihren Verkäufen. Und der heißt Frankfurt. Sowohl Die Welt als auch das Handelsblatt verkaufen sich in der Main-Metropole am besten – und zwar mit Abstand. Diese Unterschiede würden ohne Anpassung der Farbskala dazu führen, dass Frankfurt dunkelgrün und weite Teile der Republik ganz einfach gelb aussähen.

Auf 100 deutsche Einwohner kommen in Frankfurt 3,46 Welt-Käufer und 2,10 Handelsblatt-Käufer. Natürlich spielt hierbei die hohe Dichte an Banken und anderen Unternehmen die entscheidende Rolle. Dort existieren Abos vieler oder aller überregionalen Tageszeitungen, also auch der Welt und des Handelsblattes. Interessant ist, dass beide Blätter sich in Frankfurt sogar besser verkaufen als die Süddeutsche Zeitung. An die F.A.Z. kommen sie aber logischerweise nicht heran.

Schauen wir auf die detaillierten Zahlen der Welt, so zeigt sich direkt der große regionale Schwerpunkt im Norden. Hamburg ist hinter Frankfurt und der alten Bundeshauptstadt Bonn die Welt-Stadt Nummer 3, aber auch Landkreise wie Stormarn, Harburg, Pinneberg, Nordfriesland, Herzogtum Lauenburg, Kiel und Ostholstein gehören zu den erfolgreichsten Verkaufsgebieten der Welt. Hier wird die Tradition eine Rolle spielen, denn Die Welt wurde bekanntlich 1946 in Hamburg gegründet und dort nach der Übernahme durch Axel Springer im Jahr 1953 auch bis 1975 produziert. Dann zog die Zentralredaktion nach Bonn – daher womöglich auch die Stärke dort – und 1993 schließlich nach Berlin. Dort kommt Die Welt immerhin auf 0,64 Käufer pro 100 deutsche Einwohner – Platz 8 in der Tabelle.

Mies sieht es für Die Welt hingegen wie für fast alle anderen überregionalen Tageszeitungen in den östlichen Bundesländern aus. So ist der Landkreis Sonneberg in Thüringen mit ganzen 4 Käufern unter 55.310 deutschen Einwohnern das Welt-Problemgebiet Nummer 1. Mit dem Kyffhäuserkreis, Anhalt-Bitterfeld, Schmalkalden-Meiningen, dem Unstrut-Hainich-Reis, Stendal, Mittelsachsen und dem Salzlandkreis liegen noch sieben weitere der Flop-Ten-Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ebenfalls unter den zehn Problemzonen dabei: Dingolfing-Landau und Straubing-Bogen. Hier ist offenbar wenig Platz neben der Süddeutschen Zeitung.

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Das Handelsblatt feiert seine größten Verkaufserfolge wenig überraschend in den Großstädten. Hier finden sich viele Unternehmen – und damit auch viele Abonnenten. Hinter Frankfurt folgen in der Handelsblatt-Hitliste Düsseldorf und Köln mit jeweils mehr als einem Käufer pro 100 deutschen Einwohnern, sowie München und Stuttgart mit 0,95 und 0,55. Regionale Schwerpunkte gibt es nicht wirklich. Allenfalls im Rheinland – der Heimat der Zeitung -, rund um Frankfurt und in Baden-Württemberg sieht es auf der Landkarte etwas dunkelgrüner aus als im Rest der Republik.

Noch auffälliger als bei den anderen Zeitungen ist das klare West-Ost-Gefälle. In den fünf 1990 dazu gekommenen Bundesländern finden sich nur wenige Flecken auf einer ansonsten sehr gelben Landkarte. Neben Berlin sind das vor allem Potsdam, Leipzig und Dresden mit jeweils 0,12 bis 0,17 Käufern pro 100 Einwohner. Düster sieht es hingegen in Landkreisen wie Sömmerda und Sonneberg in Thüringen, oder Mansfeld-Südharz, Börde und Harz in Sachsen-Anhalt aus. Hier kommen auf 100 deutsche Einwohner nur 0,01 Käufer, also auf 10.000 gerade mal einer. Am schlimmsten sieht in Sömmerda aus: mit sieben Handelsblatt-Käufern unter fast 70.000 deutschen Einwohnern.

Am Freitag schließen wir unsere Serie zur IVW-Verbreitungsanalyse Tageszeitungen vorerst ab – mit einem Blick auf die erfolgreichsten Lokalzeitungen Deutschlands: Welche Blätter verkaufen sich in ihren Heimat-Landkreisen am besten?

Sämtliche Artikel zur IVW-Verbreitungsanalyse Tageszeitungen finden Sie jederzeit an dieser Stelle.

Anmerkung: MEEDIA ist ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt.

 

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