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Millennials im Visier: Brigitte.de setzt auf snackable Content, Social Media und “Selfie Made Journalismus”

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Kann ich mich neu erfinden und meinen Typ so verändern, dass mich auf einmal viel mehr Menschen attraktiv finden? In den unterschiedlichsten Variationen versuchen Frauenmagazine diese Frage seit Jahrzehnten zu beantworten. Brigitte.de ist dagegen gerade dabei, den Beweis anzutreten, dass dies mit einer Marke gelingen kann, die eigentlich alles andere als neu und hip ist. Seit gut einem Jahr verjüngt Digital-Chefin Eva Spundflasche den Frauen-Klassiker massiv. Jetzt folgt ein bildgewaltiger Relaunch der Seite.

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Bereits die ersten Werbemotive zeigen, in welche Richtung der Relaunch von Brigitte Digital geht. Statt einer typischen Leserin des Frauenmagazins, so wie sie in den Köpfen der meisten Babyboomer noch existiert, ist ein junges, hippes Mädchen zu sehen. Sie ist Anfang zwanzig und “erinnert mehr an ein typisches Instagram-Gesicht”, wie Online-Chefin Spundflasche lächelnd erklärt. “Wir sind vor gut einem Jahr angetreten, um die Zielgruppe zu verjüngen. Wir waren uns nicht sicher, wie weit wir dabei gehen können und wie weit wir kommen”. Doch das Ergebnis überraschte selbst die Macher: “Das ist uns besser als erwartet gelungen. Heute werden wir von deutlich mehr Frauen zwischen 20 und 34 Jahren gelesen.”

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Die neue Startseite von Brigitte.de

Tatsächlich gelang der 36-Jährigen bei Brigitte.de ein erstaunlicher Umbau und Ausbau der Marke. Seitdem Spundflasche Anfang 2015 als Redaktionsleiterin das Ruder beim damals noch recht trägen Frauen-Portal übernahm, hat sie das Angebot, die Themenauswahl und die Ansprache massiv verjüngt. Dazu startete sie eine konsequente Socia-Media-Offensive. Ob via Snapchat, Facebook, Facebook Live oder Instagram: Alle Kanäle werden mittlerweile von jungen, dynamischen bis aufgedrehten Redakteurinnen bespielt und so die Zielgruppe der weiblichen Millennials immer stärker angesprochen.

Die Traffic- und die Reichweiten-Entwicklung zeigt nach oben und bestätigt damit das Konzept von Spundflasche. Im Juni erreichte das Portal – laut IVW – 20,3 Millionen Visits. Zwölf Monate davor waren es noch 15,4 Millionen. Bei der Reichweite kletterte Brigitte.de im Dezember auf ein neues AGOF-Allzeithoch mit 7,63 Millionen Unique Usern.

Ebenfalls als eine erste Bestätigung ihres Tuns dürfte sie den Umstand werten, dass Gruner + Jahr sie gerade vom Posten der Redaktionsleiterin zur Chefredakteurin für alle Digital-Aktivitäten beförderte.


Ein typisches Brigitte-Posting bei Facebook

Nach der ersten Social-Media-Offensive, die natürlich noch nicht abgeschlossen ist, folgt nun die nächste Evolutionsstufe. Die Heimatseite, Brigitte.de, wurde komplett überarbeitet. “Wir haben auch den Namenszug modernisiert, sodass das große schwarze ‘B’ jetzt das beherrschende Element ist”, erklärt die Digital-Chefin. Der Vorteil: “Dieser eine Buchstabe lässt sich weit einfacher und mit Wiedererkennungswert als Logo durch die verschiedenen Social-Networks hindurchspielen”.
Beim Blick auf die neue Startseite fallen sofort zwei beherrschende Elemente auf: die Kacheloptik und die geballte Bildpower. Der Textanteil ist minimal. “Wir wollen Geschichten unmittelbar über das Foto verkaufen und über eine emotionale Headline”, erklärt Spundflasche.

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Die Zeiten der künstlichen Themenwelten, bei denen jedes Ressort einen eigenen Bereich gebündelt auf der Startseite bekam, sind vorbei. Die Homepage ist nun Bühne für einen breiten Themenmix, in dem jedes Stück für sich selbst funktioniert. Die einzelnen Food- oder die Mode-Rubriken gibt es aber weiterhin über die Navigation. “Wir schaffen es noch immer sehr gut, die bisherige Nutzerschaft anzusprechen und zu behalten”, sagt Christine Nieland, Digital Business Director G+J Digital Products. Die Seite funktioniere auch bei Google nach wie vor sehr gut. “Darüber hinaus sprechen wir mit unserer frischeren Tonalität über die sozialen Kanäle immer mehr neue und junge Leserinnen an”.

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So sieht die neue Mom-Seite bei Brigitte.de aus

Die vielfältigen Aktivitäten ihrer Redaktion und der entsprechenden Experten-Teams in den verschiedenen sozialen Medien fasst die 36-Jährige unter dem schmissigen Begriff “Selfie Made Journalismus” zusammen. “Wir machen alles selbst, wir probieren alles aus, haben Spaß dabei, vergessen nie den Journalismus, lassen uns aber auch von YouTubern oder Instagramern inspirieren”.

Sorgen, dass die Neuausrichtung und Verjüngung der Marke im Web nicht auch die Brigitte-DNA verwässert, scheinen die Macherin nicht umzutreiben. “Die Brigitte-Frau steht seit jeher mitten im Leben, ist aufgeschlossen und anspruchsvoll. Daran orientieren wir uns. Die neue Generation sprechen wir natürlich in einem etwas anderen Ton an, auch mit etwas mehr Unterhaltung, trotzdem behalten wir die Grundwerte der Brigitte bei und hoch”, sagt Spundflasche.

Mehr Sommer geht nicht ?

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Die Brigitte-Redaktion bei Instagram

Auf der redaktionellen Seite scheint das Konzept bislang zu funktionieren. Ob es auch mittelfristig ein wirtschaftlicher Erfolg wird, ist noch nicht abschließend bewiesen. Ein echter Rendite-Faktor ist Brigitte.de derzeit nicht, was jedoch gerade auch wegen der Relaunch-Kosten schwer wäre. Man befindet sich aber auf einem guten Weg dahin. Zufrieden sagt Nieland deshalb: “Wir liegen in allen Zahlen über denen aus dem Vorjahr und sind sehr zufrieden. Gerade die Mobil-Vermarktung zieht mächtig an. Auch in der Reichweitenentwicklung sind die Erfolge der neuen Ausrichtung sichtbar: Wir führen den Markt der Frauenportale mit Abstand nach Unique Usern an.”.

Freitag ist es wieder soweit! Eine neue Folge Facebook Live ab 11 Uhr. EINSCHALTEN ? #facebooklive #beautyhacks

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Neben dem Fokus auf der Mobil-Vermarktung wollen die Hamburger künftiger noch stärker auch auf Native-Advertising setzen: “Schon heute bilden die nativen Werbeangebote einen großen Schwerpunkt unserer Vermarktungsstrategie. Redaktion und Vermarktung entwickeln immer wieder neue, kreative Formate für die Kunden”, sagt Nieland.

Grundsätzlich haben die beiden Macherinnen nur ein Ziel: “Wir wollen mit Brigitte Digital Marktführer in unserem Segment sein und bleiben.”

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