Web-Kampagne: stern.de ruft zum „Blockxit“ auf und leistet „Erste Hilfe für Adblock-Süchtige“

Anonymer Adblock-Junkie alias Micky Beisenherz: Kolumnisten und Chefredakteure als Testimonials einer augenzwinkernden Kampagne

Jeder kennt sie, die Kampagnen, die vor Suchtgefahren warnen und ehemalige Abhängige als Testimonials nutzen – nach dem Motto: Seht her, so schlimm ist es mir ergangen, aber heute bin darüber hinweg und bleibe clean. Genau nach diesem Muster ist sind die Motive gestrickt, mit denen stern.de ab Montag seine Nutzer konfrontiert. Nur geht es dabei weder um Alkohol oder Drogen, sondern um Adblocker.

Die bei Nutzern weit verbreiteten Unterdrücker von Werbebannern sind für die Medienbranche ein Problem: Einerseits gelingt es ihnen nicht, Bezahlmodelle zu etablieren, die von der Masse ihrer Leser akzeptiert werden. Zum anderen reduzieren Adblocker den vermarktbaren Traffic zum Teil drastisch. Während sich einige Verlage mit Klagen gegen die Anbieter der Verhinderungssoftware wehren, setzen andere auf den Appell an die Vernunft der Nutzer und hoffen auf die Einsicht, dass die teuer erstellten Inhalte auf den News-Portalen schließlich auch irgendwie finanziert werden müssen. An der Popularität der Adblocker hat das allerdings bislang nichts geändert.

Bei stern.de versucht man es zur Abwechslung mit Humor. Als Testimonials mit Augenbalken grüßen neben stern-Chefredakteur Christian Krug und Online-Kollege Philipp Jessen auch die Top-Kolumnisten Hans-Ulrich Jörges (Klartext) und Micky Beisenherz (Sorry, ich bin privat hier).

adblock-uli

Alle Testimonials erzählen ihre Geschichte: Wie sie auf die schiefe Adblock-Bahn gerieten und es schafften, wieder Werbung zuzulassen und sich endlich wieder gut zu fühlen. Nach der Logik sollte man hier nicht fragen, es zählt wohl mehr die Lust an einer ausgefallenen Art, Aufmerksamkeit auf ein für die Medienhäuser heikles Thema zu lenken. Die vier Werbemotive sind ab kommenden Montag auf der Seite von stern.de zu sehen – zumindest von allen Nutzern, die einen Adblocker installiert haben. Die bekommen eine Anleitung, wie sie die Software in drei einfachen Schritten für die Seite stern.de deaktivieren können.

adblock-christian
adblock-pj