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„Kündigung durch den DJV unwirksam“: Rommerskirchen kämpft um DJV-Magazin Journalist

DJV-Chef Frank Überall streitet mit Rommerskirchen um den Fachtitel journalist

So leicht gibt sich Rommerskirchen nicht geschlagen. In der vergangenen Woche verkündete der Deutsche Journalisten-Verband, dass das Verbandsblatt Journalist nicht mehr vom Fachverlag aus Rolandseck gemacht würde, sondern zum Hamburger New Business-Verlag wandere. Der Vertrag mit dem Noch-Produzenten sei „fristgerecht zum 30.09.2016 gekündigt“. Das sieht Rommerskirchen anders.

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In einer knappen Pressemitteilung stellt das Medienhaus fest, dass „die Kündigung der Herausgeberschaft durch den DJV unwirksam sei“. Weiter heißt es: „Der Verlag Rommerskirchen hat dem nicht nachvollziehbaren Vorgang widersprochen“. Der Bundesvorstand des DJV sei bis zum 31. Dezember 2020 als Herausgeber des Journalist „vertraglich“ verpflichtet.

Der DJV will sich zu dem Vorgang erst einmal nicht weiter äußern. In der vergangenen Woche kommentierte der Vorsitzende Frank Überall den Deal mit New Business noch: „Wir danken dem Verlag Rommerskirchen für die jahrzehntelang gute Zusammenarbeit, freuen uns gleichzeitig aber auch auf die Zukunft mit dem neuen Verlag“.

Das mit dem “Dank“ war wohl etwas geflunkert. Seit Monaten ärgerte sich der DJV bereits über den geringen Umfang des Magazins, dessen größter Abnehmer und gleichzeitig Herausgeber der Verband ist. Die seit Jahren sinkenden Mitgliederzahlen des DJV spiegeln sich auch in der Auflage wieder. In den vergangenen fünf Jahren sank die Verbreitung um 13,28 Prozent auf zuletzt 39.324 Exemplare, an Abonnements verlor der Journalist knapp zehn Prozent  (34.807 Stück, IVW IV/15). Die geringere Auflage bedeutet sinkende Anzeigenumsätze. In diesem Zusammenhang setzt dem Verlag auch der Wegfall von großen Kunden zu. Wie es heißt, ist zuletzt VW abgesprungen, was allerdings eher auf die hausgemachte Konzernkrise und damit verbundene Kürzungen im Marketingbudget zurückzuführen sein dürfte.

Gegenüber MEEDIA bestätigte DJV-Sprecher Hendrik Zörner bereits im März die Unzufriedenheit des Verbands mit Blick auf den Umfang des Heftes. „Dem DJV geht es darum, die publizistische Verantwortung zu wahren und ein gutes Produkt zu machen, nicht um Gewinne.“ Für den Verband ist die derzeitige Lage kein Grund für Sparmaßnahmen: „Der Verlag Rommerskirchen hat über Jahrzehnte gut vom Journalist leben können, weshalb wir erwarten, dass er Umfang und Qualität auch während einer Durststrecke aufrechterhält.“ 36 Seiten minus der Anzeigenseiten seien für die redaktionelle Berichterstattung zu wenig, so Zörner. Seine Ansicht habe der DJV dem Verlag nach einem Vorstandstreffen im Februar vorgetragen. „Der Bundesvorstand hat an den Verleger appelliert, den Hebel umzulegen und den redaktionellen Anteil wieder anzuheben. Als Herausgeber erwarten wir, dass der Vertrag für ein gutes Produkt eingehalten wird. Der Verlag Rommerskirchen hat das zur Kenntnis genommen.“

Wie es nun künftig mit dem Heft und der Redaktion, die bislang unter der Regie von Mathias Daniel arbeitet, weitergeht, ist noch unklar. Eigentlich sah der Plan des DJV so aus, dass sie mit zu New Business wechseln sollte. Aktuell scheinen aber aller Beteiligten nicht so recht zu wissen, wie es weitergeht.

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