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Zukäufe, Beteiligungen, eigenes Innovations-Labor: Wie G+J die digitalen Erlöse um bis zu 40 Prozent steigern will

Sollen bei G+J das Digitale fördern: Arne Wolter (re.), Jens Uehlecke (li.) und Nicolas Kirschner
Sollen bei G+J das Digitale fördern: Arne Wolter (re.), Jens Uehlecke (li.) und Nicolas Kirschner

Wie können Verlage die digitale Transformation ihrer alten Geschäftsmodelle meistern? Diese Frage muss jedes Medienhaus individuell beantworten. In Hamburg erklärte nun Gruner + Jahr wie man am Baumwall die digitale Innovation so organisiert, dass man mittlerweile digitale Wachstumsraten von 30 bis 40 Prozent erreicht. Mit diesem Wert plant G+J in diesem Jahr, genauso wie mit weiteren Zukäufen, Beteiligungen und einer größeren internen Neugründung.

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Aktuell liegt der Anteil des Digitalgeschäfts beim Hamburger Verlagshaus bei rund 19 Prozent vom Gesamtumsatz. Mitte 2015 waren es noch 17 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,54 Milliarden Euro (Gesamtjahr 2015). Bereits zu ihrem Start hatte die Vorstandsvorsitzende Julia Jäkel die Losung ausgegeben, dass man “digitaler werden” müsse.

Strategisch packen die Hamburger dieses Thema vor allem über drei Ansätze an: das Greenhouse Innovation Lab, den Beteiligungs-Fonds G+J Digital Venture und ganz klassisch über die hauseigene M&A-Abteilung.

Das Greenhouse

Die Aufgabe des Innovation-Labs Greenhouse liegt vor allem im Prüfen und Testen von Marktchancen neuer Projekte. Dabei sind alle Mitarbeiter von G+J aufgerufen, sich mit neuen Ideen an das Labor, das Jens Uehlecke leitet, zu wenden. Ganz bewusst ist das Greenhouse eben nicht am Baumwall im Haupthaus des Verlages verortet, sondern hat seinen Sitz in einem hippen Startup-Loft in der Hamburger Sternschanze.

Hier haben neue Ideen und Konzepte drei Monate Zeit, um zu reifen und verfeinert zu werden. Dann entscheidet der Vorstand, ob sich eine Investition lohnt. Bei einer positiven Bewertung geht das jeweilige Projekt dann zurück ins Haupthaus und wird gestartet. Vorzeigeprojekt ist bisher der Club of Cooks, ein YouTuber-Netzwerk für Köche.

G+J Digital Ventures

Für Minderheitsbeteiligungen in Startups, die sich noch in der Früh- und Wachstumsphase befinden, setzte die Bertelsmann-Tochter einen 50 Millionen Euro schweren Fonds auf. Bei dem Betrag handelt sich jedoch nicht ausschließlich um Cash. Einen Teil der Beteiligungen wollen die Hamburger, ähnlich wie Beispielsweise ProSiebenSat.1 in Medialeistung zahlen.

Alle Investments sollen dabei der G+J-Strategie folgen, dass man für alle sieben Communitys of Interest (Food/Family/News/Living etc.) digitale Content-, Community- und Commerce-Plattformen im Angebot haben will. So verfügt der Bereich Food schon heute beispielsweise mit Essen & Trinken (Content), Chefkoch (Community) und Delinero (Commerce) über diesen Dreiklang.

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Bislang engagierten sich die Berliner nur beim Designmöbel-Vermittler Pamono.de. Die Konten des Fonds müssten also noch prall gefüllt sein.

Mergers & Acquisitions

Um Zukäufe in anderen Größenordnungen geht es, wenn die Experten der M&A-Abteilung ins Spiel kommen. Auch mit Hilfe von gezielten Übernahmen wollen die Hamburger digital wachsen. Bislang schlugen sie unter anderem bei Delinero, Danao oder auch bei Ligatus (Vermarktungsplattform) zu. Vor allem letztere ist eine echte Erfolgsgeschichte, die über weitere Zukäufe noch in diesem Jahr fortgeschrieben werden soll. Längst peilen die Hamburger hier einen Umsatz jenseits der Hundert-Millionen-Marke an.

Einen höchst interessanten Zukauf brachten die Hamburger gerade erst in Frankreich unter Dach und Fach. Mit Cerise übernahm dort die Bertelsmann-Tochter das größte Millennials-Portal des Landes. Die Spezialität der Franzosen liegt darin, mit Hilfe von Social-Media- und Suchmaschinen-Scannern frühzeitig die kommenden Trendthemen zu erkennen und sofort passende Inhalte zu produzieren.

Zu der Frage, ob es Pläne gibt, diesen Ansatz auch nach Deutschland zu bringen, wollten die Hamburger keine konkrete Antwort geben.

Schon einmal beschäftigten sie sich mit einem Web-Angebot für Millennials. Als einen der ersten Aufträge für das Greenhouse prüfte Uehlecke mit seinem Team Anfang 2015 schon einmal die Marktchancen eines jungen journalistischen Portals in Deutschland. Name des Projekte: Poligold. Die Ergebnisse waren jedoch eindeutig: Es würde nicht funktionieren.

Für den dritten interessanten Zukauf, der bereits in wenigen Wochen von sich Reden machen soll, sorgte ebenfalls die M&A-Abteilung. Lange fahndeten die Experten nach einem passenden E-Commerce-Partner für Schöner Wohnen. Sie fanden ihn in dem Shopping-Angebot Danato. Erst übernahmen sie das Startup, dann entwickelten sie es so weiter, dass nun im August darauf basierend das neue Shopping-Angebot von Schöner Wohnen starten kann.

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