Anzeige

Rommerskirchen verliert Auftrag für DJV-Zeitschrift Journalist, New Business übernimmt

Über Monate zofften sich der Deutsche Journalisten Verband (DJV) und der Verlag Rommerskirchen wegen des Seitenumfanges des Verbandsmagazins Journalist. Jetzt teilte der DJV seinen Mitgliedern mit, dass das Medienmagazin bald im New Business Verlag in Hamburg erscheinen wird.

Anzeige

Nach eigenen Aussagen hat der Verband den Vertrag mit dem Remagener Verlag Rommerskirchen fristgerecht zum 30.09.2016 gekündigt. „Wir danken dem Verlag Rommerskirchen für die jahrzehntelang gute Zusammenarbeit, freuen uns gleichzeitig aber auch auf die Zukunft mit dem neuen Verlag“, sagt Frank Überall, DJV-Bundesvorsitzender.

„Ich freue mich sehr auf unsere gemeinsame Arbeit und darauf, die Position des Journalist als das führende Medienmagazin auszubauen und ihn gemeinsam mit dem DJV weiter zu entwickeln“, kommentiert New Business-Verleger Peter Strahlendorf. „In Zeiten wie diesen ist der Journalismus wichtiger denn je. Das gilt für die Felder Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport gleichermaßen. Journalisten tragen nicht nur in der großen Politik maßgeblich zum besseren Funktionieren bei, sondern auch in allen anderen Feldern sind sie ausgesprochen notwendig und wichtig.“

Seit Monaten ärgerte sich der DJV bereits über den geringen Umfang des Magazins, dessen größter Abnehmer und gleichzeitig Herausgeber der Verband ist. Die seit Jahren sinkenden Mitgliederzahlen des DJV spiegeln sich auch in der Auflage wieder. In den vergangenen fünf Jahren sank die Verbreitung um 13,28 Prozent auf zuletzt 39.324 Exemplare, an Abonnements verlor der Journalist knapp zehn Prozent  (34.807 Stück, IVW IV/15). Die geringere Auflage bedeutet sinkende Anzeigenumsätze. In diesem Zusammenhang setzt dem Verlag auch der Wegfall von großen Kunden zu. Wie es heißt, ist zuletzt VW abgesprungen, was allerdings eher auf die hausgemachte Konzernkrise und damit verbundene Kürzungen im Marketingbudget zurückzuführen sein dürfte.

Gegenüber MEEDIA bestätigte DJV-Sprecher Hendrik Zörner bereits im März die Unzufriedenheit des Verbands mit Blick auf den Umfang des Heftes. „Dem DJV geht es darum, die publizistische Verantwortung zu wahren und ein gutes Produkt zu machen, nicht um Gewinne.“ Für den Verband ist die derzeitige Lage kein Grund für Sparmaßnahmen: „Der Verlag Rommerskirchen hat über Jahrzehnte gut vom Journalist leben können, weshalb wir erwarten, dass er Umfang und Qualität auch während einer Durststrecke aufrechterhält.“ 36 Seiten minus der Anzeigenseiten seien für die redaktionelle Berichterstattung zu wenig, so Zörner. Seine Ansicht habe der DJV dem Verlag nach einem Vorstandstreffen im Februar vorgetragen. „Der Bundesvorstand hat an den Verleger appelliert, den Hebel umzulegen und den redaktionellen Anteil wieder anzuheben. Als Herausgeber erwarten wir, dass der Vertrag für ein gutes Produkt eingehalten wird. Der Verlag Rommerskirchen hat das zur Kenntnis genommen.“

Wie es nun künftig mit der Redaktion, die bislang unter der Regie von Mathias Daniel arbeitet, weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Anzeige